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An vielen Flughäfen im Einsatz: der Itemiser 4 DX, im Vertrieb von der ELP GmbH European Logistic Partners.
Foto © Adrien Deneu/ Safran Identity

Fachkräftemangel und Terrorgefahr

Was Sicherheitsdienstleister jetzt tun können

Von Simon Weiss

Sicherheitsdienstleistungen werden seit den Terroranschlägen in Europa und besonders in Deutschland stärker denn je nachgefragt. Gleichzeitig steht die Branche aufgrund des Fachkräftemangels und der neuen Anforderungen, die durch die Terrorgefahr entstanden sind, unter einem hohen Druck. Etablierte Anbieter können diesem Problem jedoch durch den Einsatz von bewährten Technologien begegnen.

Das Geschäft mit der Sicherheit erlebt derzeit einen Höhenflug: Die Angst vor Anschlägen, die Flüchtlingskrise und eine starke Zunahme von Einbrüchen begünstigten das Wachstum der Branche. Neben Cyber-Security, besteht vor allem eine große Nachfrage nach Sicherheitsdienstleistungen.

Auch wenn die Auftragsbücher gefüllt sind, so stellt diese Entwicklung die Sicherheitsdienstleister vor eine große Herausforderung: Der Branche fehlen ausgebildete Sicherheitskräfte, um die Anfragen zu bedienen. Schwierig zudem: In einigen Einsatzbereichen, besonders bei Großveranstaltungen, ist der Einsatz nicht nur von fachkundigen, sondern auch erfahrenen Mitarbeitern gefragt.

Seit den Anschlägen von Paris, spätestens seit dem Attentat von Ansbach, entsteht aber auch ein massiver Druck durch die Erwartungshaltung, dass ein möglicher Terroranschlag durch die Sicherheitsmitarbeiter frühestmöglich erkannt und vereitelt werden soll. Intensivere Einlasskontrollen und strengere Beobachtungen von verdächtigen Gruppen durch Spotter-Teams [1] zählen zu den bisher umgesetzten Maßnahmen, um den neuen Anforderungen gerecht zu werden.

Für beide Problemstellungen – Fachkräftemangel und Terrorabwehr – bietet eine Auswahl an interessanten Anwendungen nicht nur Lösungsansätze für Sicherheitsdienstleister, sondern auch die Möglichkeit, Wettbewerbsvorteile zu generieren.

Sprengstoffspurendetektion: Etablierte Technologie aus der Flughafensicherheit

Sprengstoffspurendetektionsgeräte wie der Itemiser 4 DX sind bewährte Anwendungen aus der Flughafensicherheit und können gezielt dazu beitragen, das Sicherheitsniveau in anderen Bereichen, wie der Veranstaltungs- oder Konzernsicherheit, zu erhöhen.
Foto © Adrien Deneu/ Safran Identity
Geräte zur Sprengstoffspurendetektion sind seit Jahren ein integraler Bestandteil in der Flughafensicherheit. Mag man den Berichterstattungen glauben, wird der Gebrauch von Detektionsgeräten als Sicherheitsmaßnahme im Veranstaltungsbereich bereits diskutiert, doch kein Sicherheitsdienstleister hat sie derzeit konkret in sein Produktprogramm aufgenommen.

Dabei liegen die Vorteile für die Unternehmen und ihre Kunden klar auf der Hand: Bei einem Sprengstoffspurendetektionsgerät wie dem Itemiser 4DX liegt die Analysezeit bei acht Sekunden. Es lässt sich somit einfach in bestehende Einlasskontrollen integrieren und unterstützt das Personal, Bedrohungen durch unkonventionelle Spreng- und Brandvorrichtungen – die ohne das entsprechende Fachwissen häufig schwer zu identifizieren sind – zu erkennen. Das Sicherheitsniveau kann somit im Interesse von Veranstalter und Besuchern entsprechend gesteigert werden. Ferner sind die Geräte mobil und können auch im Akkubetrieb genutzt werden – ein Vorteil der sich besonders im Veranstaltungsbereich auszahlt.

Personalkapazitäten freisetzen durch Thermalkameratechnik

Handgehaltene Thermalkameras erlauben eine schnellere Kontrolle von Geländen und setzen somit Personalkapazitäten frei, die an anderer Stelle sinnvoll eingesetzt werden können.Dank Thermalkamera-Technik können Streifendienste effizienter gestaltet werden als bisher: Ein Produkt wie die P-Type von Argus® erlauben Objekte aus einer Entfernung von 1.975 m zu erkennen. Sicherheitsmitarbeiter müssen somit nicht mehr den gesamten Geländebereich bei einem Kunden zu Fuß ablaufen, sondern können diesen erheblich schneller durch die Thermalkameras kontrollieren. Durch diese Zeitersparnis werden Personalkapazitäten freigesetzt, die an anderer Stelle, wie zum Beispiel im Veranstaltungsbereich, aufgrund der verschärften Sicherheitsmaßnahmen dringend benötigt werden.

Im Vergleich mit den klassischen Nachtsichtgeräten, die bei Streifendiensten häufig eingesetzt werden und „nur“ Umrisse erkennbar machen, geben die Wärmebilder zudem eindeutig identifizierbare Objekte wieder und erhöhen die Effektivität der Kontrolle. Durch diese Anwendung können Sicherheitsdienstleister ihren Kunden mehr Sicherheit zu günstigeren Preisen anbieten.
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[1] Ein Spotter ist eine Person, die sich mit dem gezielten Beobachten von Objekten oder Phänomenen, dem sogenannten Spotting (von engl. to spot „beobachten, ausmachen, erkennen, sichten, orten, lokalisieren“), beschäftigt.

Über den Autor
Simon Weiss
Simon Weiss
Simon Weiss ist kaufmännischer Geschäftsführer der ELP GmbH European Logistic Partners in Wuppertal. Seit ihrer Gründung befasst sich die ELP GmbH mit der technischen Ausstattung für den polizeilichen und militärischen Entschärfungsdienst. Das Unternehmen ist zudem auf Anwendungen für die Sicherheit an Flughäfen spezialisiert.
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