Gedenken an die Opfer des Münchner Amoklaufs 2016 Foto: © Von Guido van Nispen - https://www.flickr.com/photos/vannispen/28715089696/, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=50975981

Die Vernachlässigung des virtuellen Raums

Erkenntnisse aus dem Münchener Rechtsterrorismus vom 22. Juli 20161

Von Florian Hartleb

Meines Erachtens ist eindeutig, warum das Attentat vom 22. Juli 2016 in München als Rechtsterrorismus und entgegen der Behördeneinschätzung nicht als unpolitischer Amoklauf zu werten ist.2 Als Gutachter der Stadt München hatte ich Zugang zu den Ermittlungsakten. Wer sich die Äußerungen Sonbolys gesammelt anschaut und im politischen Kontext sieht, kann unweigerlich nur ein rechtsextremistisches Denken bzw. Weltbild erkennen:

 

  • Stolz, ein Arier und Deutscher zu sein (hier unter Einbeziehung des persischen Ariergedankens);
  • exzessiver-explosiver Hass gegenüber ethnischen Gruppen (Türken als “Kakerlaken”, Albaner, Bosnier);
  • Sendungsbewusstsein und Narzissmus (Rettung des “Vaterlandes” Münchens vor „Überfremdung“ auch mit Blick des Flüchtlingszuzugs im Herbst/Winter 2015; Rolle als “Erlöser”; “München als Zukunft Deutschlands”; “Anschläge für mein Land, für Deutschland”);
  • „Kampf“ als Daseinsprinzip;
  • Bezug zum Nationalsozialismus in den Klinikäußerungen;
  • Denken in Verschwörungstheorien (“Freimauer und Illuminaten als Gegner der Anschläge”).
  • Befürworter von Gewalt und Zerstörung (mit dem Rechtsterroristen “Breivik” und Amokläufern als “Vorbilder”);
  • ideologische Motive bei der Opferauswahl (etwa militanter Türkenhass).

 

Sonboly war kein klassischer Amokläufer, der sich an ehemaligen Mitschülern oder Lehrern rächen wollte, sondern jemand, der es aus politischen Motiven auf Das McDonald’s-Restaurant gegenüber dem Haupteingang des OEZ
Foto: © Von Stefan Wust - Eigenes Werk (Originaltext: eigene Aufnahme), Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=50291944
bestimmte Menschen abgesehen hatte. Nun hat der Fall David Sonboly eine weitere Wendung bekommen, auf die ich bei meinen internationalen Recherchen stieß. Verblüfft nahm ich im April 2018 einen frei verfügbaren Artikel in den US-Medien zur Kenntnis, die ganz neue Kontakte von Sonboly enthüllte, und den ich umgehend an das Bayerische Landeskriminalamt (BLKA) weiterleitete. Die Behörde wusste von der öffentlich zugänglichen Information scheinbar nichts oder gab es mir gegenüber vor. So informierte ich, über das offenkundige Desinteresse verwundert, investigative Journalisten über diese frei zugänglichen Fakten, die nach weiteren Recherchen eine Existenz von geistigen Zwillingen mit ähnlicher Weltsicht und Tatabsicht nahelegten. Einer dieser Journalisten war Christian Bergmann, der unter anderem für „ARD Fakt“ arbeitet. Er fand schnell heraus, was der Artikel präjudizierte: Sonboly war mit einem Gleichgesinnten aus Deutschland Teil eines virtuellen Netzwerks von potentiellen Massenmördern. Als Schlüsselfigur darin fungierte der 21-jährige William Atchison, der im Dezember 2017 in Aztek, New Mexiko ein Schulattentat verübte, zwei Studierende ermordete und sich dann, wie beabsichtigt, selbst richtete. Die beiden standen im Online-Kontakt, kommunizierten über die Plattform „Steam”, wie ein Sheriff zu Protokoll gab.3

 Anti-Refugee-Club auf Steam

In einem Forum namens „Anti-Refugee-Club“, auf einer Gaming-Plattform tauschten sie rechtsextremistische und rassistische Inhalte, Amok- und Attentatsfantasien sowie globale Tötungslisten aus. Sonboly war Teil der virtuellen Gemeinschaft, als er sich dem „Anti-Refugee-Club“ anschloss, der vor einer muslimischen Invasion in Europa und Deutschland warnte und zum Zeitpunkt der Tat 261 Mitglieder hatte. Auslöser war offenbar die Silvesternacht in Köln. Die Inhaltsbeschreibung machte auch den gefakten Fall „Lisa“ zum Thema, bei dem angeblich ein russlanddeutsches Mädchen von einem Flüchtling vergewaltigt worden war, was sich im Nachhinein als Fehlinformation herausstellte. Die Gruppe gründete sich offenbar als Reaktion auf die Silvesternacht in Pressekonferenz in Köln am 5. Januar, Oberbürgermeisterin Henriette Reker (links), Polizeipräsident Wolfgang Albers (Mitte)
Foto: © Von © Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons), CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=46139009
Köln 2015/16. Die Eigenbeschreibung der Gruppe lautet: „Europa hat den Fehler gemacht, Parasiten, die als ‚muslimische Flüchtlinge’ reinzulassen. Seit der Ankunft dieser Migranten herrscht in Europa Chaos, und eine große Mehrheit an Europäer gehört zu den ‚Cucks’4, also ist kopfgewaschen und medial manipuliert mit Sympathien für diese Parasiten. Bleibt es bei dieser Masseninvasion, ist das Europa, wie wir es kennen, zerstört. Wie wir es während der Attacken in Paris 2015 sehen mussten, sind diese Einwanderer leicht in der Lage, zu Massenmördern zu werden und ein Massaker auszulösen, dem hunderte Unschuldige zum Opfer fallen.“5 Im realen Leben wären zahlreiche der gemachten Äußerungen strafbar, etwa die dort grassierende Holocaustleugnung und die Verbindung mit der feindlichen Haltung gegenüber Flüchtlingen („damals habt ihr Deutschen es auch hinbekommen“). Es gab ein Gruppenmitglied, das sich „Gruppenführer SS” nannte oder einen Kommentar mit der Überschrift „Viertes Reich, wann.“ Der Inhalt passt zu den Äußerungen, die David Sonboly etwa am 1. Januar 2016 in einem Chat äußerte. Er lamentierte, „wenn man nachdenkt, haben wir den Terroristen einen Freifahrtschein nach Deutschland gegeben.“6 Nach den Morden von David Sonboly im Münchner OEZ feierte Atchison den Attentäter. Der US-Amerikaner, ein bekennender Rassist, sorgte dafür, dass Sonboly in einer virtuellen Ahnengalerie, die Wikipedia ähnelt, als Held verewigt wurde (er wurde zudem auf Steam zum „Ehrenspieler“ ernannt).7 Das verwundert nicht: Einzeltäter werden trotz nachgewiesener sozialer Störungen in solchen Foren großgemacht und überhöht.

Das Bannenberg-Gutachten

Ein spätes Gutachten8 mit dem Bayerischen Landeskriminalamt als Auftraggeber sollte vor und während dieser Wendung im Fall das Narrativ retten. Die Amoklaufforscherin Britta Bannenberg ging so weit, David S. explizit nicht als rechtsextrem zu bezeichnen, sondern als Amokläufer. Amok meint ihr zufolge „eine spontane und unvorhersehbare Raserei.”9 Angeblich war ein vor Jahren erlittener Liebeskummer tatauslösend – ein neues, abstrus wirkendes Tatmotiv.10 In ihrer Analyse steht: „Der Täter war weder auf rechtsextremistischen Internetseiten, noch in einschlägigen Foren aktiv, schon gar nicht hat er Kontakt zu rechten Gruppen gesucht, schon deshalb, weil er niemals eine Gruppentat im Sinn hatte. Seine Persönlichkeit war immer einzelgängerisch und seine Tatplanung dementsprechend auf eine Einzeltat gerichtet. Allein auf die rechtsextremistische Thematik abzustellen, wäre hier aber deutlich zu kurz gegriffen.“11

Die Irritationen haben sich durch das Gutachten noch einmal verstärkt. Sie sorgen dafür, dass die bayerische Staatsregierung auf einstimmigen Beschluss des Innenausschusses im Landtag hin die bisherigen Einschätzungen überdenken muss.12 Nach wie vor herrscht gemäß einer Salamitaktik aber wenig Aufklärung. Die bayerische Staatsregierung bittet das Parlament um Geduld und Aufschub, verlängerte mit spärlichen Informationen die Vorlage eines Abschlussberichts. Die neuen Erkenntnisse mit der Spur in die USA ließen eine Bewertung unmöglich erscheinen.13Im Netzwerk spielte der 15-jährige David F. eine bedeutsame Rolle, der nach der Tat von München sogar mehrere Accounts von David Sonboly auf Steam übernahm. Offenbar konnte man einen weiteren Anschlag von F. nur knapp vereiteln. Die Polizei fand in seiner Wohnung unter anderem eine taktische Einsatzweste, Fluchtpläne eines Gymnasiums, 350 Schuss Kleinkalibermunition, zahlreiche Messer und Dolche, Maskierungsmittel, Notizen und Zeichnungen mit Amok-Bezügen gefunden. Außerdem konnten im Keller Chemikalien und Gegenstände zur Fertigung von Sprengsätzen und Rohrbomben aufgefunden werden. In Baden-Württemberg flog im Kontext der Ermittlungen auch ein anderer potenzieller Amokläufer auf, der mit David F. Bomben baute, die nicht detonationsfähig waren, und einen Anschlag vorbereitete. David F. hat offenbar gesehen, dass sich Atchison für Amokläufe interessiert. Er fragte ihn, ob er andere potentielle Massenmörder in Deutschland kenne, worauf dieser ihn auf den Münchener verwies.14 Der US-Amerikaner, der viele Accounts hatte und diverse Foren administrierte, sorgte auch für Sonbolys Eintrag in eine virtuelle Ahnengalerie von rechten Attentätern. Der Club bestand bis September 2017 weiter, also lange nach dem Fanal von München.

Dem Hinweis von David F. auf den Strippenzieher in den USA, Atchison, der ihn mit Sonboly zusammenführte, gingen das Landeskriminalamt Stuttgart bzw. als Dienstgebäude des bayerischen LKA am Marsplatz, München
Foto: © Von Rufus46 - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=7401066
federführende Behörde das Landeskriminalamt München nicht nach. Die Behörden sehen David F. nicht als Mitwisser,15 obwohl die vom Bayerischen LKA eingesetzte Gutachterin Britta Bannenberg das anders sieht.16 Offenbar sind die Ermittler nicht in der neuen Realität angekommen. Immerhin bot David F. Sonboly an, ein mögliches Manifest zu verbreiten („ich habe ihm extra noch gesagt, er soll es mir schicken, weil sowas sonst zurückgehalten wird“).17 Dass sich auf Steam solch ein Netzwerk verbergen könnte, wurde offenbar nicht einmal in Erwägung gezogen. Mit fatalen Folgen. Die Umfeldanalyse bezog sich konservativ auf den realen, nicht progressiv auf den eigentlich entscheidenden virtuellen Raum. Dort wäre man schnell fündig geworden, was rechte Gesinnungsgenossen anbetrifft: Atchison hatte einschlägige neonationalsozialistische Tätowierungen auf seinem Körper, glaubte an die Überlegenheit der weißen Rasse und zeigte sich von Donald Trump begeistert.18 Auch hier ist es also falsch, ihn als unpolitischen Amokläufer zu bewerten. Bei der Vorbereitung der konkreten Tat von David Sonboly zeigen sich neue Muster des Einsamen-Wolf-Terrorismus, die den letzten Schritt hin zur Ausführung der Tat vereinfachen. Eine Pistole und größere Mengen an Munition besorgte sich Sonboly nämlich im Darknet, wo er mit Bitcoin bezahlte. Zunächst schien der Glock-Interessent auf mehrere Betrüger gestoßen zu sein. Schließlich fand er jedoch einen rechtsextremistischen Waffenhändler, Philipp Körber.19 Beide haben sich persönlich zweimal jeweils etwa drei Stunden in Marburg getroffen (so genannte “Real-Life-Treffen”). Sonboly schimpfte bei beiden Treffen über Ausländer. Er teilte mit, dass er sich an Türken rächen wolle, die sein Auto zerkratzt hätten und sagte Körber sogar, dass er ein paar „Kanacken“ abknallen werde. Beide verband ein rechtsextremistischer Hintergrund sowie eine Terrorismus-Affinität. Tat in München.20

Die Waffenlieferung an Sonboly hätte dennoch verhindert werden können. Ein verdeckter Beamter des Zollkriminalamts stand in Kontakt mit Sonbolys Pseudonym „Maurächer”. Etwa ein Jahr lang suchte Sonboly im Darknet nach einer Waffe. Sein Ziel war, die Waffe zu erwerben, die auch Breivik benutzt hatte. Der Ermittler wurde auf Sonboly aufmerksam. Er hatte auch Kontakt zum Waffenhändler Körber und wohl Zugang zur Nachricht von Sonboly an „Erich Hartmann“: „Könntest Du an eine Glock 17 mit 2 Magazinen und 150 Schuss rankommen?“ Diese konkrete Anfrage hätte ein Alarmsignal sein können. Schließlich fand Sonboly in Körber einen Lieferanten – mit tödlichen Folgen.21 Dabei hat das Zollfahndungsamt Frankfurt einen ziemlich genauen Überblick über den illegalen Handel im Darknet. Die Zahl der verdeckt ermittelnden Beamten und Zuträger ist hoch. Dennoch gab es zum Zeitpunkt des Falls „Sonboly” keine Dienstanweisungen, wie bei Vorgängen wie dem Kauf bzw. Verkauf einer Waffe vorgegangen werden sollte. Körber konnte schließlich gefasst werden. Dennoch besteht kein Grund zur Entwarnung: Um Körber waren bundesweit zahlreiche Waffennarren versammelt, auch aus dem Reichsbürgermilieu, einige mit rassistischem Hintergrund. Körber sagte aus, dass fast alle seiner Kunden Waffen kauften, weil sie Angst vor Einbrechern und Flüchtlingen hätten. Dieser Herd an potentiellen rechtsextremistischen Tätern ist bis heute unentdeckt. Das gilt auch und gerade für die Plattform Steam.

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Es war einfach, die Chatclubs auf der Spieleplattform Steam nachzuvollziehen, die einstigen Propagandaforen (wie einen Club, der sich explizit gegen die Flüchtlinge wandte) zu konstruieren und einstige Gesprächspartner anzuchatten.22 Die Überraschung der Staatsanwaltschaft München ob dieser neuen Wendung verwundert. Im Prozess gegen den Waffenhändler, der Sonboly die Tatwaffe verkaufte, wurde mehrmals Beweisanträge zu Steam gestellt, die abgelehnt wurden. Immerhin gab es konkrete Hinweise durch einen Zeugen. Pikant ist, dass im März 2017 die Ermittlungen im Fall David S. offiziell abgeschlossen wurden, alle Spuren waren nach den Aussagen der Behörden gründlich überprüft. Gut 60 Ermittler der Sonderkommission OEZ werteten rund 1750 Hinweise aus und sichten mehr als 1000 Dateien.23 Dennoch blieb das virtuelle Netzwerk unerkannt.

Luftbild des Bundeskriminalamts Wiesbaden, Liegenschaft Tränkweg
Foto: © Von Wo st 01 / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1181391
Ebenso heikel: Das BKA wusste ab dem 9. Dezember 2017, also vor meinem Fund, von der Verbindung zwischen Atchison und Sonboly. Nach eigener Auskunft des BKA wurde das LKA Bayern aber erst am 14. Juni 2018 davon unterrichtet24, obwohl es federführend ermittelte. Die fehlende Weitergabe mitsamt dem mangelnden Informationsabgleich verwundert, „begleitete und unterstützte” das Bundeskriminalamt doch „auf Ersuchen die zuständige Bayerische Polizei in seiner Zentralstelle. Dies beinhaltete die Koordinierung und Steuerung des kriminalpolizeilichen Informationsaustausches mit dem Ausland”.25 Dieses behördeninterne Versagen entlarvt auch die Legende von der angeblich so akkuraten deutschen Verwaltung. So stellt sich nun öffentlich die Frage, ob die These vom Amoklauf weiter aufrechtzuerhalten werden kann oder die Tat nicht als Ausfluss eines virtuellen Terrornetzwerks gedacht werden muss.26

Vernetzung neu denken

Das US-amerikanische FBI (Federal Bureau of Investigation) wiederum führte im März 2016 in New Mexico, vier Monate vor dem Anschlag in München, bei Atchison eine Hausdurchsuchung durch, weil er sich im Netz eine Waffe beschaffen wollte. Die Behörde fand keine Waffe und kam zu dem Schluss, Atichson sei ein harmloser „Online-Troll”. Die Folge: Der US-Amerikaner blieb seitdem unter dem Radar der Behörden. Zu diesem Zeitpunkt muss er mit Sonboly bereits im Online-Kontakt gestanden haben. Davon erfuhren deutsche Ermittler auch nichts. Dort waren also zahlreiche mögliche Massenmörder aktiv, darunter der Moderator der Gruppe, Atchison, der sich dort „Eldigato“ nannte. Die ermittelnden Behörden denken nach wie vor, es handle sich bei derartigen Plattformen hauptsächlich um „Internet-Pseudonyme”, mit denen man wenig anfangen könnte. Es stimmt, dass Nutzer sich bei „Steam“ anmelden können, ohne persönliche Daten zu hinterlassen: Ein Nickname und eine Wegwerf-E-Mail reichen, um auf der Plattform mit zu diskutieren. Doch wer hinter einem Nicknamen steckt, lässt sich mithilfe der IP-Adresse über eine einfache Abfrage beim Internet-Provider herausfinden. Solange ein User keine Tools zur IP-Verschleierung benutzt, sollte es für Strafverfolger keine große Schwierigkeit bedeuten, die Identität eines Steam-Nutzers herauszufinden. Nun scheint das Bayerische Staatsministerium für Justiz auf die Versäumnisse im Fall Sonboly zu reagieren, wie aus einer Pressemitteilung vom Juni hervorgeht – mit der Gründung von zwei Einheiten, die Zentralstelle Cybercrime Bayern (ZCB) bei der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg und die Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus (ZET) bei der Generalstaatsanwaltschaft München. Bedarf besteht: Immerhin wurden im Prozess gegen den Waffenhändler Philipp Körber drei gestellte Beweisanträge der Hinterbliebenen-Vertreter Yavuz Narin und Claudia Neher, die sich auf mögliche Verbindungen, etwa Mitwisser auf der Plattform „Steam“ bezogen, abgelehnt. Im Prozess ging es um die operative Ebene, weshalb allein fahrlässige Tötung zur Debatte stand.

Ein weiteres Problem: Aus Kommerzinteressen wird terroristischen Aktivitäten kein Riegel vorgeschoben. Auf „Steam“ können potenzielle Terroristen immer noch weitgehend unbeobachtet agieren. Unter Hundertausenden von Spielern, die jeden Tag allein Counterstrike spielen, können sie sich leicht verbergen. Während der Games sind Text- und Voicechats möglich – eine ideale Plattform, sich kennenzulernen. Ermittler können die schwarzen Schafe nur schwer ausfindig machen. Am effizientesten scheint es, wenn Spieler untereinander Verstöße melden, Ihnen aggressives, hasserfülltes Verhalten auffällt. In Deutschland ist Anfang des Jahres das sogenannte Netzwerkdurchsetzungsgesetz (NetzDG) in Kraft getreten. Es schreibt vor, dass Online-Plattformen wie Facebook klar strafbare Inhalte binnen 24 Stunden nach einem Hinweis löschen müssen – und in weniger eindeutigen Fällen eine Woche Zeit haben. Bei Verstößen drohen Strafen von bis zu 50 Millionen Euro. Wenn die Netzwerke nicht schnell genug reagieren, können sich die User beim Bundesamt für Justiz beschweren. Computer- und Videospiele fallen aber nicht unter das Gesetz, weshalb die Wirksamkeit begrenzt sein dürfte. Offenbar durch die Lobby der Spieleindustrie wurden Online-Spiele nach dem ersten Gesetzesentwurf ausgenommen. Der Fokus auf Facebook und Twitter wirkt angesichts dieser Bedrohungslage – ungeschützter Austausch auf „Steam“ – ohnehin antiquiert.

Onlinespiele als Plattformen für Kriminelle, speziell Terroristen, zu sehen, sind als Thema in den sicherheitspolitischen Debatten bisher kaum präsent. Sie sind Das J. Edgar Hoover Building in Washington, D.C., Zentrale des FBI
Foto: © Von Brunswyk - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=20359850
interessante Vehikel, da sie intensive Kommunikation ermöglichen. Ermittlungen haben sie anders als etwa Smartphones nicht im Fokus. Warum die bayerischen Sonderermittler der SOKO OEZ, die mit der Aufarbeitung des Attentats betraut wurde, von den virtuellen Aktivitäten eines Sonbolys nur wenig mitbekamen, bleibt ein Rätsel. Zwar stellten die Behörden kurz nach dem Attentat von München eine Anfrage bei Valve, dem Betreiber der „Steam“-Plattform, und besorgten sich Profile, Chat-Inhalte und IP-Adressen. Doch wirklich nützliche Erkenntnisse konnten sie nicht daraus ziehen.

Vor allem können Spaß und Ernst nur schwer, kaum trennscharf auseinandergehalten werden. Die Sprache ist voller Satire und mit eigenen Codes getarnt, die durchaus auch harmlos sein können. Ein Beispiel ist der sogenannte Paedobear, auf Deutsch Pädobär (sein Name setzt sich zusammen aus Pedophile und Bear), der neben jedem Opfer auf der Seite über Sonboly auftauchte, diese verhöhnen sollte. In einschlägigen Kreisen hat dieser Bär eine hohe Popularität, gilt als Internetphänomen. Er wird in Foren gepostet, die lustig, seltsam oder gruselig erscheinen sollen. Auch wird der Bär durch die Vieldeutigkeit genutzt, um sich mit „Ironie“ gegenüber Sicherheitsmaßnahmen zu wehren. Er dient gerade – wie bei dem heroisierenden Nachruf für Sonboly – zum Spott, wenn etwa der Bär verkleidet als Papst auf einem T-Shirt zu sehen ist. Die Botschaft sollte lauten, Missbrauchsfälle innerhalb der Kirche anzuprangern. Hier stimmt besonders bedenklich, dass eine derartige virtuelle Ahnengalerie, obwohl halböffentlich, scheinbar unbemerkt entstehen und zu einem Wikipedia-ähnlichen Lexikon ausgebaut werden konnte.

Dieser Fall zeigt allzu deutlich auf: Die ermittelnden Behörden denken nach wie vor, es handle sich bei Usern von derartigen Plattformen hauptsächlich um „Internet-Pseudonyme”, mit denen man wenig anfangen könne. Es stimmt, dass Nutzer sich bei Steam anmelden können, ohne persönliche Daten zu hinterlassen: Ein Nickname und eine Wegwerf-E-Mail reichen, um auf der Plattform mitzudiskutieren. Doch wer hinter einem Nicknamen steckt, lässt sich mithilfe der IP-Adresse über eine einfache Abfrage beim Internet-Provider herausfinden. Solange ein User keine Tools zur IP-Verschleierung benutzt, sollte es für Strafverfolger folglich keine große Schwierigkeit sein, die Identität eines Steam-Nutzers herauszufinden.27

Aus Kommerzinteressen wird terroristischen Aktivitäten kein Riegel vorgeschoben. Auf Steam können potentielle Terroristen immer noch weitgehend ungeschützt agieren. Unter hunderttausenden von Spielern, die jeden Tag allein Counterstrike spielen, können sie sich leicht verbergen. Während der Games sind Text- und Voicechats möglich – eine ideale Plattform, um sich kennenzulernen. Ermittler können die schwarzen Schafe nur schwer ausfindig machen. Am effizientesten scheint es daher, wenn Spieler untereinander Verstöße melden könnten, wenn ihnen aggressives, hasserfülltes Verhalten auffällt.

Wer den laschen Umgang mit der mächtigen Video- und Gamingindustrie betrachtet, erkennt, dass die Gefahr weder erkannt noch gebannt ist. Längst existiert eine globale Online-Subkultur, die höchst interaktiv ist und über nationale Grenzen hinweg agiert. Die Aktivisten müssen dabei nicht das eigene Zimmer verlassen, in den Krieg ziehen oder im Untergrund leben. Ein Computer und ein Internetzugang reichen ihnen aus. Dies gilt es in Zukunft zu beachten. Auch die Branche selbst ignoriert die politische Bedrohungslage. Felix Falk, Geschäftsführer von GAME, der Verband der deutschen Videospielbranche, sieht keine Gefahr dafür, dass Spiele ungewollt zum Vehikel für Radikalisierung werden. Beim Austausch der Spieler untereinander handle es sich um Absprachen, nicht um politische Debatten. Außerdem gebe es nur wenige Spiele, in denen man einander schreiben könne. Und bei denen würde die Kommunikation „in der Regel durch Moderatoren begleitet und kontrolliert.“28 Auf meine konkreten Nachfragen hin zu den Enthüllungen um Sonboly und Atchison bekräftigte Falk, dass auf Steam keine „für die Bevölkerung meinungsrelevanten Debatten stattfinden“ würden.29 Es besteht definitiv Bedarf, hier einzuschreiten. Sonboly wurde ja wegen seiner aggressiv-rassistischen Äußerungen gemeldet, ohne dass etwas geschehen wäre. Als Nickname nutzte David Sonboly unter anderem den Namen des Winnenden-Amokläufers Tim Kretschmer. Auf Steam schrieb er, „dass er die Wiedergeburt oder der Geist von Tim K. sei und uns alle holen werde.” Das Problem: Auch wer den Massenmörder Kretschmer so offenkundig verehrt, macht sich nicht strafbar. Grundsätzlich sind solche Äußerungen von der Meinungsfreiheit gedeckt. Problematisch wird es erst, wenn konkret die Taten gebilligt werden – und auch dann erst, wenn die „Billigung geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören.”30

Ein Gleichaltriger hatte sogar mit Sonbolys Vater telefoniert und ihn gebeten, Ali solle sich Hilfe suchen.31 Wenn Gleichaltrige schon hellhörig werden und einschreiten wollen, wäre ein funktionierendes Frühwarnsystems hier sicher nützlich gewesen. Die Spieleindustrie nimmt diesen Aspekt jedoch nicht ernst, von politischer wie behördlicher Seite erfolgt wenig Druck. Man sieht an diesem Fall aber sehr deutlich, dass auch Einsame Wölfe Spuren hinterlassen, die man leicht finden kann, wenn man denn danach sucht. Eine Gruppe wie der „Anti-Refugee-Club” ist beileibe kein Einzelfall auf Steam. Eine Suche auf der Plattform nach dem Begriff „Nazi” bringt knapp 18 000 Treffer, nach „Amok” 1500. Wer „Sonboly” eingibt, wird ebenfalls fündig. Drei User trugen im Mai 2018 dieselben Nicknamen, die dieser bei seinen Aktivitäten genutzt hatte. Nicht nur Sonboly und Atchison waren „Brüder im Geiste”, die sich durch ihre Begeisterung für Ballerspiele kennenlernten.32 Eine Steam-Gruppe mit dem Namen „Eldigado is a god” verehrt Atchisons Usernamen. Sie hat im Juli 2018 70 Mitglieder. Wir sollten anfangen, diese Subkultur stärker zu durchdringen – zu unserem Selbstschutz und für eine Fortführung der offenen Gesellschaft auch in der virtuellen Welt. Dazu gehört die Erkenntnis, dass die Globalisierung Schattenseiten hat und einen militanten, rassistisch motivierten Hass revitalisiert. Dabei handelt es sich oft um junge Männer, die selbst mitten in Europa geboren und aufgewachsen sind und sich aus freien Stücken auf einem abseitigen, dunklen Pfad jenseits von den scheinbar stabilen Wegen der bürgerlichen Zivilgesellschaft begeben. Durch die virtuelle Vernetzung sind sie den Ermittlern oft mindestens einen Schritt voraus.

Spätestens hier stellt sich die Frage nach dem Selbstverständnis moderner Gesellschaften, die angehalten sind, feinere Sensoren für narzisstische Muster und rechtsextremistisch motivierte Botschaften zu entwickeln. Es geht nicht um neue Befugnisse wie die Schaffung von Gremien und Fachstellen, sondern um den Erwerb von Kompetenzen: Schließlich sind neue, virtuell vernetzte Tätertypen entstanden, die in der Gesellschaft wie Öffentlichkeit nach wie vor nur sporadisch als Gefahr wahrgenommen werden, einer allgemeinen Gleichgültigkeit geschuldet. Die Behörden meiden die notwendige Debatte darüber, dass neue Pfade beschritten werden müssen, um rechte Gewalt erkennen zu können – wenn man das will. Die restlos verantwortungslose Haltung der Spielindustrie, die das Vorkommen von Rassismus leugnet und in ihren Foren keine für die Gesellschaft relevanten Debatten zu erkennen meint, tut ein Übriges. Das Ignorieren einer gefährlichen Vernetzung auf scheinbar harmlosen Spieleplattformen ist ebenso gefährlich wie die scheinbar gewollte Entpolitisierung der Attacken von Einsamen Wölfen nach dem Motto: „Es soll nicht sein, was nicht sein darf.“

 

Quellen:

1  Dieser Beitrag beruht auf meinem gerade erschienenen Buch Florian Hartleb: Einsame Wölfe. Der neue Terrorismus rechter Einzeltäter, Hoffmann & Campe: Hamburg, 2018.
2  Vgl. Florian Hartleb: Rechtsterrorismus statt Amoklauf. Eine notwendige Neubewertung des Attentats von München am 22. Juli 2016, in: Kriminalistik. Unabhängige Zeitschrift für die kriminalistische Wissenschaft und Praxis, (2017) 12, S. 731-738.
3 Vgl. Farmington Daily Times: „Aztec school shooter reached out to other school shooters, planned killings online”, 20. April 2018, https://www.daily-times.com/story/news/crime/2018/04/17/aztec-high-school-shooting-investigation-william-atchison/513013002/ (abgerufen am 10. August 2018).
4 Cucks, auch Cuckold: Dieser verächtliche Ausdruck bezieht sich gegen liberale Männer, die selbst von ihren Frauen betrogen werden.
5  Originalzitate aus der Steam-Plattform Anti-Refugee-Club. Screenshots liegen dem Autor vor.
6 Zitiert nach Matthias Quent: Hintergründe und Folgen des OEZ-Attentates, Gutachten für die Stadt München im Zuge einer Expertenanhörung, München, Oktober 2017, S. 31.
7 Vgl. Eintrag „Munich Massacre“, https://encyclopediadramatica.rs/Munich_Massacre (abgerufen am 12. April 2018).
8 Dafür spricht etwa die Äußerung: „Bei der Wahl des Tatdatums kann der Jahrestag der Tat in Norwegen nicht geleugnet werden (22.7.2011)” (Britta Bannenberg: Gutachten zum Fall von David S. für das Bayerische Landeskriminalamt, Gießen, Februar 2018). Das wirkt so, als ob etwas geleugnet werden soll, das nicht zu leugnen ist.
9 So Britta Bannenberg: „Amok“, in: Christian Gudehus/Michaela Christ (Hrsg.): Gewalt. Ein interdisziplinäres Handbuch, Stuttgart/Weimar 2013, S. 99.
10 So bereits in einem öffentlichen Vortrag, siehe Gießener Anzeiger, 12. November 2017, S. 14, http://www.giessener-anzeiger.de/lokales/stadt-giessen/nachrichten-giessen/giessen-teilnehmer-informieren-sich-ueber-den-aktuellen-forschungsstand-zum-thema-amoklauf_18310878.htm (abgerufen am 12. August 2018).
11 Vgl. Britta Bannenberg: „Gutachten zum Fall von David S. für das Bayerische Landeskriminalamt“, Gießen, Februar 2018, S. 64. Vgl. zur Kritik am Gutachten auch Ralph Hub: „Rechtsextrem oder nicht? Streit um Todesschützen“, in: Abendzeitung vom 9./10. Juni 2018, S. 6. In der Süddeutschen Zeitung hagelte es ebenfalls Kritik: „Über die wissenschaftliche Qualität des Gutachtens von Bannenberg werden Fachleute vielleicht auch noch diskutieren. An einigen Stellen beschreibt sie die Gedanken des Täters, als würde sie diese kennen. ‘Dass er die Polizeibeamten bat, ihn zu erschießen, hat mit der Angst zu tun, Schmerzen zu erleiden und möglicherweise zu überleben.’ Das sei immer so. ‘Was gegenüber den Opfern an Empathie fehlt, ist an Selbstmitleid bei den feigen Tätern umso stärker ausgeprägt.’” (Ronen Steinke: „Der große Streit über David S.“, in: Süddeutsche Zeitung vom 8. Juni 2018, S. 47).
12 Antrag mit der Drucksachennummer 17/22714, beschlossen am 13. Juni 2018 durch den Innenausschuss im Bayerischen Landtag.
13 Vgl. Schreiben des Bayerischen Innenministeriums an den Landtag, 3. Juli 2018 (Antwort auf den Beschluss des Bayerischen Landtags vom 12. Dezember 2017 betreffend Mordanschlag vom 22. Juli 2016 beim Olympia-Einkaufszentrum in München – Motive und Hintergründe des Täters David S.).
14 Vgl. Sendung MDR ARD Fakt vom 15. Mai 2018, Bericht Christian Bergmann, https://www.mdr.de/investigativ/video-197676_zc-f80c8d3a_zs-0fdb427d.html
15
Vgl. Bayerisches Innenministerium: Antwort auf die Schriftliche Anfrage der Abgeordneten Katharina Schulze (Fraktion der Grünen im Landtag): Mai 2017; Sendung ARD Fakt vom 15. Mai 2018, Bericht Christian Bergmann, https://www.mdr.de/investigativ/video-197676_zc-f80c8d3a_zs-0fdb427d.html
16
Vgl. Britta Bannenberg: Gutachten zum Fall von David S. für das Bayerische Landeskriminalamt, Gießen, Februar 2018, S. 72.
17  Screenshot des Dialogs auf Steam, die dem Autor vorliegen.
18  Daily Beast (2017): “New Mexico School Shooter Had Secret Life on Pro-Trump White-Supremacy Sites”, https://www.thedailybeast.com/new-mexico-school-shooter-had-secret-life-on-pro-trump-white-supremacy-sites (abgerufen am 4. Juli 2018).
19 Im Januar 2018 wurde der gewerbsmäßige Waffenhändler, Verlierertyp wie militanter Rechtsextremist, der keiner Gruppierung angehörte, aber seine Beiträge im Forum mit „Sieg Heil” unterschrieb, durch das Landgericht München wegen fahrlässiger Tötung zu sieben Jahren Haft verurteilt. Es ist das erste Mal, dass ein Darknet-Waffenhändler nicht nur wegen einer verkauften Waffe verurteilt wurde, sondern auch wegen der Tat, die jene ermöglicht hat. Vgl. Martin Bernstein: „Amoklauf – oder Anschlag? (im Fall von David S.). Überblick über die wichtigsten Fragen“, in: Süddeutsche Zeitung, 23./24. September 2017, S. 82.
20 Vgl. „Andreas Förster: Der Waffenhändler aus dem Darknet“, in: Stuttgarter Zeitung vom 27. August 2017, https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.muenchner-amoklauf-prozess-beginnt-der-waffenhaendler-aus-dem-darknet.d9b8dedc-8b22-4a0a-b6a0-5e51640e8769.html
21
Vgl. ARD Fakt: „Zollermittler hatte möglicherweise Hinweis auf Attentatspläne”, Bericht: Christian Bergmann/Marcus Weller, Sendung vom 12. September 2017.
22 Vgl. ARD Fakt, Sendung vom 15. Mai 2018, Bericht: Christian Bergmann, https://www.mdr.de/investigativ/ermittlungsfehler-oez-attentat-muenchen-100.html (abgerufen am 25. Mai 2018).
23  So Martin Bernstein/Susi Wimmer: „Freunde von David S. nun in der Psychiatrie“, in: Süddeutsche Zeitung vom 28. Juli 2016, https://www.sueddeutsche.de/muenchen/nach-amoklauf-in-muenchen-freunde-von-david-s-nun-in-der-psychiatrie-1.3099158
24
Vgl. Antwort der Bundesregierung (Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat) auf die Anfrage der Bundestagsabgeordneten Martina Renner (Die Linke) vom 27. Juni 2018, Verbindungen des Attentäters vom Olympia-Einkaufszentrum in München in die USA, BT Drucksache 19/2246, Antwort auf Frage 82.
25 Vgl. ebd.
26 Vgl. Alexander Kain: „Amoklauf oder Tat eines virtuellen Terror-Netzwerks?“, in: Passauer Neue Presse vom 16. Mai 2018, S. 3.
27 Vgl. Daniel Mützel: „Amokläufer vernetzen sich auf weltgrößter Gaming-Seite – Polizei und Betreiber ignorieren das Problem“, in: Motherboard Vice vom 27. Juni 2018, https://motherboard.vice.com/de/article/xwmjnw/amoklaeufer-auf-steam-polizei-und-betreiber-ignorieren-problem-david-s-muenchen-attentat
28
Zitiert nach Christina Brause: „Die wollen doch nur spielen“, in: Die Welt vom 6. Februar 2018, https://www.welt.de/print/welt_kompakt/webwelt/article173237989/Die-wollen-doch-nur-spielen.html
29
 E-Mail am 18. Juli 2018 an den Autor durch Martin Pupper, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit.
30 Markus Böhm/Angela Gruber, Angela: „Amok-Kult. Wie junge Menschen Gewalttätern im Netz huldigen“, in: Spiegel online, 2. August 2016, http://www.spiegel.de/netzwelt/web/amoklauf-kult-im-internet-wie-junge-menschen-amoklaeufern-huldigen-a-1105693.html
31
Britta Bannenberg: Gutachten zum Fall von David S. für das Bayerische Landeskriminalamt, Gießen, Februar 2018, S. 54.
32 Vgl. Martin Bernstein: Das Netzwerk der Todesschützen. Hasstiraden und Massenmord-Pläne: Über eine Internet-Plattform tauschten sich der OEZ-Attentäter mit einem Amerikaner aus, der zwei Schüler ermordete, in: Süddeutsche Zeitung vom 15. Mai 2018, S. 30.

 

Über den Autor
Dr. Florian Hartleb
Autor: Dr. Florian Hartleb
Dr. Florian Hartleb (geb. 1979 in Passau) studierte zunächst Politikwissenschaft, Rechtswissenschaft und Psychologie in Passau, bevor er 2004 an der Technischen Universität Chemnitz zum Thema Links- und Rechtsextremismus promovierte und mit “summa cum laude” abschloss. Seitdem arbeitet er mit vielen verschiedenen Organisationen und Administrationen zusammen. So war er Pressereferent im Bundestag, beriet das Bundespräsidialamt und das Europäische Parlament. Im Rahmen des Attentats am Olympiazentrum in München erstellte er ein Gutachten für die Stadt München und wies die rechtsextremistischen Hintergründe der Tat nach. Als Experte war er bei der ARD, dem ZDF und vielen weiteren zu Gast. Gerade erschien von Ihm das Sachbuch "Einsame Wölfe. Der neue Terrorismus rechter Einzeltäter (Hoffmann und Campe).