Reste des zerstörten World Trade Centers am 11. September 2001. Ein New Yorker Feuerwehrmann fordert 10 weitere Bergungshelfer an, damit sie sich durch die Trümmer kämpfen.
Foto: © U.S. Navy Photo by Journalist 1st Class Preston Keres/wikimedia

Was Terroristen wollen

Von Florian Peil

Nach jedem Terroranschlag in Europa oder Nordamerika beginnt das Schauspiel von Neuem: Aufnahmen von Tod und Zerstörung flackern über die Bildschirme, und atemlose Moderatoren führen durch eilends anberaumte Sondersendungen. In der Phase unmittelbar nach einem Anschlag ist der Ton der Berichterstattung oft hysterisch, und in den sozialen Medien wuchern Gerüchte und Verschwörungstheorien. Die Terroristen reiben sich bei diesem Spektakel die Hände: Der auf einen Anschlag folgende Aufschrei der Medien ist ein wesentlicher Teil ihres Plans.

Denn Art und Umfang der Berichterstattung entscheiden maßgeblich über das Gelingen ihrer Tat: Je größer die Aufmerksamkeit, desto erfolgreicher ist ein Anschlag aus Sicht der Terroristen. Tatsächlich verfolgen Terroristen mit einem Anschlag eine Reihe von Zielen; das Töten unschuldiger Menschen ist da bei nur ein Mittel zum Zweck.

Wie das Beispiel zeigt, kalkulieren Terroristen bei der Planung eines Anschlags die anschließende Berichterstattung bereits mit ein. Aus Sicht der Terroristen bemisst sich der Erfolg eines Anschlags heutzutage vor allem an seiner medialen Verbreitung. Überspitzt formuliert: Für Terroristen ist Sendezeit wichtiger als die Zahl der Opfer. Denn dank der Massenmedien können auch kleine Anschläge durch eine geschickte Inszenierung eine große Wirkung entfalten. Die Verbreitung der Bilder eines Terroranschlags durch die Massenmedien ist also ein essenzieller Teil des Plans und des terroristischen Kalküls: Die Terroristen wissen, dass es eine allzeit bereite Maschinerie gibt, die ihnen ihr Material bereitwillig abnimmt und verarbeitet. Und sie wissen diese Maschinerie der Medien zu nutzen und zu manipulieren, indem sie ihre Terroranschläge mediengerecht inszenieren. Terroristen und Massenmedien leben somit in einer Symbiose. Beide profitieren voneinander, da sie die stete Suche nach größtmöglicher Aufmerksamkeit gemeinsam haben.

Das Dilemma der Medien

Die Medien, allen voran das Fernsehen, stecken bei der Berichterstattung über Terroranschläge in einer Zwickmühle: Einerseits haben sie die Aufgabe, ihre Leser oder Zuschauer zu informieren, und dies möglichst wahrheitsgetreu und objektiv. Auf der anderen Seite spielen sie mit den blutigen Bildern der Anschläge den Terroristen in Unser Beitrag ist im Wesentlichen dem empfehlenswerten Sachbuch „Terrorismus – wie wir uns schützen können“ entnommen, erschienen im Murmann Verlag Hamburg, ISBN 978-3-86774-559-8, 12,00 €. die Hände. Die Berichterstattung über Terroranschläge ist da mit eine ständige Gratwanderung zwischen der Verpflichtung zur Information und der Gefahr, zu Erfüllungsgehilfen der Terroristen zu werden. Journalisten müssen deswegen immer wieder infrage stellen und diskutieren, ob und inwieweit sie Bilder der Anschläge zeigen, wie sie diese kommentieren und ob sie nicht die von den Terroristen gewünschten Bilder durch eigene Recherchen relativieren können. Diese Aufgabe lösen die unterschiedlichen Medien unterschiedlich gut: Die Breaking News oder Eilmeldungen mit ihrer atemlosen und mitunter etwas hysterischen Live-Berichterstattung stehen einer ausgewogenen Berichterstattung gegenüber, die ausgewählte Bilder zwar zeigt, diese aber entsprechend kommentiert, einordnet und durch eigene Recherchen ergänzt. Auf der einen Seite dominieren Spekulationen und Gerüchte, auf der anderen Recherche und Analyse. Die einen sind schnell, die anderen langsam. Der Filter der einen ist grob, die anderen bemühen sich um einen feineren Filter. Ein Beispiel für den überlegten Umgang mit brutalen Bildern lieferte das heute-journal im ZDF im September 2014, als der IS mit dem Journalisten Steven Sotlof eine weitere seiner Geiseln vor laufender Kamera enthauptet hatte. Moderator Claus Kleber kommentierte dies so: „Heute veröffentlichte die Terrorgruppe Islamischer Staat ein Video wohl von der Enthauptung eines zweiten amerikanischen Journalisten, den sie in Geiselhaft hatten. Damit ist zu den Fakten alles gesagt. Wir sehen dieses Mal keinen journalistischen Grund, Ihnen auch noch Bilder dazu zu zeigen.“

Claus Kleber, Nachrichtenmann des ZDF, war mit seiner Berichterstattung über Terrorismus beispielgebend für seine Zunft.
Foto: © Olaf Kosinsky / Wikipedia
Damit hatte Kleber ein Zeichen gesetzt und indirekt zu einem verantwortungsvollen Umgang mit den brutalen Bildern des Terrors aufgerufen. Leider lässt sich der Verzicht auf Bilder im Fernsehen nicht beliebig oft wieder holen, denn wenn die Bilder in einer Berichterstattung fehlen, wandern die Zuschauer ab und suchen sich die Bilder anderswo. Besonders die sozialen Medien haben in vielen Bereichen den traditionellen Medien den Rang abgelaufen und sie als Informationsquelle abgelöst. Denn in den sozialen Netzwerken gibt es Informationen in Echt zeit und ungefiltert. Gerade brutale Bilder können das Internet zeitweilig geradezu fluten. Man kann diesen Bildern kaum mehr entkommen – und dafür sind viele von uns verantwortlich. Die Medien-Experten der Dschihadisten wissen diese Lust am Bild für sich zu nutzen. Sie sind Meister der Propaganda und haben die Inszenierung von Terroranschlägen, Enthauptungen und Hinrichtungen praktisch zu einer Kunstform erhoben. Ihre Videos werden von mehreren Kameras mit hoher Auflösung und unterschiedlichen Perspektiven aufgenommen und durch geschickte Schnitte bearbeitet. Die Unterlegung mit dschihadistischen Kampfgesängen und eine effektive Dramaturgie machen die Videos so wirkungsvoll, dass sich der Zuschauer kaum abwenden kann. Ihre Inszenierungen sind eine Pornographie des Terrors.

Tod in Echtzeit

Am Abend des 14. Juni 2016 lauerte Larossi Abballa in der französischen Stadt Magnanville nahe Paris dem Polizisten Jean-Baptiste Salvaing vor dessen Haus auf und tötete ihn mit einem Messer. Dann brach er in das Haus ein und schnitt der Frau des Polizisten die Kehle durch. Anschließend filmte sich der 25 Jahre alte Franzose marokkanischer Abstammung im Haus seiner Opfer dabei, wie er seinen Treueid gegenüber dem Islamischen Staat und seine Motivation für die Tat erklärte. Sein Video vom Tatort lud er live bei Facebook hoch. Abballa wurde kurz darauf von einem Sondereinsatzkommando der französischen Polizei erschossen. Der IS veröffentlichte nach seinem Tod eine bearbeitete Fassung des Videos über seine Amaq-Medienstelle auf dem Videokanal YouTube. Der Anschlag von Magnanville ist deshalb bemerkenswert, weil ein Terrorist zum ersten Mal in der Geschichten des Terrorismus live vom Tatort sendete, wenn auch nicht die Der koschere Supermarkt in Paris nach der Geiselnahme am 9. Januar 2015.
Foto: © JJ Georges/wikimedia
Tat selber. Das hatte mehr als ein Jahr zuvor bereits Amedy Coulibaly versucht. Der 32 Jahre alte Franzose malischer Abstammung stürmte gegen Mittag des 9. Januar 2015 einen koscheren Supermarkt in Paris. Er schoss zunächst wild um sich und tötete dabei drei Menschen. Die übrigen Anwesenden nahm er als Geiseln. Eine der Geiseln tötete Coulibaly später. Sein Morden hatte er mit einer kleinen Videokamera aufgenommen, die er sich um den Bauch gebunden hatte. Aussagen von Ermittlern zufolge versuchte er erfolglos, das sieben Minuten lange Video aus dem Supermarkt heraus zu verschicken. Vieles spricht dafür, dass es Coulibaly aufgrund von Verbindungsproblemen nicht gelungen ist, die Aufnahmen per Mail an einen Helfer zu verschicken. Doch was Coulibaly nicht gelang, wird anderen gelingen. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis Terroristen ihr Morden live ins Internet übertragen. Die entsprechende Technologie existiert bereits. Kleine und robuste, dabei hochauflösende Kameras, die sich an Helm oder Körper tragen lassen, ermöglichen ungefilterte Bilder. Bislang werden diese Kameras vor allem im Sportbereich eingesetzt. Doch auch für Terroristen ist diese Möglichkeit besonders interessant, denn die düstere Faszination des Mordens wird ohne Zweifel für die erwünschte Aufmerksamkeit sorgen. Damit ist eine weitere Stufe im Kampf um Aufmerksamkeit erklommen, der sich von immer brutaleren Bildern hin zu immer aktuelleren entwickelt. Der Vorteil für die Terroristen besteht darin, dass auf diese Weise auch kleine Taten große Wirkung entfalten können.

Über den Autor
Florian Peil
Autor: Florian Peil
Florian Peil zählt zu den führenden Terrorismusexperten in Deutschland. Er studierte Islamwissenschaften und war als leitender Mitarbeiter einer Sicherheitsbehörde im Bereich Terrorismusabwehr tätig. Er spricht arabisch und berät heute Unternehmen, die in Nahost und Nordafrika tätig sind. Aufgrund seiner jahrelangen Erfahrungen in diesen Ländern ist er auch ein gefragter Ansprechpartner der Medien.

Hotel Imperial Marhaba
Foto © Tony Hisgett /Wikimedia

Angriff auf das Imperial Marhaba Hotel

Von Marc Brandner

Lazhar Akremi
Foto © Magharebia/Wikimedia
Auf Grundlage des Abschlussberichts des tunesischen Untersuchungsrichters Lazhar AKREMI und mehrerer Presseartikel wertet dieser Fachartikel den Anschlag auf das Imperial Marhaba Hotel in El-Kantaoui in Tunesien am 26.06.2015 aus.

Hintergrund

Am 26.06.2015 verübte der Tunesier Seifeddine REZGUI einen Anschlag gegen das Imperial Marhaba Hotel in El-Kantaoui, nördlich von Sousse. Das direkt am Meer gelegene Hotel gehörte zur spanischen RUI Gruppe, welche wiederum Teil des TUI Konzerns ist. Das Haus Die große Moschee von Kairouan.
Foto: © Alexandre Moreau, wikimedia
verfügte über 370 Gästezimmer und war zum Zeitpunkt des Anschlags zu ca. 75 Prozent belegt. Unmittelbar neben dem Imperial Marhaba an der Küstenlinie befinden sich südlich das Hotel El Mouradi Palm Marina und nördlich das Club Hotel Bellevue Park. Alle drei Hotels haben eine gemeinsame Zufahrt, welche am ebenfalls benachbarten aber landeinwärts gelegenem Soviva Resort Hotel vorbeiführt. Dem Anschlag auf das Imperial Marhaba ging in Tunesien am 18.03.2015 ein Anschlag gegen das Bardo Museum in Tunis mit 21 Toten voraus. Nach dem Museums-Anschlag hatte das britische Foreign and Commonwealth Office (FCO - Außenministerium) wegen der erhöhten Terrorismusgefahr nochmals vor Reisen nach Tunesien gewarnt. Zusätzlich unterstützen im Jahre 2014 britische Sicherheitsexperten Tunesien bei der Erstellung eines nationalen Sicherheitskonzepts zur Terrorabwehr. Der 23jährige Täter stammte ursprünglich aus Gaafour in Nordwest-Tunesien und wurde in Libyen von Dschihadisten ausgebildet. Er studierte an der ca. 40 km westlich von Sousse gelegenen Universität von Kairouan Elektrotechnik. Kairouan wiederum ist seit der tunesischen Revolution 2010 als salafistische Hochburg extremer Islamisten berüchtigt. Bei seiner Tat tötete der Terrorist 38 Menschen und verletzte weitere 39. Aus Großbritannien stammten 30 der Todesopfer und 24 Verletzte. Weitere Opfer kamen aus Tunesien, Belgien, Irland, Deutschland, Portugal, Russland und der Ukraine. Der Täter tötete 20 Hotelgäste am Strand, zehn im Außenbereich des Hotels und weitere acht im Hotelinneren. Am Tag nach dem Attentat übernahm der sogenannte Islamische Staat die Verantwortung für den Anschlag und weitere Anschläge, welche am gleichen Tage in Frankreich, Somalia und Kuweit stattgefunden hatten.

Zielauswahl und Vorbereitung

Das Imperial Marhaba Hotel wurde 2015 von einer Terrorzelle in der Region Sousse als Ziel für einen Anschlag ausgewählt. Aus Sicht der Terroristen bot es sich als "weiches“ und lohnendes Ziel, da es überwiegend von ausländischen Touristen frequentiert wurde. Es wurde zunächst von der Terrorzelle ausgespäht und später auch vom Täter selbst erkundet. Der Attentäter sollte am Tattag zwar von Unterstützern in die Nähe des Hotels verbracht und dort abgesetzt werden, ansonsten aber auf sich allein gestellt operieren. Für den Anschlag wurde REZGUI mit einem Sturmgewehr vom Typ Kalaschnikow AK-47 mit fünf Magazinen und jeweils 30 Schuss Munition, drei Handgranaten und weiteren Sprengmitteln ausgestattet. Seine Waffen und Kampfmittel verbarg der mit schwarzem T-Shirt und kurzen Hosen bekleidete Täter in einem Sonnenschirm mit Überzug, um solchermaßen unerkannt in den unmittelbaren Hotelbereich zu gelangen. Bei der späteren Obduktion der Leiche des Terroristen stellte sich zudem heraus, dass er offensichtlich vor der Tat Aufputschmittel und Schmerzhemmer eingenommen hatte. Als Tattag wurde Freitag, der 26.06.2015 festgelegt.

Der Anschlag

Nachdem der Attentäter am 26.06.2015 um ca. 11.30 Uhr in einer Nebenstraße nördlich des Bellevue Park Hotels von einem weißen Peugeot abgesetzt worden war, Sousse; Bou Dscha'far. Die Mittelmeerküste
Foto: © user:Orientalist, wikimedia
folgte er der Straße in nordostwärtiger Richtung bis zum Strand des Bellevue Park Hotels. Am Strand bog er Richtung Süden zum benachbarten Strandabschnitt des Imperial Marhaba Hotels ab. Seine Waffe und die Kampfmittel hatte er zu diesem Zeitpunkt noch in dem zu Verschleierungszwecken mitgeführten Sonnenschirm verborgen. Um ca. 11.40 Uhr lässt der Täter seine Tarnung fallen und eröffnet am Strand des Imperial Marhaba Hotels auf die am Strand und unter den Sonnenschirmen liegenden Hotelgäste das Feuer aus seinem Sturmgewehr. Innerhalb von sieben bis zehn Minuten tötet der Terrorist hier ca. 20 Touristen und verwundet eine Vielzahl weiterer. Dabei muss er seine Waffe mehrfach nachladen. Die vom plötzlichen Angriff überraschten Hotelgäste verlassen nun fluchtartig den Strand. Einige fliehen ins Wasser, andere wiederum versuchen sich in Richtung Hotel vom Täter abzusetzen. Einige Hotelangestellte fliehen mit den Gästen oder weisen ihnen geeignete Fluchtwege. Der Täter folgt dem Gros der Hotelgäste, welche in Richtung Hotelgebäude weglaufen. Als er die Schüsse vom Strand hört, wählt der Hotelrezeptionist über die lokale Notrufnummer die Leitstelle der Polizei in Nord-Sousse an, erreicht aber niemanden. Vermutlich ist die Leitung überlastet, da ab ca. 11.45 zeitgleich viele Notrufe in der Leitstelle eingehen. Kurz darauf begibt sich das Empfangspersonal des Marhaba Hotels mit 15 Hotelgästen in die Verwaltungsräume hinter der Rezeption und schließt sich dort ein. Auch die Ladenbetreiber der Geschäfte im Erdgeschoss bringen sich und umstehende Hotelgäste in Sicherheit, als sie die Schüsse und Schreie hören sowie Gäste fliehen sehen. Eine Mitarbeiterin des Friseursalons flieht mit 17 Gästen in einen Raum, in dem Möbel gelagert werden. Dort verbarrikadieren sich die Insassen und verhindern so einen späteren Eindringversuch des Täters. Dieser ist mittlerweile am Hotelgebäude angekommen und feuert auf die Gäste im Außenbereich und im Erdgeschoss des Hotels. Mit zunehmender Anschlagsdauer, weniger verfügbaren Zielen und dem ersten Eintreffen von Sicherheitskräften ab ca. 11.52 Uhr läuft der Täter zwischen Hotelinnerem, Außenbereich und Strand auf der Suche nach weiteren Hotelgästen hin und her.

Die Organisation und Alarmierung der Sicherheitskräfte

Der Tatort liegt im Verantwortungsbereich der Polizei von Nord-Sousse. Deren Leitstelle war auch für die Koordinierung der unterschiedlichen Polizeikräfte verantwortlich. Die für das Marhaba Hotel zuständige Polizeistation liegt ca. 1,5 km südlich vom Hotel entfernt, direkt am Riviera Resort Hotel. Zu den Aufgaben der dortigen Touristenpolizei gehörte unter anderem der Schutz der Hotelanlagen und auch die Erstreaktion bei etwaigen Terroranschlägen. Dazu verfügte der Polizeiposten über 15 Beamte, einen Geländewagen, welcher ständig zwei ballistische Westen, Helme und Steyr Sturmgewehre an Bord hatte, eine Quad-Doppelstreife und eine berittene Doppelstreife zur Bestreifung der Hotelstrände. Zum Zeitpunkt des Anschlages und der Alarmierung des Polizeipostens befand sich der Geländewagen mit vier Beamten ca. 50m von der Polizeistation und damit nur etwa 1,5 km vom Anschlagsort entfernt. Die berittene Streife befand sich ca. 2-2,5 km südlich des Hotels am Strand, etwa auf Höhe des dort gelegenen Al-Hambra Hotels. Jeder der Beamten war zu diesem Zeitpunkt mit einer Browning Pistole mit jeweils fünf Schuss Munition ausgerüstet. Auch die Quad Streife befand sich am Strand wenige Kilometer südlich des Hotels. Ob die Beamten ihre Pistolen tatsächlich mitführten, bleibt unklar aber fraglich. Insbesondere die Streifen am Strand bzw. im Hotelbereich – so geht aus dem Untersuchungsbericht hervor – trugen aufgrund vergangener Beschwerden der Hotelmanager nur selten ihre Dienstwaffen am Mann. Die seeseitige Sicherung des Strandes und der unmittelbaren Küstenlinie oblag der Grenzpolizei und Küstenwache, welche vom Hafen in El-Kantaoui aus operierte. Die dort eingesetzten 17 Beamten verfügten über ein Schlauchboot, einen Geländewagen und ein Quad. Dem dortigen Polizeiposten waren 14 Steyr-Sturmgewehre zugeteilt und die Streifenbeamten führten in der Regel zwei Magazine zu je 20 Schuss mit sich. Zur Tatzeit war das Schlauchboot auf Streifenfahrt entlang der Küstenlinie mit zwei Beamten besetzt und stand ca. 1,5-2 km südlich des Hotels. An Bord befand sich nur ein Steyr-Sturmgewehr, ein Helm und eine Schutzweste, weil der Bootsführer seine Waffe und Ausrüstung aus Bequemlichkeit nicht mit sich führte.

Mit Eingang der ersten Notrufe bei der Polizei gab die Operationszentrale der Region Sousse die Meldung über Funk an alle unterstellten Einheiten und weitere Blick vom Ribatturm über die Medina auf die Kasbah.
Foto © BishkekRocks, wikimedia
Dienststellen in der Region weiter. Zusätzlich wurden die verantwortlichen Polizeiführer persönlich per Mobiltelefon benachrichtigt. Die Leitstelle von Nord-Sousse alarmierte daraufhin etwa zwischen 11.45 und 11.47 Uhr die Küstenstreife, die Touristenpolizei am Riviera Resort Hotel, die Polizei in Hammam Sousse, die benachbarte Polizei in Akouda, die Verkehrspolizei und die Justizpolizei. Alle Streifen und sonstigen verfügbaren Kräfte wurden angewiesen, sich umgehend zum Tatort zu begeben. Insbesondere die Touristenpolizei und die Küstenwache erhielten Anweisung, sofort einzugreifen, da sie sich am Nächsten zum Imperial Marhaba befanden. Die Lage war für die Leitstellen und Einsatzkräfte zu diesem Zeitpunkt noch unklar. Bestätigt war ein Terrorangriff auf das Imperial Marhaba Hotel. Die Anzahl, Bewaffnung und Vorgehensweise der Täterschaft war aber noch unbekannt und so war in den Alarmierungsmeldungen nur von einem "Terroranschlag" und "Schüssen" die Rede.

Die Reaktion der Sicherheitskräfte

Als der Chef der Touristenpolizei am Riviera Hotel die Meldung über den Anschlag und die Anweisung zum unmittelbaren Eingreifen erhielt, befand er sich mit drei weiteren Beamten mit dem Allradstreifenwagen 50 m vom Polizeiposten entfernt. Der Wagen war zu diesem Zeitpunkt ordnungsgemäß mit zwei Steyr-Sturmgewehren, zwei Schutzwesten und ballistischen Helmen ausgestattet. Anstatt mit seinen drei Beamten nun sofort zum Tatort zu eilen, begab sich der Polizeipostenführer in die Polizeistation, um dort weitere Ausrüstung zu fassen. Dies dauerte mindestens acht Minuten, allerdings ohne, dass weitere Waffen oder ballistische Schutzausrüstungen „gefunden“ wurden. Danach brachen die vier Beamten mit ihrem Fahrzeug in Richtung Tatort auf und trafen um ca. 12.00 Uhr in Tatortnähe am Sovalvi Hotel ein. Die berittene und die Quad Streife erschienen erst nach Ende des Anschlags, also etwa zwischen 12.10 und 12.15 Uhr am Anschlagsziel, mithin gut 30 Minuten nach dem Beginn des Terrorangriffs. Die Schlauchbootstreife der Küstenwache fuhr hingegen mit ihrer Alarmierung mit hoher Fahrt in Richtung Hotelstrand. Als das Boot am Strand ankam, war der Täter bereits nicht mehr am Strand, sondern im Bereich des Hotelgebäudes. Die Bootsbesatzung sah die Leichen der Touristen am Strand, beobachtete und horchte zunächst einige Minuten, um die Lage besser einschätzen zu können. Noch oder wieder am Strand befindliches Hotelpersonal informierte die Beamten darüber, dass der Täter nun im Hotel sei. Der Bootsführer übernahm dann die Waffe und Ausrüstung seines Untergebenen, welchen er anwies am Boot zurückzubleiben. Der Polizist begab sich daraufhin zum Poolbereich des Hotels, wo er auf den Täter stieß und sich beide gegenseitig mit ihren Waffen bekämpften. Als der Täter eine Handgranate nach dem Polizisten warf, fiel dieser unglücklich und wurde bewusstlos. Der ohnmächtige Bootsführer wurde daraufhin von mehreren der angestellten Jet Ski-Fahrer wieder zurück zum Boot getragen. Dabei übernahm einer der Jet-Ski-Fahrer das Steyr-Sturmgewehr des Polizisten, konnte aber infolge einer Port El-Kantaoui
Foto: © Tony Hisgett, wikimedia
Ladehemmung nicht damit wirken. Waffe und Bootsführer wurden an den am Boot wartenden Polizisten übergeben. Jener hatte sich in der Zwischenzeit seines Uniformoberteils entledigt, um bei etwaiger Rückkehr des Täters seine Polizeiidentität zu verschleiern. Beide Beamte fuhren daraufhin mit dem Schlauchboot zurück zum Hafen von El-Kantaoui. Ab etwa 11.52 Uhr trafen andere Sicherheitskräfte am Anschlagsort ein. Darunter auch der Polizeichef vom Abschnitt Nord Sousse. Dieser war bei Eingang der ersten Meldungen ca. acht Kilometer vom Imperial Marhaba entfernt, benötigte aber nur ca. zehn Minuten um zum Hotel zu gelangen. Bei seinem Eintreffen sprach er kurz mit dem Hoteldirektor und bekämpfte den Täter dann mit seiner Pistole. Der Polizeichef war verwundert, weder den Chef der Polizeistation der Touristenpolizei und auch keinen seiner Beamten anzutreffen, obwohl diese den kürzeren Weg zum Anschlagsort hatten und klar angewiesen worden waren, sofort einzugreifen. Weitere Polizeikräfte und Einheiten der Nationalgarde trafen ein und bekämpften den Täter ab ca. 12.05 Uhr. Nachdem der Terrorist etwa 20 Treffer eingesteckt hatte, brach er zwischen 12.15 und 12.20 Uhr tot zusammen.

Die Auswirkungen des Anschlags

Die Reaktion der Hotelkette RIU und des Reiseveranstalters TUI war schnell und entschlossen. Eine Internetseite zum Anschlag und eine Notfallnummer für Angehörige wurden eingerichtet. Der Reiseveranstalter bot für alle Tunesienurlauber eine Reiserückholung und kostenfreie Stornierungen an. Von ca. 3.800 Tunesienurlaubern der TUI machten bis zum 27.06.2015 ca. 300 Gebrauch von einer Reiserückholung. Alle Gäste des Imperial Marhaba Hotels reisten ab und die bislang mit zehn Hotels in Tunesien vertretene Hotelkette RIU zog sich im Nachgang des Anschlages komplett aus dem Land zurück.

Nach dem Anschlag verließen auch viele andere Urlauber das Land und in den ersten acht Monaten des Jahres 2015 sank die Zahl der Touristen in Tunesien um eine Million auf vier Millionen. Insbesondere der Anteil europäischer Touristen brach um ca. 50 Prozent ein. In Großbritannien sind noch Verfahren von Angehörigen der Opfer gegen den Reiseveranstalter anhängig. Dem Veranstalter wird vorgeworfen, die Reisenden nicht hinreichend über die vom britischen Außenministerium herausgegebenen Reisewarnungen informiert zu haben. In Tunesien wurden nach dem Anschlag 80 Moscheen geschlossen, welche in Verbindung zu radikalislamischen Kreisen gestanden haben sollen. Der Anschlag selbst und insbesondere das Verhalten der Sicherheitskräfte wurden forensisch intensiv untersucht.

Bewertung

Die Vorgehensweise bei diesem Anschlag ist typisch für die Machart islamischen Terrors. Das Ziel war ein schlecht gesichertes Hotel mit vielen „westlichen“ Gästen. Der Täter, ein junger gebildeter und offenbar gut ausgebildeter Terrorist, der in der Lage war, eigenständig zu operieren. Mit nur wenigen Sprengmitteln und nicht mehr als 150 Schuss Munition gelang es dem Attentäter, insgesamt 77 Touristen und Hotelangestellte zu töten oder zu verwunden. Im Zusammenhang mit anderen Anschlägen in Tunesien, insbesondere dem Anschlag auf das Bardo-Museum im März des gleichen Jahres, fügten die Terroristen der Tourismusindustrie und dem Ruf Tunesiens als sicheres Land damit schweren Schaden zu. Aus Sicht der Terroristen war dieser Anschlag bei vergleichsweise geringem Aufwand sicherlich ein großer Erfolg.

Bei einem Terroranschlag oder Amoklauf kommt es besonders darauf an, dem Täter möglichst schnell mit bewaffneten Kräften entgegenzutreten. Dies, um ihn entweder Grafik: © Wikimediagleich zu neutralisieren oder zumindest seine Bewegungsfreiheit und damit seine Wirkungsmöglichkeiten einzuschränken. Dieser Einsatzgrundsatz hatte auch in das nationale und örtliche Sicherheitskonzept und Denken der tunesischen Sicherheitskräfte Eingang gefunden. Die Verantwortlichkeiten im Falle eines Anschlages waren klar geregelt, genügend Kräfte zur Sicherung und Erstreaktion abgestellt, diese aber nur bedingt mit Langwaffen ausgerüstet und nur bedingt ausgebildet. Die Einsatzmoral der für die Erstreaktion vorgesehenen Kräfte war allerdings sehr gering. Der Täter konnte so seinen Angriff gut 30 Minuten lang relativ unbehelligt ausführen, bis er auf ernsthaften Widerstand seitens der Sicherheitskräfte stieß. Hätte der Täter über noch mehr Munition verfügt oder hätten die Terroristen mehrere Täter angesetzt, so wäre die Opferzahl mit Gewissheit noch höher gewesen.

Als Ergebnis der tunesischen Untersuchung trat klar zu Tage, dass insbesondere die Touristenpolizei relativ rasch hätte am Tatort sein und den Anschlag hätte viel früher beenden können. Eine Erstreaktion auf einen Terroranschlag gehörte auch zu den Kernaufgaben dieser Kräfte. Der Chef der nur ca. 1,5 km entfernten Polizeistation hat mit seinen Beamten sein Eintreffen am Tatort allerdings nachweislich absichtlich verzögert. Obwohl sein Einsatzfahrzeug für die Erstreaktion voll ausgerüstet und bereit war, hat der Chef der Touristenpolizeistation acht Minuten in der Station unter dem Vorwand verbracht „weitere Ausrüstung zu suchen“. Am Anschlagsort selbst angekommen, hielt er sich gezielt vom Täter fern. Er und seine Männer gaben nachweislich keinen einzigen Schuss auf den Täter ab. Die berittene Streife und die Quadstreife trafen erst nach ca. 30 Minuten am Tatort ein, nachdem der Täter bereits getötet worden war. Dies, obwohl sie es nach der Alarmierung in nicht mehr als sechs bis acht Minuten zum Tatort hätten schaffen können. Wenngleich zögerlich, so dennoch eingegriffen, hatte als erster der Bootsführer des Schlauchbootes der Küstenwache. Dieser war allerdings allein, was seinem Einsatzwert und seiner Moral offensichtlich Abbruch tat. Wären beide Besatzungsmitglieder, wie vorgesehen, tatsächlich bewaffnet gewesen, hätten sie zum Zeitpunkt ihres Eintreffens erstens schneller vorgehen und zweitens den Täter zumindest in seiner Bewegungsmöglichkeit einschränken, wenn nicht sogar ausschalten können.

Folgerungen und Lehren

Bei diesem Anschlag zeigte sich wiederum, wie wichtig es für die Betroffenen ist, möglichst rasch Deckung zu suchen. Instinktiv haben mit Beginn der Feuereröffnung des Attentäters viele Gäste den Strand verlassen und sind entweder ins Wasser oder aber Richtung Hotel geflüchtet. Im Hotelbereich haben sich Gäste in Zimmer geflüchtet und dort verbarrikadiert. Vergleichbare Anschläge zeigen, dass die Täter tendenziell keine Zeit und Munition aufwenden, um in verbarrikadierte Zimmer zu gelangen. Auch die Bekämpfung im Meer schwimmender und gelegentlich abtauchender Menschen ist aus Tätersicht zu zeitraubend und mit einem zu hohen Einsatz der begrenzten Munition verbunden. Die Täter wissen, dass sie bis zum Eintreffen von bewaffneten Sicherheitskräften nur wenig Zeit haben, ihr Mordwerk umzusetzen und sind daher bestrebt mit geringem Aufwand möglichst viele Menschen zu töten. Die Anzahl der Anschlagsopfer wäre sicherlich wesentlich geringer ausgefallen, wenn die tunesischen Sicherheitskräfte pflichtgemäß gehandelt hätten. Insbesondere die Touristenpolizei hat sich ausgesprochen hasenherzig verhalten und ihr Eintreffen bewusst verzögert. Dieser übertriebene „Eigenschutz“ der Beamten war – wie man dem Untersuchungsbericht entnehmen kann – angstgetrieben. Der Chef der Touristenpolizei gab zu Protokoll, dass er sich und seine Männer einer Terrorlage nicht gewachsen sah. Die Ausreden seiner Beamten zu ihrem verspäteten Erscheinen waren zum Teil noch fantasievoller und die Darstellungen erinnern stark an Märchen aus „Tausendundeiner Nacht“. Tatsache ist immerhin, dass in den Meldungen der Sicherheitsbehörden stets nur von einem „Terroranschlag“ die Rede war, ohne konkrete Angaben zu Art und Anzahl der Täterschaft zu machen. Aus der Psychologie ist bekannt, dass Ungewissheit und Unsicherheit bei den Betroffenen potenzielle Ängste verstärken. Insbesondere dann, wenn sie Leib und Leben riskieren. Hilfreich für die Sicherheitskräfte wäre hier gewesen, vom Hotel regelmäßig telefonisch und später persönlich über die Lage vor Ort informiert zu werden. Obwohl das Hotel grundsätzlich dem Risiko eines Terroranschlags ausgesetzt war, gab es aber keinen entsprechenden Notfall- und Krisenplan, in welchem diese wichtige Schnittstelle zwischen Behörden und Hotel hätte geregelt sein müssen. Allgemein herrscht leider bei vielen Unternehmen und Organisationen immer noch die Mentalität vor, „dass man bei einem Terroranschlag ja doch nichts machen könne, die Sicherheitskräfte dann übernehmen würden, etc.“.
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Diese infantile Vogel-Strauß-Politik verstellt den Blick für sinnvolle Präventionsmaßnahmen und die Entwicklung der notwendigen Handlungssicherheit während eines Ereignisses. Zudem ist dieser Mangel im Risiko- und Sicherheitsmanagement juristisch angreifbar. Auch in diesem Anschlagsfall sieht sich der Reiseveranstalter wiederum Klagen von Opferanwälten mit ungewissem Ausgang ausgesetzt. Leider nicht ganz zu unrecht. Denn die Reiseveranstalter prüfen ihre Vertragshotels nicht umfassend auf ein ganzheitliches Risikomanagement und informieren die Reisenden nur lückenhaft über etwaige Sicherheitsrisiken. Gerade Hotels mit besonderer Gefährdungslage – und das Imperial Marhaba gehörte zweifelsfrei in diese Kategorie – sollten dem Reiseveranstalter einen lückenlosen Gefahrenabwehrplan vorlegen können. Für Geschäftsreisende ist eine grundlegende Vorbereitung der Arbeitnehmer im Rahmen der Fürsorgepflicht des Arbeitgebers rechtlich vorgeschrieben und wird auch zunehmend praktisch umgesetzt. Wie ist es aber mit der Fürsorgepflicht des Reiseveranstalters oder Hotelbetreibers gegenüber den Privatreisenden bestellt? Auf Kreuzfahrtschiffen sind Rettungsübungen mit den Passagieren obligatorisch. Die juristische Angriffsfläche für potenzielle Klagen von Opferfamilien könnten Reiseveranstalter bequem und effektiv verringern. Neben einem umfassenden Risikomanagement bieten sich zum Beispiel mit eLearning-Modellen zur (freiwilligen) Reisevorbereitung für die Touristen. Es ist nachvollziehbar, dass Reiseveranstalter ungern bei Touristen Themen wie Terrorismus ansprechen, denn der Kunde soll sich im Urlaub wohl fühlen. Doch Angesicht der Zunahme des Terrorismusrisikos muss ein Kompromiss zwischen entspanntem Urlaub und dem Sicherheitsbewusstsein gefunden werden. Will man Lagen wie diese erfolgreich bestehen (d. h. mit geringen oder keinen Opfern), kommt es letztlich darauf an, eigene Schwächen genau zu kennen und geeignet vorzubeugen, einen Plan für den Eintritt eines Schadenereignisses zu haben, die eigenen Mitarbeiter und ggf. Gäste entsprechend zu schulen und die notwendigen Schnittstellen mit externen Akteuren im Vorfeld abzustimmen.

 

Über den Autor
Marc Brandner
Autor: Marc Brandner
Marc Brandner ist Partner der auf Sicherheits- und Krisenmanagement spezialisierten SmartRiskSolutions GmbH. Er verantwortet dort den Bereich Notfall- und Krisenmanagement. Der ehemalige Offizier des Kommando Spezialkräfte (KSK) berät seit 2003 weltweit Unternehmen und Organisationen in Fragen des Sicherheits- und Krisenmanagements. Er hat für die EU über mehrere Jahre das Sicherheits- und Krisenmanagement bei EUPOL in Afghanistan mit aufgebaut und geleitet. Sein Fachwissen bei der Erstellung von Gefahrenabwehrplänen für Terror- und Amoklagen beruht auch auf seiner praktischen Erfahrung. So hat er beispielsweise im Zuge einer aufsehenerregenden mehrtätigen Geiselnahme durch islamistische Terroristen in Algerien, die mehrere westliche Firmen betraf, aktiv einen Krisenstab beraten.