Im Virtual-Reality-Training können Messebesucher in einen virtuellen Dampfkessel eintauchen.
Foto: © TÜV NORD

TÜV NORD mit Inspektionsdrohnen und virtuellem Training auf der Hannover Messe

Fliegende Inspektionsdrohnen, Schadensanalyse aus der Ferne, ein Virtual-Reality-Training zur Kesselinspektion.

Unter dem Motto „Be ahead of risk“ stellte der TÜV NORD auf der Hannover Messe vom 1. bis 5. April die neuesten Entwicklungen der TIC-Branche (Testing, Inspection, Certification) vor. Im Fokus standen dabei Prüf- und Monitoringsysteme, die helfen, Risiken zu minimieren und Schäden rechtzeitig zu erkennen.

Digitale Prüfmethoden und die Auswertung großer Datenmengen machen es möglich: Inspektionen werden sicherer und weniger aufwändig, Schäden können im laufenden Betrieb von Industrieanlagen sofort erkannt und behoben werden, Expertinnen und Experten von überall her zugeschaltet werden. In der Ausbildung werden Trainings virtuell absolviert. „Gemäß unserem Messe-Motto ‚Be ahead of risk‘ unterstützen wir unsere Kunden und Mitarbeitenden dabei, noch sicherer, schneller und effizienter zu arbeiten“, sagt Silvio Konrad, Geschäftsführer TÜV NORD Systems.

Expertenwissen dort, wo es gebraucht wird

Mit der Software „TÜV NORD live-expert“ können Kunden ihre Spezialisten per Video-Livestream zu jedem Ort der Welt zuschalten, um Schadensfälle zu untersuchen oder erforderliche Wartungsmaßnahmen einzuschätzen. Hochauflösende Echtzeitbilder fungieren dabei wie ein „verlängertes Auge“. Die Daten werden verschlüsselt übertragen und in einem TÜV NORD-Rechenzentrum gespeichert. So können beispielsweise Instandhalter, Versicherungen oder Produktionsunternehmen ihre Fachleute effizienter und kostengünstiger einsetzen. Auf der Hannover Messe konnte das System vor Ort ausprobiert werden.

Mit Virtual Reality zur Kesselinspektion

Brille aufsetzen und auf geht’s zum virtuellen Dampfkessel: So konnten Messebesucher die Arbeit einer TÜV-Prüferin nachempfinden. Was vorerst noch in der Testphase ist, soll bald Teil der Ausbildung bei TÜV NORD für angehende Sachverständige sein. Für die Inspektion von Druckgeräten, wie beispielsweise Großwasserraumkesseln in der verarbeitenden oder chemischen Industrie, werden jährlich viele neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch eine interne Qualifizierung geschult. Das Training vor Ort an einem realen Kessel ist sehr zeitintensiv und bringt auch Risiken mit sich. Über die VR-Brille lassen sich Handgriffe und verschiedene Arbeitsprozesse vorab in einer geschützten Atmosphäre trainieren, bis es dann in die Realität zu den „echten Druckgeräten“ geht. Die Mitarbeitenden können so in ihrem eigenen Tempo am eigenen Standort lernen, während erfahrene Sachverständige sie unterstützen und Hinweise geben. Im Lauf des Jahres wird das neue Ausbildungs-Tool einsetzbar sein.

Roboter unterstützen bei Prüfung und Wartung

Schnelligkeit und Sicherheit spielen auch beim Projekt „Aeroarms“ eine wichtige Rolle. Im Rahmen des von der EU im Programm Horizon 2020 geförderten Forschungsprojekts entwickelt das Prüfunternehmen zusammen mit internationalen Partnern ein komplexes Inspektionssystem auf der Basis einer Drohne, die einen Prüfcrawler präzise aufsetzt und an der zu prüfenden Stelle entlangführt. So lassen sich Orte erreichen, die ansonsten für eine Inspektion oder Wartung nur schwer zugänglich sind, beispielsweise Rohrleitungen einer Raffinerie.

Kontinuierlich überwachte Anlagen arbeiten produktiver

Das kürzlich mit dem Deutschen Exzellenzpreis 2019 ausgezeichnete „Digital Monitoring System“ von TÜV NORD wurde am zweiten Messetag auf dem Stand von PwC (NORD/LB Forum) vorgestellt. Mit der unterbrechungsfreien Schadensüberwachung durch die digital vernetzten Sensoren kann die Produktivität von Anlagen unter Wechsellast deutlich gesteigert werden. Das Monitoringsystem kommt beispielsweise an Containerbrücken, Portalkränen, Straßenbrücken oder Fertigungsanlagen zum Einsatz.

-PM TÜV Nord-