Optimierte Analytik zur Drogendetektion auf Geldscheinen

Von Veronika Künstler

Der Detektor Itemiser® 3e wird von der Eidgenössischen Zollverwaltung u.a. zur Drogendetektion auf Geldscheinen verwendet
Foto: © Eidgenössische Zollverwaltung
Geschmuggeltes Geld mit Betäubungsmittelspuren kann auf einen direkten Bezug zum Drogenhandel und auf einen indirekten Bezug zur Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung hinweisen. Um die Resultate der Betäubungsmittelspuren-Analyse gerichtstauglich zu machen, hat die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) im Rahmen einer Diplomarbeit die Detektion von Drogen auf Geldscheinen überprüft und optimiert. In den letzten Jahren hat die EZV eine Zunahme von Personen registriert, die unangemeldet Geld über die Grenze transportierten. In vielen Fällen befand sich das Geld in nicht-konstruktionsbedingten Verstecken von Fahrzeugen. Die Spurenanalytik kann bei diesen Funden auf Verbindungen zum Drogenhandel oder zur Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung hinweisen.

Zur Detektion benutzt die EZV den Spurendetektor Rapiscan Itemiser® 3e, der Betäubungsmittel und / oder Explosivstoffe im Nanogrammbereich (ppb) innerhalb von 13 Sekunden bestimmen kann. Die Geräte werden u.a. vor Ort zur Spurendetektion bei Sicherstellung von Betäubungsmitteln, BtM-kontaminierten Fahrzeugen und -Bargeld (zur Beweissicherung) verwendet.
Allerdings bestand bei der Beweisführung für die EZV folgendes Problem: Analyseresultate können in einem Strafverfahren nur verwendet werden, wenn sie gerichtstauglich sind. Neben einer lückenlosen Beweiskette erfordert dies die Auswertung einer Bestätigungsprobe unter Anwendung einer zweiten unabhängigen Analysemethode (Verifikation).

Um die Resultate vor Gericht verwerten zu können, hat die Eidgenössische Zollverfahren die Betäubungsmittel-spuren-Analyse überprüft und optimiert.
Foto: © Eidgenössische Zollverwaltung
Doch weder die Detektoranalyse war bis dato wissenschaftlich untersucht und überprüft, noch war die Prozedur der Bestätigungsprobe entwickelt und validiert. Zudem gab es keine wissenschaftlichen Veröffentlichungen über den Prozentsatz des im Umlauf befindlichen BtM-kontaminierten Schweizer Geldes. Somit waren die von der EZV festgelegten Schwellenwerte bei der Stichprobe eines geschmuggelten Geldbündels nicht wissenschaftlich validiert.¹
Thomas Heeb aus dem Kommando des Grenzwachtkorps in Bern machte die Detektion von Betäubungsmittel an Schweizer Banknoten mit Sicherung einer Bestätigungsprobe zum Gegenstand seiner Diplomarbeit. In Zusammenarbeit mit dem Institut für Rechtsmedizin der Universität Bern führte der Stabsadjutant zwei Studien durch:

In der ersten Studie wurde mithilfe des Rapiscan Itemiser 3e aus dem Umlauf gezogenes Geld (neues und altes) der Schweizerischen Nationalbank analysiert.
In der zweiten Studie wurde im Umlauf befindliches Geld von unterschiedlichen Lokalitäten eingesammelt und ebenfalls mit dem Rapiscan Itemiser 3e analysiert.

Die Messungen erfolgten unter identischen Bedingungen. Es konnte somit die Menge (in Prozent) des sich im Umlauf befindlichen BtM-kontaminierten Papiergeldes ermittelt werden. Den Prozentsatz verglich Thomas Heeb anschließend mit dem prozentualen Anteil des von der EZV sichergestellten, kontaminierten Bargeldes, um Referenzwerte zu ermitteln. Diese nutze er wiederrum zur Überprüfung der EZV-Schwellenwerte, welche er durch seine Messungen bestätigen konnte. Darüber hinaus optimierte Thomas Heeb im Rahmen seiner Diplomarbeit die Probennahme der A- sowie der B-Proben. Er erarbeitete Arbeitsanweisungen für das Durchführen der Messungen sowie die Dokumentation der Resultate.

Mit den Ergebnissen der Diplomarbeit gelang es Thomas Heeb nicht nur die Qualität der Messungen zu optimieren und zu validieren, sondern auch ihre Beweissicherheit für Strafverfahren aufzuzeigen.

 

[1] Der von der EZV festgelegte Schwellenwert basiert auf mehrjährigen Erfahrungen. Der Schwellenwert wird als Prozentsatz der BtM-kontaminierten Noten einer Stichprobe aus einem Geldbündel definiert. Ab diesem Wert wird in der gängigen Praxis der EZV das Analyseresultat eines ganzen, untersuchten Bündels als „positiv“ gewertet.

 

Über den Autor
Autor: Veronika Künstler
Veronika Künstler ist seit 2016 als Referentin für Marketing und Kommunikation für die ELP GmbH European Logistic Partners tätig. Das Familienunternehmen ist seit seiner Gründung im Jahr 1989 auf Produkte für polizeiliche und militärische Bombenentschärfer spezialisiert. Zudem bietet es als Vertriebspartner von Rapiscan Systems (früher Morpho Detection) auch Drogen- und Sprengstoffspurendetektionsgeräte der Produktlinie „Itemiser®“ an.