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Sicherheitsgewerbe – Ver.di sagt virtuelle Verhandlungen kurzfristig ab

Mit völligem Unverständnis hat die Tarifkommission der Landesgruppe Hamburg auf die heutige Absage, der für den 27. Januar 2021 virtuell geplanten Tarifverhandlungsrunde reagiert. An diesem Tag sollte die 3. Tarifverhandlung zum Abschluss eines neuen Lohntarifvertrages für das Sicherheitsgewerbe in Hamburg stattfinden. Die Arbeitgeberseite hatte große Hoffnungen, den Tarifabschluss nun endlich zu erzielen. 

„Nun werden die 9.220 Beschäftigten der Sicherheitsdienstleister weiterhin auf Ihre Lohnerhöhungen warten müssen“, so Jens Müller Vorsitzender der Landesgruppe Hamburg und Verhandlungsleiter auf Arbeitgeberseite. Die Arbeitgeberseite hatte am 18. Januar 2021 für alle Lohngruppen Erhöhungen von 1,9 % zum 1. März 2021 und nochmals 2,4 % zum 1. März 2022 angeboten. Dies wären, trotz der wirtschaftlich schwierigen Lage, nachvollziehbare Lohnsteigerungen für alle Beschäftigten der Sicherheitsbranche in Hamburg gewesen. Ver.di hatte diesem Abschluss zunächst zugestimmt, diesen dann jedoch innerhalb der einvernehmlich vereinbarten Erklärungsfrist widerrufen. Schon das hatte zu großem Unverständnis der Landesgruppe Hamburg geführt. Dennoch vereinbarte man, dass es am 27. Januar weitergehen sollte, aufgrund der coronabedingten Maßnahmen jedoch rein virtuell. Die Pandemie habe auch die Sicherheitswirtschaft und ihre Kunden nicht verschont. Messe- und Veranstaltungsdienste sind vollständig zum Erliegen gekommen, ebenfalls seien kulturelle Einrichtungen wie z. B. Museen betroffen. Auch die Schließung von Geschäften, Werksanlagen oder Teilen der Verwaltung habe zu Umsatzeinbußen geführt. Viele Kunden der Sicherheitsdienstleister stehen vor großen Herausforderungen und haben für ihre Beschäftigten keine oder nur geringe tarifliche Erhöhungen vereinbart. Sie werden kein Verständnis für unangemessene Preiserhöhungen aufbringen. „Dass es sich bei diesen Erhöhungen um ein realistisches Angebot handelt, zeigt, dass ver.di beispielsweise im öffentlichen Dienst einen Abschluss mit 1,4 % in 2021 und 1,8 % in 2022 vereinbart hat“, so Müller. „Uns wurde heute mitgeteilt, dass die Voraussetzungen für ein virtuelles Meeting nicht gegeben sind. Nachdem seit mehreren Monaten die gesamte Welt wichtige Entscheidungen über Web-Meetings und Telefonkonferenzen fällt, ist so eine große Gewerkschaft wie ver.di dazu nicht in der Lage, das ist nicht verständlich“, so Müller abschließend.

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