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BDGW: Tarifabschluss an der Schmerzgrenze

Nach langwierigen Verhandlungen konnte in der vergangenen Woche ein Tarifabschluss für die 11.000 Beschäftigten in den Mitgliedsunternehmen der Bundesvereinigung Deutscher Geld- und Wertdienste erreicht werden.

Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit vom 1. Dezember 2020 bis zum 30. Juni 2022. „Wir sind mit einer durchschnittlichen Erhöhung von 4,83 Prozent an unsere Schmerzgrenze gegangen. In einigen Bundesländern liegen wir sogar darüber,“ so der Vorstandsvorsitzende der BDGW, Michael Mewes. Ihm sei bewusst, dass damit den Kunden in Handel und Kreditwirtschaft einiges zugemutet wird. Der Vorsitzende der BDGW-Tarifkommission Hans-Jörg Hisam wies darauf hin, dass die Arbeitgeberseite auf Grund der damit verbundenen Planungssicherheit gerne einen zweijährigen Tarifvertrag abgeschlossen hätte. „Entscheidend war für uns aber, erstmals seit vielen Jahren eine Tarifrunde ohne Streiks in der Weihnachtszeit abzuschließen.“ Neben den Lohnerhöhungen habe man sich bereit erklärt, eine einmalige Corona-Sonderprämie in Höhe von 275 Euro zu zahlen, sagte Hisam weiter. „Wir wollen damit unsere Wertschätzung für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum Ausdruck bringen. Diese haben in einer für uns alle besonders schwierigen Zeit einen hervorragenden Job gemacht und zur reibungslosen Bargeldversorgung beigetragen,“ bekannte der Verhandlungsführer der Arbeitgeber. Michael Mewes ergänzte, dass die BDGW die derzeitige Entwicklung mit großer Sorge betrachte. Der Bargeldanteil im Zahlungsverkehr werde in diesem Jahr von 48 Prozent auf unter 40 Prozent zurückgehen. Dieser Rückgang von fast zehn Prozentpunkten werde zu einem Umsatzrückgang von bis zu 15 Prozent für die Unternehmen der Geld- und Wertbranche führen. „Im nächsten Jahr sind Kündigungen nicht ausgeschlossen“, so Mewes abschließend.