Elektro-Ladestation des weltweit größten Carsharing-Anbieters Zipcar in San Francisco
Foto: © Von Felix Kramer (CalCars). Image retouched with Photoshop and uploaded by User:Mariordo - Flickr, CC BY-SA 2.0, Link

Carsharing-Apps teilen alles

Kaspersky Lab: Sicherheitslücken in Carsharing-Apps entdeckt

Die Experten von Kaspersky Lab haben in einer Untersuchung von Carsharing-Apps eine Reihe von Sicherheitslücken entdeckt [1]. Dadurch könnten Angreifer die Kontrolle über das Fahrzeug übernehmen, es ausspionieren, kostenlos damit Fahren aber auch persönliche Daten anderer Nutzer stehlen und diese auf dem Schwarzmarkt weiterverkaufen. Außerdem könnten Cyberkriminelle unter dem Deckmantel einer anderen Identität illegale und gefährliche Aktionen auf den Straßen durchführen.
Die Experten von Kaspersky Lab haben 13 Carsharing-Anwendungen getestet, die von großen Herstellern in verschiedenen Märkten entwickelt wurden und in Google Play über eine Million Mal heruntergeladen wurden. Das
Ergebnis: jede der untersuchten Apps enthielt mehrere Sicherheitsprobleme. Darüber hinaus schlagen bereits böswillige Nutzer Kapital aus gestohlenen Konten von Carsharing-Anwendungen.
Dies ist besonders besorgniserregend, da eine aktuelle Umfrage von Kaspersky Lab über Verbrauchereinstellungen zur App-Sicherheit zeigt, dass Nutzer Car- Apps weniger  als Bedrohung im Vergleich zu anderen Apps wie Social Media, Messaging und Banking-Apps sehen [2] – lediglich zehn Prozent der Befragten sehen Carsharing-Apps als nicht vertrauenswürdig.

Zu den Sicherheitslücken zählen:

  • Kein Schutz vor Man-in-the-Middle-Angriffen: Der Nutzer glaubt 
    zwar, mit einer legitimen Website verbunden zu sein, der Datenverkehr kann  aber über die Website des Angreifers weitergeleitet werden, so dass er alle vom Opfer eingegebenen Daten wie Login, Passwort oder PIN erfassen kann.
  • Kein Schutz vor Reverse Engineering von Anwendungen: Dadurch können 
    Cyberkriminelle nachvollziehen, wie die App funktioniert, und eine Schwachstelle finden, um Zugriff auf die serverseitige Infrastruktur zu erhalten.
  • Keine Erkennungsverfahren für Rooting. Root-Rechte bieten einem 
    nahezu unbegrenzte Möglichkeiten und lassen die App schutzlos.
  • Fehlender Schutz vor App-Overlay-Techniken. Schädliche Apps können 
    so Phishing-Fenster anzeigen und die Anmeldeinformationen der Nutzer stehlen.
  • Weniger als die Hälfte der Anwendungen verlangen starke Passwörter, 
    was bedeutet, dass Cyberkriminelle das Opfer mittels eines einfachen Brute-Force-Szenarios angreifen können.

„Unsere Forschungsergebnisse zeigen, dass Anwendungen für Car-Sharing-Dienste in ihrem derzeitigen Zustand nicht bereit sind, Malware-Angriffen standzuhalten“, so Victor Chebyshev, Sicherheitsexperte bei Kaspersky Lab. „Obwohl wir noch keine Angriffe auf Car-Sharing-Dienste entdeckt haben, verstehen Cyberkriminelle den Wert, den solche Apps haben; die bestehenden Angebote auf dem Schwarzmarkt weisen darauf hin, dass Anbieter nicht viel Zeit haben, die Schwachstellen zu beseitigen.“

Kaspersky-Empfehlungen für eine sichere Fahrt

Um ihre Autos und privaten Daten vor möglichen Cyberattacken zu schützen, empfiehlt Kaspersky Lab Nutzern von Carsharing-Apps:

  • ihre hierfür verwendeten Geräte wie das eigene Smartphone niemals 
    zu rooten, da dies für schädliche Apps fast alle Türen öffnet,
  • das Betriebssystem des Gerätes stets aktuell zu halten, um 
    Sicherheitslücken in der Software und das Risiko eines Angriffs zu verringern
  • sowie eine zuverlässige Sicherheitslösung wie Kaspersky Internet 
    Security for Android zu verwenden [3].

Mehr Informationen zu den Sicherheitslücken in Carsharing-Apps finden sich unter https://securelist.com/a-study-of-car-sharing-apps/86948/

-PM-

 

Quellen:

[1] https://securelist.com/a-study-of-car-sharing-apps/86948/
[2] Die Ergebnisse stammen aus einer Studie zum Thema Cyberstress. Für die Studie wurden 1.000 deutsche Nutzer im Mai 2018 von Opinion Matters im Auftrag von Kaspersky Lab befragt.
[3] https://www.kaspersky.de/android-security