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Cyber Influence Attacks und Desinformation gegen Unternehmen: Eine Milliarden-Bedrohung für Wirtschaft, Marken und Sicherheit

Von Christopher Nehring

„Louis Vuitton-Taschen kosten bei der Produktion in chinesischen Fabriken keine 50 Dollar“ – diese Botschaft ging im April 2025 auf TikTok, X und anderen Social Media Plattformen viral. Koordiniert verbreiteten anonyme Accounts, Influencer und Bot-Profile über acht Tage hinweg Bild-Text-Posts mit hoher Wiedererkennbarkeit.

Bis zu 150.000 Interaktionen pro Tag wurden gemessen. Das war kein Zufall, keine Enthüllung und kein echter Shitstorm, das war eine konzertierte, digitale Desinformationskampagne gegen den französischen Luxusgüterkonzern LVMH. Die Angreifer: sogenannte chinesische „Sourcing Agents“ aus dem privatwirtschaftlichen Umfeld. Über die Hintergründe rätseln Analysten noch heute, manche vermuten eine Attacke im hart umkämpften Luxusmarkt, manche einen politischen Hintergrund nach dem unfreundlich verlaufenen Besuch von Frankreichs Staatspräsident Macron.

Das ist kein Einzelfall, sondern mittlerweile Standard: Gezielte Desinformation oder sog. „Cyber Influence Attacken“ auf Unternehmen, Marken, Produkte und Führungskräfte. Dabei handelt es sich nicht um klassische Hacking-Angriffe, sondern um strategisch geplante Desinformations- oder Beeinflussungskampagnen, die über digitale Kanäle verbreitet werden und das Ziel verfolgen, Unternehmen wirtschaftlich, finanziell, reputativ oder politisch zu schädigen. Im Prinzip folgen solche Angriffe dem Muster politischer Desinformation, nur mit anderen Personen, Botschaften und Zielen.

Wie groß ist die Bedrohung und der finanzielle Schaden?

Informationsmanipulation nehmen weltweit ein solches Ausmaß an, dass das Weltwirtschaftsforum Desinformation in seinem Global Risks Report zwei Jahre (2024 und 2025) hintereinander auf Platz 1 der größten globalen Risiken unserer Zeit wählte - noch vor Cybercrime oder Naturkatastrophen. Das Beratungsunternehmen Gartner prognostiziert deshalb, dass Unternehmen weltweit bis 2028 jährlich rund 30 Milliarden US-Dollar nur für das Management und die Auseinandersetzung mit dem Management von Falschinformationen und Desinformationsattacken aufwenden werden. Und bereits 2019 berechneten die University of Baltimore und die Firma CHEQ die Kosten von Desinformation für Unternehmen in den USA auf 78 Milliarden Dollar.

Was sind die Gründe?

Die wachsende Bedrohung von Desinformation für Unternehmen hat drei strukturelle Gründe:

  1. Zunehmende geopolitische Spannungen, bei denen Unternehmen, Branchen und Personen zwischen die Fronten geraten oder aus geo-strategischen Gründen zum Ziel werden. Dabei steht der globale Konflikt zwischen den USA-China-Russland im Vordergrund, aber auch regionale Konflikte (z.B. Gaza) können dazu beitragen.
  2. Gesellschaftliche Polarisierung zwischen links und rechts, liberal und extremistisch. Hier geraten Unternehmen aufgrund von politischer Positionierung, Affiliation, Interessen oder auch per Zufall ins Kreuzfeuer oder werden zu Projektionsflächen.
  3. Disruptive digitale Technologien und ihre rasante Entwicklung, allen voran generative KI (GenAI). Sie beschleunigen und vereinfachen sowohl die digitale Infrastruktur als auch die Inhalte solcher Angriffe und machen sie zu einem profitablen Geschäft.

Wer steckt dahinter?

Cyber Influence Attacks gehen nicht nur von staatlichen Akteuren wie russischen oder chinesischen Geheimdiensten aus. Die Bandbreite reicht von Regierungen über staatlich gesteuerte oder staatsnahe Hacker- und Aktivistengruppen, private Auftragnehmer (z. B. PR-Firmen, Sourcing-Dienstleister), politische Gruppen bis hin zu Einzelpersonen. Dabei verschwimmen die Grenzen zwischen staatlichen und privaten Akteuren zunehmend.

Ein Selbsttest des britischen Think Tanks Recorded Future zeigte 2019 exemplarisch, wie einfach professionell wirkende Kampagnen beauftragt werden können: Zwei private russische Anbieter im Darknet offerierten dort Desinformationskampagnen gegen eine fiktive mittelgroße Firma, inklusive koordinierter Posts, Artikel, Kommentaren und Fake-Profilen. Der Preis solcher Kampagnen: Rund 5.000 US-Dollar pro Monat.

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Was sind die Ziele?

Die Ziele und Arten solcher Kampagnen sind vielseitig:

  • Reputationsschädigung durch Fake News, Deepfakes oder manipulierte CEO-Zitate
  • Diskreditierung von Produkten, Entscheidungen, Personen
  • Beeinflussung strategischer oder wirtschaftlicher Unternehmensentscheidungen
  • Aktienkursmanipulationen und Betrug
  • Verunsicherung von Kunden, Investoren und Mitarbeitenden
  • Einflussnahme auf politische Entscheidungsprozesse durch wirtschaftliche Schwächung wichtiger Branchen und Unternehmen
  • Störung des Betriebsklimas und der Produktion

Angriffsmuster und technische Umsetzung

Cyber Influence Attacks gegen Unternehmen bedienen sich derselben Muster wie Desinformationskampagnen aus dem politischen Raum. Ihre Hauptmittel sind:

  • „Koordiniertes Online-Verhalten“ über Social Media: Bots, Trolle, bezahlte Influencer oder KI-Accounts verbreiten gezielt und zeitlich koordiniert schädigen Botschaften
  • Fake-Webseiten und gekaperte Domains, die echten Unternehmensseiten nachempfunden sind
  • Automatisierte Profile und Kommentarfunktionen, um künstliche Zustimmung („astroturfing“) zu erzeugen
  • Deepfake-Videos, manipulierte Interviews oder CEO-Statements
  • Spoofing und Identitätsdiebstahl zur Erzeugung von Verwirrung
  • Social Media-Kanäle, die gezielt polarisierende Inhalte verbreiten (z. B. TikTok-Videos, Telegram-Kanäle, Reddit-Threads)
  • Kombinierte on- und offline Aktionen (z.B. Boykott, Proteste, Sticker, Aufkleber, Plakate oder fake Gutscheine)

Deutschland: Immer mehr Angriffe und wenig Gegenwehr

Desinformationsangriffen gegen Unternehmen, Marken und Unternehmen nehmen in Deutschland stark zu. Grund dafür sind vor allem geopolitische Konflikte (Russland-Ukraine oder Gaza) und innenpolitische Auseinandersetzungen. Im Fokus stehen hier bislang insbesondere Unternehmen der kritischen Infrastruktur, Rüstungsunternehmen, die Automobilbranche und andere DAX-Unternehmen. Politisches Ziel solcher Angriffe ist es zumeist, durch Desinformationskampagnen mit Horrormeldungen aus der Wirtschaft gezielte Angst, Panik und Unsicherheit zu erzeugen:

  • Russische Akteure verbreiten beispielswies koordinierte Inhalte zu Werksschließungen, Energieknappheit oder Bankenkrisen.
  • Chinesische Sourcing-Dienstleister oder Propaganda-Kanäle auf TikTok nutzen virale Inhalte zur Diskreditierung westlicher Marken und dem positiven Framing chinesischer Unternehmen.
  • Dienstleister, Influencer, Aktivisten und Einzelpersonen betreiben mittels KI-automatisierte „Nachrichtenkanäle“ (vor allem auf TikTok, Instagram und Youtube) mit Falschnachrichten und Horrornews für finanzielle Gewinne.

Und die Abwehr?

Nur die wenigsten Unternehmen sind auf systematische und koordinierte Informationsangriffe vorbereitet. Angriffe werden so zumeist erst spät entdeckt, nämlich dann, wenn die Botschaften bereits ein breites Publikum erreicht haben. Frühwarnsysteme funktionieren oft nur mittelmäßig, vor allem da Social Media Monitoring als genuine Domäne von PR, Marketing und Kommunikations-Einheiten gilt, die keinen Sicherheitsfokus haben. Und auch in der Frage der Beantwortung beziehungsweise Reaktion gibt es wenig Übung mit Cyber Influence Attacks. Takedowns, Strafanzeigen und einfache Pressestatements sind oft immer noch das Mittel der Wahl. Im Vergleich zu den agilen und multidimensionalen Angriffsmethoden greifen diese jedoch zu kurz. Takedowns und rechtliche Prozeduren sind räumlich begrenzt und Ressourcen- wie Zeit-intensiv und stehen damit in einem Missverhältnis zum Aufwand, den es braucht, um eine digitale Angriffs-Infrastruktur aufzusetzen.

Was tun? Handlungsempfehlungen für Unternehmen

Unternehmen brauchen im heutigen politischen und wirtschaftlichen eine klare Strategie sowie die notwendigen Tools, Ressourcen und Fähigkeiten, um Desinformationsangriffe abwehren zu können:

Unternehmensweite Strategie für „strategic communication resilience“:
Dazu zählen Reaktionsszenarien, Kommunikationsrichtlinien, Trainings für Führungskräfte und Mitarbeitende sowie die Integration von Reputations- und Informationsschutz in bestehende BCM- oder Krisenreaktionspläne.

Digitales Frühwarnsystem: Aufbauend auf einem Software-gestützten Monitoring von Social Media, News-Plattformen, Messengerdiensten und online Foren (social listening) mit Sicherheitsfokus. Ziel ist die Früherkennung von viralen Narrativen, feindlichen Aktivitäten oder koordiniertem Verhalten. OSINT-Software und Kompetenzen dienen ferner der Aufklärung von Angriffen.

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Abteilungsübergreifender „Cyber Information Response“-Strukturen
Zusammenführung von IT, Unternehmenskommunikation, Legal und Public Affairs in Taskforces oderoperativen Lagezentrum mit klaren Zuständigkeiten, Ablaufplänen und Aufgaben zur schnellen Reaktion.

Toolstack und Kooperation mit externen Experten und Behörden
Zur Abwehr von Desinformationsangriffen sind eine Vielzahl digitaler Tools notwendig. Zudem sind Netzwerke zu Experten und Behörden wichtig, um eine aktive und erfolgreiche Abwehr zu gestalten.

Fazit

Cyber Influence Attacks sind eine wachsende und strategisch hochrelevante Bedrohung für Unternehmen weltweit. Sie operieren außerhalb klassischer Sicherheitsarchitekturen, nutzen psychologische, technologische und kommunikative Mittel und zielen auf das, was jedes Unternehmen trägt: Vertrauen. Der Schutz vor diesen Angriffen erfordert ein Umdenken. Nicht nur in der Technik, sondern auch in der Unternehmensführung, im Kommunikationsmanagement und in der strategischen Risikoanalyse. Wer heute Informationssicherheit ernst nimmt, muss mehr tun als Firewalls installieren – er muss auch Informationsräume aktiv schützen. Denn im digitalen Zeitalter ist nicht nur das Geschäftsmodell ein Wert, sondern auch die Deutungshoheit darüber, wie die Welt ein Unternehmen sieht.

 

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Nachfrage nach Abhörschutztechnik steigt

Eine rasant steigende Nachfrage nach Geräten für den Abhörschutz und die Abwehr von Überwachungsmaßnahmen – im Fachjargon Technical Surveillance Counter Measures (TSCM) genannt – erfährt eigenen Angaben zufolge das Karlsruher Sicherheitsunternehmen hensec.

Firmeninhaber Kevin Heneka erklärt: „Immer mehr Unternehmen erkennen, dass es über Cybersecurity hinaus notwendig ist, sich auch im realen Leben vor Wirtschaftsspionage durch Konkurrenten und staatliche Akteure zu schützen. Auf Reisen, in Konferenzen und am Verhandlungstisch besteht überall die Gefahr, illegal abgehört oder gefilmt zu werden. Die Firmen müssen proaktiv agieren, um sich vor dem Ausspähen von Geschäftsgeheimnissen, vertraulichen Verhandlungen und persönlichen Informationen zu schützen.“ Hierfür hält hensec eine ganze Reihe von TSCM-Systemen bereit, die laut Anbieter höchsten Sicherheitsanforderungen genügen.

TSCM-Detektor erkennt GSM, LTE, 5G, WLAN, Bluetooth und mehr

Im Zentrum des Portfolios steht der TSCM-Detektor M1-PRO, der verdeckte Überwachungsgeräte im Frequenzbereich von 0 kHz bis 20 GHz aufspürt. Das System erkennt sowohl analoge als auch digitale, drahtlose oder verkabelte Spionagegeräte, einschließlich GSM, LTE, 5G, WLAN und Bluetooth. Mit intelligenten Sonden wie einer Thermal- und Laser-/Infrarotsonde kann der M1-PRO sogar Geräte, die gar keine Signale aussenden, wie beispielsweise Audiorecorder im Standby-Modus oder Laser-Mikrofone, auffinden. Eine spezielle GPS-Antenne reaktiviert verborgene GPS-Tracker zur Detektion, während die Mikrokamera-Sonde selbst ausgeschaltete Kameras lokalisiert.

Minispion-Detektor mit HF-Spektrumanalysator

Ergänzend dazu fungiert der MEFF M2-PRO als Minispion-Detektor mit integriertem HF-Spektrumanalysator. Das Gerät scannt Bandbreiten von 100 Hz bis 24 GHz im Mikrosekundentakt und ist damit prädestiniert für die Erkennung illegaler Abhörsignale, umfassende Hochfrequenzanalysen und den Schutz vor Missbrauch im HF-Spektrum. Anwender bestätigen: „Das ist eine der besten Lösungen zum Detektieren von BTLE-Devices oder illegalen Trackern (z. B. AirTags), die wir je getestet haben.“ Mit knapp 4 kg Gewicht und bis zu 6 Stunden Batteriebetrieb ist das Gerät für den mobilen Einsatz bestens geeignet. Eine Echtzeit-Richtungserkennung ermöglicht die präzise Verfolgung von Signalen, während die integrierte automatische Berichtserstellung wertvolle Zeit bei der Nacharbeit spart.

Kameralinsen werden selbst ausgeschaltet aufgespürt

Für die optische Überprüfung von Räumlichkeiten bietet hensec den MEFF S1-Optik an. Dieses ebenfalls tragbare Gerät erkennt versteckte Minikameras, unabhängig davon, ob sie ein- oder ausgeschaltet sind – selbst dann, wenn sie über keine Stromversorgung verfügen. Die Kameralinsen werden hierzu durch einen leistungsstarken roten LED-Strahl und spezielle Rotfilter-Brillen visuell ausfindig gemacht. Der mit einem Helm gelieferte Detektor ist ideal für schnelle Sicherheitsüberprüfungen in sensiblen Bereichen wie Konferenz- oder Hotelzimmern.

Immer dreister, immer raffinierter

Kevin Heneka erklärt: „Die Wirtschaftsspione werden nicht nur immer dreister, sondern setzen dazu auch immer raffiniertere Technik ein. Die Abwehrmaßnahmen müssen mit dieser technischen Aufrüstung mithalten, um wirksam zu sein. Genau das ist der Anspruch und das Leistungsversprechen von hensec.“

-PM hensec-

 

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50 Jahre Zentraler Bergungsort der Bundesrepublik Deutschland

Das kulturelle Gedächtnis im Barbarastollen

Seit 1975 lagern im Zentralen Bergungsort der Bundesrepublik Deutschland (ZBO), besser bekannt als „Barbarastollen“ bei Freiburg, Millionen Mikrofilme mit über einer Milliarde Ablichtungen von einzigartigen historischen Dokumenten, Urkunden und Schriftstücken.

In diesem Jahr feiert die Bundesrepublik das 50-jährige Bestehen des ZBO.       

Ein Ort mit Symbolkraft

„Der Barbarastollen ist das kulturelle Langzeitgedächtnis unserer Nation. Es ist wichtig, dass sich Bund und Länder mit der Sicherungsverfilmung und der Bewahrung der Sicherungskopien im Barbarastollen gemeinsam im Kulturgutschutz engagieren. Wir sehen leider, dass in Kriegen und bewaffneten Konflikten, die Zerstörung von Kulturgut gezielt geschieht, um die angegriffenen Nationen ihrer Identität zu berauben und sie damit zu demoralisieren. Im Barbarastollen wird bewahrt, was die Identität unseres Landes ausmacht – über Generationen hinweg“, sagt BBK-Präsident Ralph Tiesler im Vorfeld der Jubiläumsveranstaltung.

Schutz für das kulturelle Erbe Deutschlands

Der ZBO dient der Bundessicherungsverfilmung, einem seit 1961 laufenden, weltweit einzigartigen Verfahren zur Langzeitsicherung von Kulturgut. In enger Kooperation zwischen dem Bund, den Landesarchiven, dem Bundesarchiv und der Stiftung Preußischer Kulturbesitz werden kulturell bedeutsame Archivalien auf Mikrofilm gesichert in speziell entwickelten Behältern verwahrt und anschließend im Barbarastollen eingelagert. Über 1,3 Milliarden Aufnahmen sind dort inzwischen aufbewahrt – geschützt für kommende Generationen.

Auch im Krisenfall höchste Sicherheit

Der Barbarastollen ist der einzige Ort in Deutschland, der unter dem Sonderschutz-Status der Haager Konvention zum Schutz von Kulturgut bei bewaffneten Konflikten steht. Als eine Art „nationales Gedächtnis“ ist der Barbarastollen mit dem dreifachen Schutzkennzeichen versehen. Bereits 1978 wurde der Barbarastollen in das internationale Register der Objekte unter Sonderschutz bei der UNESCO eingetragen. Der Stollen selbst – gut 400 Meter tief im Berg – bietet aufgrund seiner topografischen Lage und geologischen Beschaffenheit einen optimalen Schutz für die gelagerten Mikrofilme.

Jubiläumsveranstaltung mit symbolischer Einlagerung

Anlässlich des Jubiläums hat das BBK am 9. Oktober 2025 zu einer Feierstunde in den Barbarastollen eingeladen. Neben einer Rede des BBK-Präsidenten Ralph Tiesler standen auch ein Interview mit einem Zeitzeugen der ersten Stunden des ZBO auf dem Programm. Ferner gab es eine symbolische Einlagerung zweier Sonderprojekte der Bundessicherungsverfilmung. Dazu gehören unter anderem die Verfilmung von historischen Akten zur eigenen Entstehungsgeschichte des ZBO sowie ein Projekt zur Bewahrung immateriellen Kulturerbes. Für Letzteres wurde exemplarisch eine umfangreiche Dokumentation der Brauchtümer „Rheinischer Karneval und Alemannische Fastnacht“, die seit 2015 in das Bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufgenommen wurden, auf Mikrofilm ausbelichtet, um es für die Ewigkeit einzulagern.

-PM BBK-

 

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Aktuelle Bedrohungen durch Linksextremisten in Deutschland

Von Prof. Dr. Stefan Goertz, Hochschule des Bundes, Fachbereich Bundespolizei

Angriffe und Sabotage gegen KRITIS, häufig gegen die Deutsche Bahn AG, Wirtschaftsunternehmen, Polizei, Bundeswehr und andere Einrichtungen stellen aktuelle Schwerpunkte linksextremistischer Gewalt dar. Nach dem aktuellen Stand der polizeilichen Ermittlungen wurde der Brandanschlag auf Strommasten im Südosten von Berlin Anfang September 2025, der in der Bundeshauptstadt zum längsten Stromausfall seit mindestens 25 Jahren führte, nach Angaben der Berliner Innensenatorin Iris Spranger (SPD), von Linksextremisten verübt.

Der aktuelle Brandanschlag Anfang September in Berlin, der Angriff auf ein israelisches Rüstungsunternehmen Anfang September 2025 in Ulm: Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) warnte Mitte September 2025 vor weiteren linksextremistischen Anschlägen und Gewalttaten, auch mit antisemitischer Motivation: „Derzeit sehen wir wieder linksextremistischen Terror in Deutschland“, erklärte Thomas Strobl, Innenminister von Baden-Württemberg. „Wir stehen vor enormen sicherheitspolitischen Herausforderungen in dem Bereich. Dazu zählt für mich ausdrücklich der Bereich des Antisemitismus: Auch hier stehen wir mindestens an der Schwelle zum Terror.“1 Strobl bezog sich hierbei unter anderem auf einen Angriff auf ein israelisches Rüstungsunternehmen in Ulm Anfang September 2025. Mehrere Personen drangen dabei in eine Niederlassung der Rüstungsfirma Elbit ein. Dort sollen sie mit Äxten, einem Hammer und anderen Mitteln mehrere Räume sowie technische Infrastruktur beschädigt haben. Außerdem zündeten die Tatverdächtigen vor dem Gebäude Rauchbomben und brachten Farbschmierereien an der Fassade an. Der Schaden wird auf eine Million Euro geschätzt. In einem Video, das in Social Media kursiert, war zu sehen, dass die Personen bei ihrem Einbruch Pullover mit der Aufschrift der in England verbotenen Gruppierung „Palestine Action“ trugen und israelfeindliche Parolen riefen.2

Die deutschen Verfassungsschutzbehörden stellen aktuell fest, dass die gewalttätigen Angriffe von Linksextremisten3 auf Vertreter des Staates (vor allem auf Polizeibeamte) sowie auf Wirtschaftsunternehmen das strategische Ziel haben, politische und wirtschaftliche Entscheidungen in einem linksextremistischen Sinn zu beeinflussen. Mit der ideologisch hergeleiteten „Selbstermächtigung zum Widerstand“ gegen einen vermeintlich „repressiven Staat“ wollen Linksextremisten „demokratische Protestformen instrumentalisieren und radikalisieren“, um „Diskurse zu verschieben und die freiheitliche Gesellschaft zu polarisieren“, erläutert das Bundesamt für Verfassungsschutz aktuell.4

Dieser Beitrag untersucht aktuelle Trends im Linksextremismus in Deutschland und beginnt mit den aktuellen Zahlen der Sicherheitsbehörden zum Extremismusphänomenbereich Linksextremismus. Darauf folgen die Kapitel linksextremistische Straftaten in den linksextremistischen Themenbereichen „Antifaschismus“ und „Antirepression“ sowie als Schwerpunkt Bedrohungen für Wirtschaftsunternehmen und KRITIS, dabei auch Von „Switch“ off zu „Aktionen“ gegen Rüstungsunternehmen.

Aktuelle Zahlen – Straftaten und Personenpotenzial

Das linksextremistische Personenpotenzial wächst seit Jahren kontinuierlich, aktuell gehen die Sicherheitsbehörden von 38.000 Linksextremisten in Deutschland aus. Gegenüber dem Vorjahr stellt dies einen Anstieg um 1.000 Personen dar. Von diesen 38.000 Personen werden 11.200 von den Sicherheitsbehörden als gewaltorientiert eingestuft. Die Zahl linksextremistisch motivierter Straftaten stieg 2024 um 37,9 % auf 5.857 Delikte.5

Im Jahr 2024, dem Berichtsjahr des aktuellen Verfassungsschutzberichtes aus dem Sommer 2025, der die von den Sicherheitsbehörden festgestellten Straftaten im Bereich PMK/Extremismus veröffentlicht, verübten Linksextremisten im Hellfeld unter anderem 216 Körperverletzungen, 86 Brandstiftungen, 59 Mal Landfriedensbruch, zehn gefährliche Eingriffe in den Bahn-, Luft-, Schiffs- und Straßenverkehr sowie 3143 Fälle von Sachbeschädigung (ein deutlicher Anstieg gegenüber 2301 Fällen im Vorjahr), 165 Fälle von Nötigung/Bedrohung sowie 140 Propagandadelikte.6

Von den linksextremistisch motivierten Gewalttaten wurden im Themenfeld „Gewalttaten gegen die Polizei/Sicherheitsbehörden“ 233 Fälle eingeordnet. Die Zahl linksextremistischer Straftaten gegen Rechtsextremisten bzw. vermeintliche Rechtsextremisten verdoppelte sich nach Angaben der Sicherheitsbehörden von 1.650 im Jahr 2023 auf 3.859 im Jahr 2024. Außerdem wurden im Jahr 2024 99 antisemitische Straftaten, darunter sechs Gewalttaten, als linksextremistisch motiviert eingestuft, was einen erheblichen Anstieg um 175 % bedeutet.7

Linksextremistische Straftaten in den linksextremistischen Themenbereichen „Antifaschismus“ und „Antirepression“

Besonders stark ausgeprägt sind Brutalität und Gewaltbereitschaft im „antifaschistischen Kampf“ gewaltbereiter Linksextremisten, im Kampf gegen politische Gegner, tatsächliche sowie vermeintliche Rechtsextremisten. So verüben Linksextremisten, häufig professionell, klandestin organisierte Kleingruppen bzw. Zellen immer wieder körperliche Angriffe auf mutmaßliche „Faschisten“.

Das von gewaltbereiten Linksextremisten ausgehende Gefährdungspotenzial wird von den Sicherheitsbehörden aktuell als „hoch“ bewertet. So hat sich die Zahl linksextremistischer Straftaten in den letzten Jahren stark erhöht.8 Regelmäßig verüben Linksextremisten Angriffe auf die körperliche Unversehrtheit von Menschen, vor allem gegen politische Gegner (linksextremistisches Themenfeld „Antifaschismus“) sowie Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte (linksextremistisches Themenfeld „Antirepression“).

Linksextremisten wollen die Bundesrepublik Deutschland, den Staat und seine Institutionen, häufig die Polizei und auch andere Behörden, delegitimieren. Indem das staatliche Handeln als „faschistisch“, „rassistisch“, „repressiv“ oder „Polizeigewalt“ diffamiert wird, soll das Vertrauen in staatliche Institutionen gezielt untergraben werden.

Aktuell stellen die Verfassungsschutzbehörden fest, dass die Vielzahl linksextremistischer Gewalttaten, die teilweise hemmungslose Gewaltanwendung sowie die Abschottung einzelner linksextremistischer Kleingruppen in eine Radikalisierungsspirale führen könnten, „die im schlimmsten Fall eine Entwicklung hin zu terroristischen Strukturen als möglich erscheinen lässt“. Vor diesem Hintergrund sei „auch der Schritt zur gezielten Tötung eines politischen Gegners nicht mehr völlig undenkbar“, erklärt das Bundesamt für Verfassungsschutz aktuell.9

Nahezu jedes staatliche Handeln wird von Linksextremisten als „Repression“ gewertet. Linksextremistische Agitation und Gewalt richten sich im Aktionsfeld „Antirepression“ somit seit vielen Jahren vor allem gegen Polizeibeamte (teilweise sogar in deren privatem Umfeld), die als direkte Repräsentanten des staatlichen „Repressionsapparates“ angesehen werden. Angriffsziele im linksextremistischen Themenfeld „Antirepression“ sind meistens Polizeiwachen, aber auch Ordnungsämter, Gerichte, Jobcenter sowie Büros sonstiger „Handlanger“ und „Profiteure“ des „Repressionsapparates“, wie beispielsweise private Sicherheitsfirmen.

Im Themenfeld „Antirepression“ agitieren und agieren Linksextremisten, häufig auch mit Gewalt gegen Menschen, vor allem gezielt gegen die Polizei als Teil eines angeblichen staatlichen „Repressionsapparats“. Dieser diene aus der Sicht von Linksextremisten der „Unterdrückung emanzipatorischer Strukturen“ und solle „kompromisslos den Machterhalt der angeblich herrschenden Klasse sichern“.10

Neben der Polizei, anderen Behörden und Gerichten stehen aktuell aber auch Wirtschaftsunternehmen im Fokus linksextremistischer Agitation im Themenfeld „Antirepression“, da sie aus Sicht von Linksextremisten den vermeintlich „repressiven Staat“ unterstützen. So werden auch Banken und Wirtschaftsunternehmen in den Bereichen Energie, KRITIS, Telekommunikation, Automobilindustrie, Rüstung und andere zum Ziel linksextremistischer Straftaten.11

Gewaltorientierte Linksextremisten wenden sich seit vielen Jahren reflexhaft gegen das Gewaltmonopol des demokratischen Rechtsstaates. Aus der Sicht der linksextremistischen Szene nutzt und missbraucht die Polizei als angeblicher „Handlanger“ des zu bekämpfenden „kapitalistischen Systems“ das staatliche Gewaltmonopol. „Repression“ durch die Polizei solle, so die Unterstellung, die „Revolution“ verhindern. Dies ist der ideologische Hintergrund der gewaltorientierten Linksextremisten gegenüber Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten, wie die Verwendung des in der linksextremistischen Szene verbreiteten Akronyms „A.C.A.B.“ („all cops are bastards“) zeigt. Polizeibeamte stellen nach Angaben der deutschen Sicherheitsbehörden für gewaltorientierte Linksextremisten „personifizierte Hauptfeindbilder“ und zum Teil sogar „entmenschlichte“ Hassobjekte dar. Diese entmenschlichende Wahrnehmung kreiert den Dualismus „wir“ gegen den „Feind“ und vereinfacht die Rechtfertigung von Gewalt, die sich dann aus Sicht von Linksextremisten nicht mehr gegen Menschen, sondern gegen „bloße Teile“ einer angeblichen „Repressionsmaschinerie“ richtet. Immer wieder verletzen gewaltorientierte Linksextremisten Polizeibeamte bei Demonstrationen. Polizeibeamte, die im Einsatz die Ausübung des Versammlungsrechts schützen, werden hierbei für gewaltbereite Linksextremisten zu Ersatzzielen, wenn Gewalt gegen den eigentlichen politischen Gegner (zum Beispiel gegen tatsächliche oder vermeintliche Rechtsextremisten) nicht ausgeübt werden kann. Zur Strategie gewaltbereiter Linksextremisten gehört es, auf angebliche „Polizeiübergriffe“ oder vermeintlichen „Polizeiterror“ mit „Gegenangriffen“ zu reagieren. Im Sommer 2025 stellte das Bundesamt für Verfassungsschutz fest, dass gewaltorientierte Linksextremisten in der Polizei „das zentrale Feindbild im Kampf gegen den verhassten Staat“ sehen.12

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Das häufig von Linksextremisten benutzte Kürzel A.C.A.B., “All Cops are Bastards“, wurde in den letzten Jahren von Linksextremisten um A.C.A.T., “All Cops are Targets“ ergänzt. Target bedeutet Ziel und ist auch ein militärischer Begriff, der impliziert, dass “Targets“, Ziele (völkerrechtlich) legitim bekämpft werden dürfen. Dies stellt gegenüber A.C.A.B. eine weitere, erhebliche Eskalation dar.

Gewaltorientierte Linksextremisten betreiben regelmäßig eine verbale Entmenschlichung von Polizeibeamten. Diese hätten demnach „allein schon durch ihre Berufswahl und -ausübung massive physische Gewalt verdient“.13 Die Menschenwürde des einzelnen Polizeibeamten bleibt in diesem linksextremistischen Weltbild nach Angaben des Bundesamtes für Verfassungsschutz „völlig hinter dem kollektiven Feindbild Polizei zurück“. Bezeichnungen wie „Mörder in Uniform“, „Robo-Cops“ und „Bullenschweine“ sind in der Szene der Linksextremisten seit Jahren üblich und werden auch gezielt öffentlich verwendet, auch online.14

Bedrohungen für Wirtschaftsunternehmen und KRITIS

Gewaltorientierte Linksextremisten greifen aktuell immer wieder gezielt Kritische Infrastrukturen, aber auch Einrichtungen der allgemeinen Infrastruktur in Deutschland an. Diese dienen nach linksextremistischer Ansicht „einzig den Interessen und der Funktionsfähigkeit eines skrupellosen Staates, der allein darauf aus sei, kapitalistische Profitorientiertheit zu befriedigen und seine Macht durch Repression zu sichern“, analysiert das Bundesamt für Verfassungsschutz aktuell. Vor allem die Wirtschaftsbereiche Energie, Informationstechnik und Telekommunikation sowie Transport und Verkehr sind in den verschiedensten Themenzusammenhängen Ziele linksextremistisch motivierter Sabotagehandlungen, Sachbeschädigungen und Brandstiftungen. Die linksextremistischen Anschläge auf Kabelschächte, Strom- oder Mobilfunkmasten sowie Baugerät auf Baustellen für den Infrastrukturausbau treffen nach Angaben der Verfassungsschutzbehörden „nicht nur die Unternehmen, die hierdurch wirtschaftlichen Schaden erleiden, sondern auch weite Teile der Bevölkerung; einigen Fällen waren in den letzten Jahren ganze Stadtteile teils stundenlang ohne Strom, Internet oder Telefon.“15 Als Folge von linksextremistischen Anschlägen rund um Bahnanlagen und Einrichtungen der Deutsche Bahn AG kommt es immer wieder zu spürbaren Ausfällen und Verspätungen im Bahnverkehr. Die Deutsche Bahn AG wird von der linksextremistischen Szene als größtes Logistikunternehmen der „kapitalistischen Profitwirtschaft“ angeprangert. Vor allem Kabelstränge im Bereich der Gleisanlagen sind regelmäßige Angriffsziele gewaltorientierter Linksextremisten.

Nach Angaben der deutschen Sicherheitsbehörden verübten Linksextremisten im Jahr 2024 eine hohe Anzahl von Straftaten gegen Wirtschaftsunternehmen sowie gegen Kritische und sonstige Infrastrukturen. Die deutschen Verfassungsschutzbehörden stellen aktuell fest: „Linksextremismus gefährdet damit nicht nur den Wirtschaftsstandort Deutschland, die Auswirkungen werden auch für breite Teile der Bevölkerung immer spürbarer.“16 Daher betont das Bundesamt für Verfassungsschutz auch aktuell, dass neben dem Schaden von mutmaßlich über Hundert Millionen Euro, der beim Brandschlag der linksextremistischen „Vulkangruppe“ auf die Stromversorgung des Tesla-Werks in Grünheide bei Berlin entstand, auch andere Wirtschaftsunternehmen, eine Klinik sowie zahlreiche Bürger in Berlin und Brandenburg von dem massiven Stromausfall betroffen waren.17

Von „Switch“ off zu „Aktionen“ gegen Rüstungsunternehmen

Nach Angaben der Verfassungsschutzbehörden wurde Anfang 2023 die linksextremistische Kampagne „Switch off – the system of destruction“ (kurz: „Switch off“) initiiert. Damit „forcieren Linksextremisten eine Verbindung des klassischen linksextremistischen Aktionsfelds ‘Antikapitalismus‘ mit klimapolitischen Themen“, erläutert das Bundesamt für Verfassungsschutz aktuell. Im Kampagnenaufruf von „Switch off“ wird jegliches staatliche Handeln zur Lösung der Klimakrise abgelehnt und gefordert, die Verantwortlichen für die „Zerstörung der Natur“ und die „Infrastruktur des Kapitalismus“ anzugreifen und die „bestehenden Verhältnisse zu überwinden“. Auf der Kampagnen-Website findet sich eine Auflistung verschiedener Energieversorger und anderer Industrieunternehmen, die demnach in besonderem Maße für die Klimakrise verantwortlich seien. Die betroffenen Wirtschaftsunternehmen „werden hierdurch klar ersichtlich zu Zielen für Straftaten erklärt“, betonte das Bundesamt für Verfassungsschutz im Juni 2025.18

Das Label „Switch off“ wurde seit Beginn des Jahres 2023 in zahlreichen Bekennerschreiben zu Sachbeschädigungen und Brandstiftungen mit zum Teil erheblichen Schadenssummen verwendet. So gibt es auf der Website eine Auflistung von über 100 Straftaten allein in Deutschland.19 Vor allem „Sabotage“ sei aus der Sicht der Betreiber von „Switch off“ ein effektives Mittel zur Störung des „kapitalistischen Profitkreislaufs“.20

Im thematischen Kontext „Kampf gegen die Automobilindustrie“ verwenden Linksextremisten und Linksradikale bei einschlägigen Portalen wie de.indymedia.org, switch off – the system of destruction sowie disrupt-now.org aktuell Begriffe wie „Infrastruktur des kapitalistischen Systems, Zerstörung der Natur, kapitalistische Maschinerie, gegen Autos, gegen das System Auto, Imperiale Lebensweise global intensivierende imperiale Produktions- und Lebensweise (IPLW), Automobilindustrie, Autos und Autobahnen im Allgemeinen und im Speziellen mit ihrer Verknüpfung zum Nazi-Faschismus“21.

Im Bekennerschreiben der „Vulkangruppe“, die am 5.3.2024 das Tesla-Werk in Grünheide bei Berlin sabotierte, wurden die Begriffe „Killermaschinen“, „Monstertrucks“, „Automobilindustrie als Technofaschisten“ genutzt. In Bezug auf die Größe von Kraftfahrzeugen wurde im gleichen Post formuliert: „Tesla militarisiert die Straße. Seine fahrenden Panzer sind Kriegsgerät. Das Auto als Waffe. Die Straße das Schlachtfeld. Tesla hat statt 9mm jetzt 856 PS in die Welt gesetzt.“22

Unter anderem der Farbanschlag (verbunden mit einer Botschaft an die Öffentlichkeit23) auf das Privathaus des damaligen Vorstandsvorsitzenden der Volkswagen AG im September 2021, der Brandanschlag auf das Gartenhaus des Vorstandsvorsitzenden der Rheinmetall AG, Armin Papperger, im Frühjahr 202424 sowie aktuell der Demonstrationszug von mindestens 200 Personen im Stadtviertel des Rheinmetall-CEO Papperger Ende August 2025 (im Rahmen der „Aktionstage Rheinmetall entwaffnen“ zeigen, dass deutsche Linksextremisten CEO von Wirtschaftsunternehmen auch persönlich – aktuell mit Demonstrationen, Sachbeschädigungen, Brandanschlägen etc. – als Angriffsziele markieren und diese bzw. deren Eigentum dann auch angreifen.

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Auf der Seite des online Auftritts https://rheinmetallentwaffnen.noblogs.org/post/2025/06/26/aufruf-mach-was-wirklich-zaehlt-im-august-nach-koeln/ vom 26.6.2025 wurde acht Wochen vor dem „Protestcamp“ folgendes angekündigt:

„Nutzen wir das Camp, um uns auszutauschen, gemeinsame Erfahrungen zu sammeln und uns international zu vernetzen. Es wird spannende Vorträge, Workshops und Aktionen geben. Wir werden zusammen auf die Straße gehen, unseren Widerstand sichtbar machen und aktiv eingreifen.“25

Im August 2025 – kurz vor dem mehrtägigen „Protestcamp“ „Rheinmetall entwaffnen“ – warnte das Bundeskriminalamt zum wiederholten Male innerhalb weniger Wochen davor, dass deutsche Rüstungsunternehmen, Zulieferer und Partner potenzielle Angriffsziele politisch motivierter Kriminalität sind. Explizit verwies das BKA dabei auf eine „zunehmende Bedrohung durch linksextremistische Gruppen“ hin.26

Das „Protestcamp“ „Rheinmetall entwaffnen“ fand vom 26.8. bis 31.8.2025 am Fuße des Fernsehturms Colonius in Köln statt. Zuvor hatte das Oberverwaltungsgericht Münster ein Verbot der Polizei Köln aufgehoben. Das Verbot sei rechtswidrig, weil es die Versammlungsfreiheit verletze.27

Bei einer Demonstration im Kontext „Rheinmetall entwaffnen“ kam es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen – „Faustschläge, Fußtritte, Schubsen und Wegdrängen“ –, nach Polizeiangaben wurden die Personalien von 525 Personen aufgenommen, sechs Personen wurden festgenommen; aktuell geht die Polizei von 57 Straftaten aus, von Körperverletzung über Sachbeschädigung bis zur Volksverhetzung. Nach Angaben der zuständigen Polizeibehörden wurden 13 Polizeibeamte verletzt, zudem auch „mindestens neun Teilnehmer“.28 Die Demonstration des Bündnisses „Rheinmetall entwaffnen“ wurde nach Angriffen auf Polizeibeamte und wiederholten Verstößen gegen das Versammlungsrecht schließlich von der Polizei gestoppt.

Der polizeiliche Einsatzleiter gab Details über das Vorgehen der gewaltorientierten Teilnehmer bekannt: „Auch wenn der überwiegende Teil der etwa 3000 Menschen friedlich war, gab es einen Block von etwa 500 Personen, die sich nicht an Vereinbarungen gehalten und der gesamten Versammlung in der öffentlichen Wahrnehmung einen unfriedlichen Charakter verliehen haben“. Einige Gewalttäter sollen offenbar vergeblich versucht haben, polizeilichen Einsatzkräften die Schusswaffe aus den Holstern zu reißen. „Den Angreifern gelang es indes, zwei Einsatz-Mehrzweckstöcke und Einsatzunterlagen der Verbindungsbeamten zu rauben“, so der Einsatzleiter.29

Fazit

Aktuell ist festzustellen, dass gewaltbereite Linksextremisten ihre Strategie des Verübens massiver Gewalttaten sowohl gegen politische Gegner (linksextremistisches Themenfeld „Antifaschismus“), „Faschisten“, als auch gegen Polizeibeamte (linksextremistisches Themenfeld „Antirepression“) um Angriffe und Sabotage gegen KRITIS, Einrichtungen der allgemeinen Infrastruktur und Wirtschaftsunternehmen u.a. der Bereiche Energie, Automobilindustrie, Telekommunikation sowie Rüstung erweitert haben. Neben umfangreicher online-Agitation gegen Führungskräfte von Wirtschaftsunternehmen greifen Linksextremisten aktuell auch deren CEO öffentlichkeitswirksam mit Sachbeschädigungen an. Linksextremistische Angriffe auf Wohnsitze von CEO mit Buttersäure, Farbe und Steinen sowie Brandstiftung gegen Privatautos, verbunden mit dem online-Veröffentlichen von Privatadressen, häufen sich aktuell.

Allein seit Juni 2025 verübten Linksextremisten wiederholt Brandanschläge auf Fahrzeuge der Bundeswehr, Fahrzeuge von Amazon und der Telekom (DTAG), auf Bahnstrecken und auf Mobilfunknetze.

Auf der Kampagnenwebsite „Switch off – The System of Destruction“ veröffentlichen Linksextremisten neben Aufrufen zu „militantem Handeln“, zu „direkten Angriffen“, zu „Revolte und Zerstörung“ auch Bekennerschreiben zu Sabotageakten und Sachbeschädigungen. Aktuell auch zum Brandanschlag Anfang September in Berlin.30 Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner sprach davon, dass „bewusst Menschenleben und die Sicherheit der Stadt gefährdet“ wurden: Tausende Haushalte ohne Strom, Ampeln waren ausgeschaltet, Notrufnummern nicht erreichbar.31

Gewaltorientierte Linksextremisten kalkulieren neben gravierenden Folgen für KRITIS und Wirtschaftsunternehmen auch drastische Konsequenzen für tausende von Menschen bewusst ein. Nach dem aktuellen linksextremistischen Brandanschlag in Berlin waren etwa 13.700 Haushalte ohne Strom, tausende ohne warmes Wasser, Notrufnummern waren unterbrochen, der öffentliche Personennahverkehr massiv unterbrochen.

Im Bekennerschreiben auf „Switch Off – The System of Destruction“ bezeichneten die Verantwortlichen diese Folgen als „vertretbarer Kollateralschaden“32. Die Berliner Innensenatorin Iris Spranger (SPD) bewertete die massiven Folgen dieses Brandanschlags für viele Tausend Menschen in Berlin als „menschenverachtend“33.

- Dieser Beitrag stellt die persönliche Auffassung des Autors dar -

 

Quellen 

1  https://www.welt.de/politik/deutschland/article68c9b928677ecd713710496a/cdu-minister-warnt-derzeit-sehen-wir-wieder-linksextremistischen-terror-in-deutschland.html (26.9.205).
2  Vgl. ebd.
3  Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit wird in diesem Beitrag auf die gleichzeitige Verwendung der Sprachformen männlich, weiblich und divers (m/w/d) verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.
4  Vgl. Bundesamt für Verfassungsschutz (2024): Kompendium, S. 80.
5  Vgl. Bundesministerium des Innern (2025): Verfassungsschutzbericht 2024, Juni 2025, S. 140.
6  Vgl. ebd., S. 34.
7  Vgl. ebd., S. 35.
8  Vgl. Bundesamt für Verfassungsschutz (2024): Kompendium, S. 79.
9  Vgl. ebd., S. 80.
10  Vgl. https://www.verfassungsschutz.de/DE/service/glossar/Functions/glossar.html?cms_lv2=678570#:~:text=Antirepression,Teil%20eines%20angeblichen%20%E2%80%9ERepressionsapparats%E2%80%9C:~:text=Antirepression,Teil%20eines%20angeblichen%20%E2%80%9ERepressionsapparats%E2%80%9C (26.9.2025).
11  Vgl. Goertz/Goertz-Neumann (2025): Politisch motivierte Kriminalität. Radikalisierung und Extremismus. 3. Auflage, S. 207-208.
12  Vgl. ebd., S. 208-209.
13  Vgl. Bundesministerium des Innern (2025): Verfassungsschutzbericht 2024, S. 151-152.
14  Vgl. ebd.
15  Vgl. ebd., S. 159.
16  Vgl. ebd., S. 141.
17  Vgl. ebd.
18  Vgl. ebd., S. 160.
19  Vgl. https://switchoff.noblogs.org/post/category/deutschland/ (26.9.2025).
20  Bundesministerium des Innern und für Heimat (2024): Verfassungsschutzbericht 2023, S. 170.
21  https://switchoff.noblogs.org/; https://disrupt-now.org/; https://de.indymedia.org/node/318107 (26.9.2025).
22  https://switchoff.noblogs.org/post/tag/auto-kapitalismus/ (26.9.2025).
23  „Hier wohnt Herbert Diess, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG. Ein Vertreter des deutschen Autokapitals, der aus Ausbeutung von Arbeiter*innen und Betrug seine persönlichen Vorteile zieht“. https://www.focus.de/finanzen/boerse/in-muenchen-farbanschlag-auf-haus-von-vw-chef-diess-unbekannte-hinterlassen-schreiben_id_21333915.html (26.9.2025).
24  https://www.rnd.de/politik/brandanschlag-auf-gartenhaus-von-rheinmetall-geschaeftsfuehrer-XNF3S2LZ2BA3VN4WDXPCJLX6XA.html (26.9.2025).
25  https://rheinmetallentwaffnen.noblogs.org/post/2025/06/26/aufruf-mach-was-wirklich-zaehlt-im-august-nach-koeln/ (26.9.2025).
26  Vgl. https://www.welt.de/politik/deutschland/article68ad5a015d3e123a945ab384/BKA-warnt-vor-Angriffen-auf-deutsche-Ruestungsunternehmen-Linksextreme-im-Fokus.html (26.9.2025).
27  Vgl. ebd.
28  Vgl. https://www1.wdr.de/nachrichten/rheinland/protestmarsch-rheinmetall-entwaffnen-100.html (26.9.2025).
29  Vgl. https://www.welt.de/politik/deutschland/article68b5cf6d8c33b226bcaef70d/Rheinmetall-entwaffnen-Demo-Teilnehmer-versuchten-laut-Polizei-Einsatzkraeften-Waffen-zu-entreissen.html (26.9.2025).
30  Vgl. https://switchoff.noblogs.org/post/2025/09/09/angriff-auf-militaerisch-industriellen-komplex-blackout-in-europas-groesstem-technologiepark/#more-1791 (26.9.2025).
31  Vgl. https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/was-der-brandanschlag-in-berlin-zum-linksextremismus-in-deutschland-zeigt-110679253.html (26.9.2025).
32  https://switchoff.noblogs.org/post/2025/09/09/angriff-auf-militaerisch-industriellen-komplex-blackout-in-europas-groesstem-technologiepark/#more-1791 (26.9.2025).
33  https://www.tagesschau.de/inland/regional/berlin/brandanschlag-berlin-stromausfall-100.html (26.9.2025).

 

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Quanten-Hacker: Cyberkriminelle erbeuten Daten „auf Vorrat“

Von Udo Fink, DXC Technology, Senior Manager Security Central, Northern, and Eastern Europe (CNEE) & Digital Identity EMEA

Cyberkriminelle arbeiten aktuell an einer neuen Strategie: „Daten jetzt stehlen – später entschlüsseln.“ Der Grund für diesen zeitversetzten Plan ist der Vormarsch von Quantencomputern.

Die neuen Superrechner werden schon bald in der Lage sein, heute noch sichere Verschlüsselungsverfahren zum Schutz unserer Daten einfach zu knacken. Hacker haben dann leichtes Spiel, auf sensible Daten von Unternehmen, Behörden und kritischen Infrastrukturen zuzugreifen. Der Wettlauf gegen die Zeit hat begonnen. In den USA empfiehlt die zuständige Bundesbehörde NIST die Umstellung auf neue Kryptografie-Standards. Unternehmen sollten keine Zeit verlieren, sich auf die Chancen und Risiken der Quanten-Zukunft vorzubereiten.

Quantencomputer sind in der Lage, eine Vielzahl von Informationsflüssen parallel zu verabreiten. Damit lösen sie sehr komplexe Aufgaben, an denen klassische Computer aufgrund zu langer Berechnungszeiten bislang scheitern. So sollen Superrechner beispielsweise helfen, neue Werkstoffe für die Materialforschung oder Krebsmedikamente zu entwickeln. Aktuell noch undenkbare Simulationen – etwa für Wettervorhersagen oder Finanzmarktanalysen – werden möglich. Neben den großartigen Chancen birgt die Technololgie aber Risiken. Denn Quantencomputer sind mit alarmierender Geschwindigkeit in der Lage, heutige Verschlüsselungsstandards zum Schutz sensibler Informationen zu knacken. Das ist eine potentielle Gefahr für Verbraucher, Unternehmen, Behörden und Betreiber kritischer Infrastrukturen.

Quantencomputer hacken in Sekunden

Ein Vergleich verdeutlicht die Dimension der neuen Gefahr: Der aktuell leistungsstärkste klassische Computer bräuchte mehr als eine Milliarde Jahre, um unsere heutigen Verschlüsselungsstandards auszuhebeln. Ein produktionsreifer Quantencomputer würde diese Kryptografiemethode in wenigen Sekunden knacken. Auf diese beunruhigende Erkenntnis wird in den USA reagiert: Auf Initiative der Bundesbehörde National Institute for Standards and Technology (NIST) entwickelten Fachleute aus der ganzen Welt neue Standards für sichere Kryptografiemethoden in der Post-Quanten-Zeit. Das NIST wählte anschließend bestimmte Verfahren für die Standardisierung aus. In den USA stellen Behörden inzwischen neue Anforderungen an zukunftssicheren Datenschutz in ihren Lieferketten. Damit werden Unternehmen in der freien Wirtschaft erreicht. Um Behörden und Unternehmen weltweit bei der Einführung zukunftssicherer Kryptografie zu helfen, bietet DXC Technology die Umstellung mit einer dafür eingerichteten „Security Practice“ an.

Cybersicherheit erfordert dynamische Anpassung

IT-Experten betrachten „Cybersicherheit“ dabei als dynamischen Prozess, der permanent an neueste Kryptografiemethoden angepasst wird. Zunächst bewerten die DXC-Fachleute dabei die aktuellen Verschlüsselungsprotokolle innerhalb der gesamten IT-Architektur – von der Hardware im Datencenter bis zu APIs und mobilen Geräten. Dank künstlicher Intelligenz lassen sich dabei riesige Datenmengen untersuchen und mögliche Schwachstellen mit hoher Genauigkeit identifizieren. Auf diese Weise erfassen die Experten alle kritischen Systeme, Anwendungen und Informationen, die potentielle Einfallstore für Hackerangriffe mit Quantencomputern sind. Unternehmen erhalten dann einen Fahrplan, wie die Datensicherheit an das Quanten-Zeitalter angepast und auf Dauer gewährleitet bleibt.

“Harvest now – de-encrypt later“

In der Praxis beobachten wir, dass immer mehr Unternehmen neue Verschlüsselungsverfahren einführen - der Wettlauf um die Sicherheit hat längst begonnen. Das zeigen auch die jüngsten groß angelegten Hackerangriffe, bei denen riesige Datenmengen erbeutet wurden. Jeder Einzelne muss davon ausgehen, dass seine Identität schon zwei bis dreimal gestohlen wurde. Viele dieser Angriffe sind wahrscheinlich von staatlichen Akteuren gesteuert.

Fazit

Quantencomputing ist eine neue Schlüsseltechnologie mit enormen Chancen aber auch Risiken. Kurzfristig entstehen große Gefahren, wenn Cyberkriminelle Quantencomputer zum Hacken einsetzen. Unsere heute üblichen Verschlüsselungsmethoden zum Schutz sensibler Daten sind dagegen nicht mehr ausreichend. Hacker verfolgen aktuell bereits die Strategie: „Harvest the data now – de-encrypt later“. Bedeutet: Die heute entwendeten Daten werden erst in Zukunft mit Quantencomputern entschlüsselt. Umso wichtiger, sensible Daten so schnell wie möglich quantensicher zu machen. Die Risikoplanung für das Post-Quanten-Zeitalter muss jetzt beginnen.

Weitere Informationen zu den Sicherheitslösungen von DXC Technology finden Sie hier: Security

Vom Bundesgrenzschutz zur Bundespolizei.

Eine Chronik

Bernd Walter,
Boorberg Verlag,
Stuttgart 2025,
512 Seiten.
ISBN 978-3-415-07717-1.
128 €.
Der Bundesgrenzschutz wurde im Jahr 1951 gegründet, im Jahr 2005 in Bundespolizei umbenannt.

Der Autor ist ein ehemaliger Bundesgrenzschützer, der in der Hierarchie der Sonderpolizei des Bundes sehr weit oben stand. In seiner letzten Verwendung war er der Präsident des Grenzschutzpräsidiums Ost mit Sitz in Berlin.

Der Verfasser gliedert sein Buch in neun Kapitel, von denen sieben jeweils einen Zeitraum von zehn Jahren behandeln. Die Vorgeschichte umfasst 90 Seiten, die 1950er Jahre handelt er auf etwas mehr als 70 Seiten ab, danach werden die Kapitel nahezu ausnahmslos immer kürzer, wobei die 2000er Jahre mit gerade einmal 40 Seiten das kürzeste Teilstück bilden.

Dass Walter die Anfänge des Bundesgrenzschutzes hoch gewichtet und dabei den gedanklichen Bogen mit der Weimarer Republik beginnt, ist nachvollziehbar. Nur so lassen sich dem Leser die vielfältigen Gründungsprobleme vermitteln. Der Verfasser betrachtet dabei die weiten Felder der deutschen Nachkriegsgeschichte: Den sehr rasch beginnenden Ost-West-Konflikt; das Unbehagen der Alliierten und auch vieler Deutscher gegenüber bewaffneten deutschen Sicherheitsorganen; die Probleme der Auswahl der Männer der ersten Stunde und keinesfalls zuletzt die unterschiedlichen Interessen und Ausrichtungen der deutschen Bundesländer in Fragen der Inneren Sicherheit und hier besonders der Grenzsicherung. Angesichts dieser Gemengelage fällt es schwer, gerade Linien zu ziehen und treffende Überschriften zu finden. Beispielhaft entscheidet sich Walter für das politische Festzurren der ersten Grundlagen in den späten 1940er Jahren für das Rubrum „Sicherheitspolitische Kunstgriffe und vertane Chancen“.

Auch nach der Gründung des BGS war vieles ungeklärt. Der Verfasser arbeitet eindrucksvoll heraus, dass es den ersten Grenzschützern nahezu an allem fehlte: Unterkünfte und Ausrüstung, Bewaffnung und Fahrzeuge überall herrschte ein eklatanter Mangel. Mangelnde rechtliche Regelungen führten zu Problemen, belastend waren archaische Regelungen wie die Zölibatsklausel, wonach ein Grenzschützer, der vor dem 27. Lebensjahr den Bund fürs Leben schließen wollte, einer Genehmigung durch den Dienstherrn bedurfte. Jedoch bestand kein Mangel an hochqualifizierten Führungskräften. Sie prägten dem BGS ihren Stempel ein, man sollte dabei aber nicht übersehen, dass sich auch die Bereitschaftspolizeien der Länder in dieser Zeit durch eine gediegene infanteristische Ausbildung auszeichneten. Gleichwohl heftete die kritische Presse nur den Grenzschützern des Bundes das Etikett „paramilitärisch“ an.

Die chronologische Gliederung innerhalb der jeweils zehn Jahre umfassenden Kapitel hält der Autor vom Jahr 1951 bis zum Jahr 2018 durch. Hierbei betrachtet er bis 1990 – dem Fall der innerdeutschen Grenze, dem Ende der DDR und der Wiedervereinigung – jeweils die „Grenzlage“, die er meist in nur wenigen Zeilen behandelt. Bei diesem Aufbau sind Redundanzen unvermeidlich, gleichwohl ist der Rezensent nicht vollends davon überzeugt, dass eine Betrachtung der Verhältnisse zwischen Bundesrepublik Deutschland und DDR in einem gesonderten Kapitel mehr Vor- als Nachteile gebracht hätte. Die auf den ersten Blick als starr zu empfindende Betrachtung der Grenzlage von Jahr zu Jahr bietet immerhin den Vorzug, dass sich so wie unter einer Lupe die meist nur marginalen Veränderungen erfassen lassen. Wer den Dienst an der Grenze als langweilig empfand, wird hierdurch in seinem Urteil bestärkt. Man muss aber fragen, ob nicht die Langeweile das Ziel jeder staatlichen Grenzsicherung sein sollte. Nicht wenige Deutsche der Gegenwart hätten sich eine solche Langeweile auch in den Jahren nach 2015 gewünscht.

An den markanten Eckpunkten verharrt der Autor und blickt auf die Entwicklung aus unterschiedlichen Perspektiven. So etwa auf das Jahr 1956, das Walter als Aderlass beschreibt. Per Gesetz sollten damals zumindest sehr viele Grenzschützer in die Bundeswehr wechseln. Man tat dies mit sanftem Druck und baute noch eine Finesse in das Gesetz ein. Wer nichts unternahm, kam automatisch zur Bundeswehr. Wer hingegen im Bundesgrenzschutz bleiben wollte, musste für seinen Verbleib optieren, also selbst aktiv werden. Es war am Ende für nicht wenige Ministerialbeamte im Verteidigungsministerium und auch dessen politische Spitze enttäuschend, dass nur 9572 von insgesamt 16614 Vollzugsbeamten im BGS zur Bundeswehr kamen. Darüber hinaus ist es erwähnenswert, dass 67 Prozent der Stabsoffiziere und gar 82 Prozent der restlichen Offiziere zur Bundeswehr gingen. Es lockten die besseren Aufstiegschancen. Die unteren Dienstgrade sahen ihr Heil weniger in der Bundeswehr. Besonders eng war offenbar bei den Meistern und Wacht- und Oberwachtmeistern die Treue zum BGS. Jeder zweite aus dieser Hierarchieebene blieb Grenzschützer.

Ausführlich beschäftigt sich der Verfasser mit einem Verband des BGS, der als Reaktion auf das Münchener Geiseldrama von 1972 geschaffen wurde: Die Grenzschutzgruppe 9, weltbekannt unter ihrem Akronym GSG 9. Jedoch stieß die Einheit, die 1977 die Geiseln aus der Lufthansamaschine „Landshut“ befreite, auch im BGS nicht nur auf Zustimmung. Mag sein, weil sie sich – horribile dictu – als Elite verstand, wobei nicht verschwiegen werden sollte, dass einige der Anti-Terror-Spezialisten aus der Frühzeit ein krudes Verständnis eines elitären Lebens an den Tag legten.

Mehrfach wurde die gesetzliche Grundlage des BGS verändert, die 1976 grundlegende Veränderungen brachte. In einer anderen Reform wurden im Jahr 1994 nach Walters Auffassung Chancen zu einer Konkretisierung der Aufgaben vertan.

Wer in diesem Band larmoyante Geschichten aus der guten alten BGS-Zeit sucht, wird enttäuscht. Das Buch ist zwar von einem geschrieben worden, der selbst dabei war, aber es ist nicht die hier und da zu findende Anekdotensammlung. Walter hält sich mit seiner Kritik an der Institution, den die Weichen stellenden Politikern und einer mit seinen politischen Grundüberzeugungen nicht immer in Einklang zu bringenden Gewerkschaft zwar nicht zurück, aber das Buch ist keineswegs eine Abrechnung. Es ist auch kein Geschichtsbuch. Der Autor ist Polizist, kein Historiker. Man darf zwar hoffen, aber es ist wenig wahrscheinlich, dass sich demnächst ein deutscher Historiker umfassend mit der Geschichte des Bundesgrenzschutzes/Bundespolizei befassen wird. Zu sehr liegt das Thema außerhalb des Zeitgeistes. Vielleicht liegt gerade in dieser Erkenntnis der Reiz des Buches von Bernd Walter.

-Von Dr. Reinhard Scholzen-

 

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WLAN als „Spion“: Überwachungsfalle in Funknetzwerken

Wer an einem Café mit WLAN vorbeiläuft, kann identifiziert werden – ganz ohne ein eigenes Handy. Forschende des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) haben eine Möglichkeit entdeckt, Personen allein anhand von WLAN-Signalen zu erkennen.

Damit weisen sie auf ein erhebliches Risiko für die Privatsphäre hin. Personen müssen für die Identifikation kein Smartphone oder Tablet bei sich tragen. Es reicht, dass WLAN-Geräte in ihrer Umgebung miteinander kommunizieren. Dabei entsteht ein Bild – vergleichbar mit einer Kameraaufnahme, jedoch basierend auf Funkwellen. Das Forschungsteam fordert entsprechende Datenschutzmechanismen.

„Wir beobachten die Ausbreitung der Radiowellen und können so ein Bild der Umgebung und von Personen erzeugen”, sagt Professor Thorsten Strufe vom KASTEL — Institut für Informationssicherheit und Verlässlichkeit des KIT. „Das funktioniert ähnlich wie bei einer normalen Kamera, nur dass diese Lichtwellen statt Radiowellen in ein Bild umwandelt ”, erläutert der Cybersicherheitsexperte. „Es ist deshalb auch unerheblich, ob jemand ein WLAN-Gerät bei sich hat oder nicht.“ Auch das Abschalten schützt nicht: „Es genügt, wenn andere Geräte in der Umgebung aktiv sind.”

WLAN-Router als „stille Beobachter“

„Die Technik macht aus jedem Router ein potenzielles Überwachungsgerät“, warnt Julian Todt vom KASTEL. „Wer regelmäßig an einem Café mit WLAN vorbeigeht, könnte dort unbemerkt identifiziert und später wiedererkannt werden – etwa von staatlichen Stellen oder Unternehmen.“ Zwar gebe es für Geheimdienste oder Cyberkriminelle einfachere Methoden, Menschen zu beobachten – etwa durch den Zugriff auf Überwachungskameras oder Video-Türklingeln, sagt Felix Morsbach. „Aber die allgegenwärtigen Drahtlosnetzwerke könnten zu einer nahezu flächendeckenden Überwachungsinfrastruktur werden.“ Denn WLAN gibt es heutzutage in fast allen Wohnungen, Büros, Restaurants und öffentlichen Räumen.

Keine besondere Hardware notwendig

Anders als bei Angriffen mit LIDAR-Sensoren oder bisherigen WLAN-basierten Methoden, die Channel State Information (CSI) nutzen – also Messdaten darüber, wie sich ein Funksignal durch Wände, Möbel oder Personen verändert –, benötigen Angreifende keine Spezialhardware. Die Methode funktioniert mit handelsüblichen WLAN-Geräten. Dabei nutzt sie die legitimen Nutzerinnen und Nutzer aus, die mit dem WLAN verbunden sind. Diese senden im Netzwerk regelmäßig Rückmeldesignale, auch Beamforming Feedback Information (BFI) genannt, an den Router – unverschlüsselt und für Dritte lesbar. So entstehen Bilder aus verschiedenen Blickwinkeln, die zur Identifikation der Personen dienen können. Diese dauert nur wenige Sekunden, sobald das dahinterstehende Machine-Learning-Modell trainiert ist.

Fast hundertprozentige Trefferquote – Technik birgt Gefahren für Privatheit

In einer Studie mit 197 Teilnehmenden konnte das Forschungsteam Personen mit nahezu hundertprozentiger Genauigkeit erkennen – unabhängig von Gehweise oder Perspektive. „Die Technik ist leistungsfähig, aber birgt gleichzeitig Gefahren für die Grundrechte, insbesondere der Privatheit“, betont Strufe. Besonders kritisch sei das in autoritären Staaten, wo die Technik zur Überwachung von Protestierenden eingesetzt werden könnte, warnen die Forscher. Sie fordern daher dringend Schutzmaßnahmen und Datenschutzmechanismen im geplanten WLAN-Standard IEEE 802.11bf.

Förderung und Veröffentlichung

Das Projekt wurde innerhalb des Helmholtz-Themenfelds „Engineering Secure Systems“ gefördert. Die Ergebnisse stellen die Forschenden auf der „ACM Conference on Computer and Communications Security ”(CCS) in Taipeh vor. Das Paper ist ab dem 13. Oktober 2025 unter https://doi.org/10.1145/3719027.3765062 verfügbar.

-PM KIT-

 

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Europas digitales Paradoxon

Bürger fühlen sich bei ihrer Cybersicherheit von Unternehmen und Behörden allein gelassen - sorgen jedoch ebenso wenig selbst vor

Eine repräsentative Studie, die von Schwarz Digits in Auftrag gegeben und unter 14.000 Bürgern in 14 europäischen Ländern durchgeführt wurde, enthüllt ein bemerkenswertes Paradoxon: Während eine überwältigende Mehrheit der Europäer erhebliche Bedenken hinsichtlich digitaler Bedrohungen und der Souveränität ihrer Daten äußert, bleibt ein beträchtlicher Teil von ihnen unvorbereitet und angreifbar.

Die Studie unterstreicht die weitverbreitete Furcht vor Identitätsdiebstahl sowie die Sorge vor gravierenden Auswirkungen von Cyberangriffen auf die Demokratie und Unternehmen. Sie verdeutlicht den dringenden Bedarf an verbesserten Sicherheitsmaßnahmen auf persönlicher und institutioneller Ebene. Die paneuropäische Erhebung zeichnet das Bild einer Gesellschaft, die trotz erheblicher digitaler Ängste ein digitales Leben führt.

“Unsere Ergebnisse zeichnen ein besorgniserregendes Bild: Die Europäer leben zunehmend in Furcht vor digitalen Bedrohungen. Gleichzeitig fehlt es an Alternativen zur digitalen Abhängigkeitsfalle aus dem Ausland”, äußert Rolf Schumann, Co-CEO von Schwarz Digits. ” Dieser Bericht ist ein entscheidender Weckruf für Einzelpersonen, Unternehmen und Regierungen, diese Kluft zu überbrücken, die eigenen digitalen Sicherheitskompetenzen zu fördern und in souveräne digitale Lösungen zu investieren.”

Hohes Risikobewusstsein trifft auf konkrete Erfahrungen

Eine überwältigende Mehrheit von 88 Prozent der Europäer äußert Bedenken hinsichtlich der Datensicherheit und des Schutzes der Privatsphäre bei der Nutzung digitaler Dienste wie Streaming-Plattformen, sozialen Medien und Online-Shops. Darüber hinaus sind 65 Prozent der Befragten sehr besorgt über die Auswirkungen von Cyberangriffen auf demokratische Prozesse wie Wahlen sowie auf das Privatleben.

Dieses Unbehagen wird durch konkrete Erfahrungen verstärkt: In 18 Prozent der Haushalte gab es bereits Fälle von Identitäts- oder Datendiebstahl; weitere 17 Prozent berichteten von betrügerischem Missbrauch ihrer Kreditkartendaten. Besonders alarmierend ist, dass 37 Prozent der Befragten jemanden im persönlichen Umfeld kennen, der bereits Opfer geworden ist. Das macht die Bedrohung für viele greifbar. Auf die Frage nach den größten Risiken für ihre digitale Identität sehen die Befragten die Verantwortung nahezu gleichermaßen bei “meinem eigenen Online-Verhalten” (42 Prozent) und bei “unzureichenden Cybersicherheitspraktiken von Organisationen, die meine Daten haben” (43 Prozent).

“Unsere Ergebnisse zeigen, dass Cybersicherheit längst kein abstraktes Konzept mehr ist, sondern eine spürbare Furcht, die den Alltag der Europäer beeinflusst”, so Dr. Alexander Schellong, Mitglied der Geschäftsleitung und Geschäftsführer des Instituts für Cybersicherheit und Digitale Souveränität bei Schwarz Digits. ”Die Daten belegen ein deutliches Misstrauensvotum gegenüber Unternehmen und Regierungen, wenn es um den Schutz persönlicher Daten geht. Das überrascht uns nicht, da wir für unseren omniac-Service monatlich zehntausende neuer Datenpakete mit Millionen gestohlener Nutzerdaten aufspüren. Angreifer müssen nicht einbrechen, sie loggen sich einfach ein."

Zentrale Ergebnisse der Studie: Die Kluft zwischen Sorge und Handeln

  • Geringes Vertrauen in staatliche Institutionen: Lediglich 31 Prozent der Europäer glauben, dass staatliche Stellen ausreichende Maßnahmen ergreifen, um ihre digitale Identität und ihre Daten zu schützen.
  • Europas Umgang mit persönlichen Daten zuverlässiger eingeschätzt: Zwei Drittel der Europäer (72 Prozent) vertrauen europäischen Unternehmen. Nur eine geringe Anzahl an Europäern traut chinesischen (8 Prozent) oder amerikanischen (20 Prozent) Anbietern von digitalen Produkten oder Dienstleistungen.
  • Finanzielle Sicherheit und Identitätsdiebstahl als größte Sorgen: Rund 77 Prozent der Befragten sind sehr oder eher besorgt, dass Kriminelle Geld von ihrem Bankkonto abheben könnten, dicht gefolgt von der Sorge vor dem Diebstahl von Passwörtern (74 Prozent) und der Furcht vor unbefugten Online-Einkäufen (74 Prozent). Im Vergleich dazu beunruhigt der Missbrauch von Streaming-Konten für Musik oder Filme nur 34 Prozent der Teilnehmer.
  • Lückenhafte Schutzmaßnahmen: Trotz der hohen Besorgnis ist die aktive Nutzung fortschrittlicher Sicherheitsmaßnahmen unterschiedlich ausgeprägt. Während 82 Prozent angeben, starke Passwörter zu verwenden, nutzen nur 59 Prozent eine Zwei-Faktor-Authentifizierung und lediglich 19 Prozent ein VPN.
  • Bewusstsein versus Handlung: Obwohl 61,9 Prozent der Europäer das "Darknet" kennen, besitzen nur 10 Prozent eine private Cyberversicherung, und lediglich 28 Prozent zeigen Interesse am Abschluss einer solchen Police.
  • Aufdeckung durch Betroffene selbst: Kommt es zu einem Identitäts- oder Datendiebstahl, liegt die Last der Entdeckung häufig beim Einzelnen: 57 Prozent der Betroffenen haben den Missbrauch selbst aufgedeckt, während nur 29 Prozent von einem Unternehmen darüber informiert wurden. Nach der Entdeckung meldeten zudem nur 53 Prozent den Vorfall bei Strafverfolgungsbehörden.

-PM © 2025 Schwarz Digits-

 

© Rosenbauer International AG

Frischer Wind in der FOX-Familie: Die neue FOX S von Rosenbauer ist da

Mit der FOX S präsentiert Rosenbauer bei der internationalen Feuerwehrmesse FLORIAN in Dresden einmal mehr ein Highlight.

Kleiner und handlicher als die große FOX zeichnet sich die FOX S durch dieselben High-End-Qualitäten und Funktionen wie ihre große Schwester aus. „Die FOX S ist die ideale Wahl, wenn jedes Kilo Gewicht zählt, aber Wert auf alle Funktionen einer FOX gelegt wird. Sie überzeugt mit der robusten Technik, die Feuerwehren weltweit an unseren Produkten schätzen“, sagt Roland Weber, Produktmanager bei Rosenbauer.

Hoch effektiv, wartungs- und bedienerfreundlich

Die FOX S verfügt über eine einstufige Kreiselpumpe, die speziell für diesen Einsatzzweck entwickelt wurde. Ihr Laufrad mit räumlich gekrümmten Schaufeln in einem Spiralgehäuse aus Leichtmetall garantiert einen sehr hohen Wirkungsgrad. Eine Pumpenwelle aus rostfreiem Edelstahl, die schmierstoff- und wartungsfreie Gleitringdichtung sowie die Spannringbauweise der Pumpe machen die FOX S extrem wartungsfreundlich.

Zudem ist die FOX S einfach zu bedienen – ein einziger Knopfdruck startet die Tragkraftspritze. Die intuitiv verständliche Bedienoberfläche des Rosenbauer Logic Control Systems (RBC LCS) liefert alle Statusinformationen und informiert über den aktuellen Betriebszustand. Die optionale integrierte Kavitationswarnung und eine Eingangsdrucküberwachung verhindern Schäden an der Pumpe. Daneben schützt ein mechanisches System vor Überhitzung: Ab rund 60°C Wassertemperatur wird warmes Wasser abgelassen und kühleres Wasser kann nachfließen.

Starke Leistung, sicheres Handling

Die FOX S wird von einem 2-Zylinder-Reihenmotoren von BRP-Rotax mit elektronischer Motorsteuerung angetrieben. Das wassergekühlte Aggregat aus österreichischer Entwicklung und Produktion ist für den Einsatz sowohl in besonders heißen als auch sehr kalten Ländern mit unterschiedlichsten Umweltbedingungen ausgelegt. Ein Kraftstofftank mit 20 Litern Inhalt sorgt für eine gute Ausdauer. Die einzigartige, zertifizierte Betankung im laufenden Betrieb ermöglicht die Non-Stop-Nutzung.

Für sicheres Tragen sorgen gummierte Griffe, die jeweils lang genug für zwei Hände und klappbar sind. Schnell montierbare Räder ermöglichen den Transport mit nur einer Person. Das Traggestell kann mit einer Beleuchtung ausgestattet werden, was selbst in der Nacht für gute Lichtverhältnisse auf dem Weg zur Wasserentnahmestelle sorgt. Über eine zusätzliche Bedieneinheit ist die FOX S aus einem Fahrzeug steuerbar und ermöglicht so den Pump-and-Roll-Betrieb oder die Nutzung im Wechselladeraufbau.

FOX, FOX S, BEAVER und OTTER – die vier Musketiere von Rosenbauer

Mit der neuen kompakten FOX S und der großen FOX stehen Kunden von Rosenbauer nun zwei Tragkraftspritzen mit einheitlichem Bedienkonzept und Optionen zur Verfügung. Die FOX-Familie erfüllt die Normpunkte PFPN 10-1000, 10-1500 und 10-2000. Die große FOX ist nach wie vor die erfolgreichste Tragkraftspritze nach EN 14466 und hat sich bereits mehrfach bei den härtesten Feuerwehreinsätzen auf der ganzen Welt erfolgreich bewährt. Die Fördermenge von 2.050 l/min bei 10 bar und einer Saughöhe von 3 Metern macht sie zur stärksten FOX aller Zeiten und zur leistungsfähigsten Tragkraftspritze in ihrer Klasse.

Auch die BEAVER wurde 2025 überarbeitet und ist jetzt dank neuem Motor leistungsstärker. Mit der überarbeiteten Bedienung und den in zwei Richtungen dreh- und klappbaren Tragegriffen lässt sie sich noch einfacher und ergonomischer handhaben. Mit einer starken Kombination aus geringem Gewicht, äußerst kompakten Abmessungen und hoher Leistung ist sie mit ihren 133 kg ein wahres Kraftpaket. Als Tragkraftspritze in der Leistungskategorie PFPN 10-750 rangiert ihre Nennleistung mit über 900 l/min bei 10 bar und 3 m Saughöhe deutlich über der Anforderung dieser Klasse.

Perfekt ergänzt wird das Tragkraftspritzen-Portfolio von Rosenbauer durch die OTTER – ein beliebtes Einsteigermodell, das leichtgewichtige 58 kg auf die Waage bringt und viel Wendigkeit im Einsatz ermöglicht. „BEAVER und OTTER überzeugen durch besondere Einfachheit in der Bedienung und Wartung. Sie lassen sich mit minimalem Aufwand an den Einsatzort transportieren und versorgen die Löschtrupps zuverlässig und ausdauernd mit Wasser“, so Produktmanager Roland Weber.

FOX S ab Jänner 2026 bestellbar

Die neue FOX S kann ab Jänner 2026 bei Rosenbauer bestellt werden. Die ersten Geräte werden abhängig vom Bestelleingang mit Ende des ersten Quartals 2026 ausgeliefert.

-PM Rosenbauer International AG-

 

Von der Detektion bis zur Abwehr: Das AARTOS-System vereint Funkerkennung, Radar, Kamera und Jammer in einer vollintegrierten, mobilen Lösung für den sofortigen Einsatz.
© Aaronia
 

Der Gefahr durch Drohnen souverän begegnen

Die jüngsten Drohnenzwischenfälle in Dänemark und Norwegen sowie vermehrte Sichtungen über kritischer Infrastruktur in Deutschland zeigen: Die Bedrohung durch unbemannte Fluggeräte wächst stetig.

Gleichzeitig kursieren viele unvollständige oder irreführende Informationen über wirksame Schutzmaßnahmen. Mit dieser Mitteilung möchte die Aaronia AG für mehr Transparenz sorgen und aufzeigen, wie moderne Drohnendetektionssysteme arbeiten – und welche Lösungen heute bereits zuverlässig verfügbar sind.

Sensorfusion – mehrere Technologien für maximalen Schutz

Ein modernes Schutzsystem stützt sich nicht auf eine einzelne Technik, sondern auf Sensorfusion:

  • Funkdetektion, Radar und Kamera ergänzen sich und schaffen ein vollständiges Lagebild.
  • Funkdetektion liefert die frühesten Hinweise.
  • Radar bestätigt Position und Flugbewegung unabhängig von Funksignalen.
  • Kamera ermöglicht die visuelle Verifizierung und damit die finale Entscheidungsgrundlage für Sicherheitskräfte.

Funkdetektion – das Herzstück der Früherkennung

Viele Drohnen steuern und überwachen sich über Funkverbindungen zu ihren Operatoren; andere Typen (z. B. sogenannte „Kamikaze“- oder voreingestellte Drohnen) fliegen jedoch autonom ohne laufende Funkverbindung. Deshalb ist eine Detektionsstrategie, die Funksignale erkennt und zusätzlich andere Sensoren einbindet, essenziell.

„Funkdetektion ist die Grundlage für wirksamen Schutz“, erklärt Stephan Karschansky, CEO Aaronia Österreich. „Unsere Systeme liefern oft die frühesten Hinweise, noch bevor eine Drohne sichtbar wird. Das verschafft Sicherheitskräften wertvolle Zeit für die Lagebeurteilung und Maßnahmenplanung.“

Das AARTOS-System von Aaronia bietet hierbei eine weltweit führende Funkdetektion:

 

Radar und Kamera – die Verifizierungsstufen

Während die Funkdetektion den Erstalarm liefern kann, übernimmt Radar die unabhängige Bestätigung von Position und Flugbahn — auch wenn kein Funksignal empfangen wird. Die optische Verifikation per Kamera ermöglicht schließlich die eindeutige Identifikation. Erst durch diese abgestuften Verifikationsschritte kann eine fundierte Entscheidung über Gegenmaßnahmen getroffen werden.

Von der Detektion zur Abwehr

Erst wenn eine Drohne präzise lokalisiert ist, sind gezielte Gegenmaßnahmen möglich. Das AARTOS-System ermittelt sowohl den Standort der Drohne als auch, woher die Steuerungssignale stammen können, und übermittelt diese Informationen in Echtzeit, etwa per App, direkt an Sicherheitsbehörden.

Abwehrtechnologien im Überblick

Jamming: gezielte Störung von Funkkanälen zur Unterbrechung der Steuerung. Der AARTOS 360° Smart Jammer kann innerhalb eines sehr breiten Frequenzbereichs jede einzelne Frequenz gezielt stören — nicht nur Standardbänder. Das erlaubt es, auch auf nicht-standardmäßige oder militärische Frequenzen einzugreifen und so gezielte, präzise Störungen auszuführen, statt großflächig und pauschal ganze Funkbereiche zu blockieren.

Spoofing: Täuschung von GPS- oder Navigationssignalen, um eine Drohne zu fehlzuleiten.

Takeover: technisch gesteuerte Übernahme der Kontrolle einer Drohne

Alle diese Maßnahmen unterliegen strengen rechtlichen Rahmenbedingungen und dürfen nur von autorisierten Stellen eingesetzt werden. Ziel moderner Systeme ist stets, Wirksamkeit und minimale Nebenwirkungen zu verbinden.

Bewährter Schutz weltweit im Einsatz

Mit über 650 installierten Systemen weltweit ist das AARTOS-System von Aaronia praxiserprobt. Zu den Anwendern zählen internationale Flughäfen wie Changi (Singapur), Muscat (Oman) und London Heathrow (UK). Zudem hat das System erfolgreich hochrangige Ereignisse geschützt – zuletzt den NATO-Gipfel in Den Haag sowie den G20-Gipfel in Rio de Janeiro.

„Die Bedrohung durch Drohnen nimmt zu – und damit auch die Verantwortung, kritische Infrastruktur und Großveranstaltungen zu schützen“, so Kraschansky. „Mit dem AARTOS-System bieten wir heute eine Lösung, die weltweit eingesetzt wird und ihre Leistungsfähigkeit täglich unter Beweis stellt.“

-PM Aaronia AG-

 

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Warum KI ein Teil der Cybersicherheit von Unternehmen sein sollte

Künstliche Intelligenz beschleunigt die Reaktion auf Cyberangriffe und hilft bei der Entwicklung von Verteidigungsstrategien, die auf neue Bedrohungen zugeschnitten sind

Von Joel Carusone, Senior Vice President of Data and Artificial Intelligence bei NinjaOne

KI ist ein mächtiger Verbündeter im Kampf gegen Cyberbedrohungen. In einer aktuellen Umfrage des Ponemon Institute geben 56 Prozent der Unternehmen an, dass sie mit KI Bedrohungen und Schwachstellen besser priorisieren und beheben können.

Laut Bitkom stieg in den letzten Jahren die Anzahl der Cyberangriffe auf die deutsche Wirtschaft beträchtlich, während gleichzeitig der IT-Fachkräftemangel weiterhin groß ist. Erschwerend kommen Zero-Day-Angriffe hinzu, denen IT-Teams allein wenig entgegenzusetzen haben. Das heißt: Unternehmen müssen mit weniger Ressourcen immer mehr Bedrohungen abwehren. Dies manuell zu tun, ist langsam und mühsam und führt langfristig nur zu weiteren Problemen.

Hier kann KI zum Einsatz kommen. KI kann ein großartiges Hilfsmittel sein und Unternehmen dabei unterstützen, ihre Entscheidungsfindung im Bereich Cybersicherheit zu verbessern. Einer der wertvollsten Beiträge von KI zur Cybersicherheit ist, dass sie im Gegensatz zu IT-Teams riesige Datenmengen in Echtzeit analysieren und Zero-Day-Angriffe und andere Bedrohungen proaktiv verhindern kann. Noch bevor eine Bedrohung identifiziert wurde, ist KI in der Lage, subtile Muster und Anomalien zu erkennen, die auf eine neue oder aufkommende Bedrohung hinweisen könnten.

Dennoch muss KI bestehende IT-Teams ergänzen und darf sie nicht vollständig ersetzen. KI übernimmt am besten die Aufgaben, in denen sie ihre Stärken ausspielt – Daten analysieren, Informationen verdichten und Empfehlungen ableiten. Sie darf jedoch keine eigenständigen Entscheidungen treffen. Stattdessen unterstützt KI IT-Teams mit Erkenntnissen und Automatisierung, ohne jemals eine menschliche Entscheidung zu überstimmen. Unabhängig vom Einsatzbereich behalten stets Menschen – und nicht KI-gestützte Tools – das letzte Wort.

Vor diesem Hintergrund ergeben sich verschiedene Möglichkeiten, KI einzusetzen, um Cybersicherheitsstrategien zu unterstützen und zu verbessern.

Beschleunigte Reaktionen auf Bedrohungen

Wenn Bedrohungen entdeckt werden, ist eine schnelle Reaktion entscheidend. An dieser Stelle ist KI-gestützte Bedrohungserkennung und -reaktion äußerst nützlich. Diese Plattformen können Bedrohungen schnell, oft innerhalb von Sekunden, eindämmen, bevor sie sich im Netzwerk ausbreiten. Sie können auch betroffene Systeme automatisch isolieren, verdächtigen Netzwerkverkehr blockieren, kompromittierte Anmeldedaten widerrufen und bei Bedarf Backup-Prozesse einleiten.

Darüber hinaus verbessert KI die Erkennung von Bedrohungen in Unternehmen erheblich, indem sie globale Bedrohungsdaten analysiert und Angriffsmuster identifiziert. Durch den Austausch von Echtzeitinformationen können KI-Tools ihre Verteidigungsstrategie an neue Bedrohungen anpassen. Diese kollektive Intelligenz hilft Unternehmen, sich weiterentwickelnde Bedrohungen zu vermeiden und ihre Vermögenswerte besser zu schützen.

Verbessertes Schwachstellen- und Patch-Management

Neben der unmittelbaren Reaktion auf Gefahren verändert KI auch die Art und Weise, wie Unternehmen Schwachstellen verwalten. Ein KI-Tool für das Schwachstellenmanagement kann Systeme und Endpunkte kontinuierlich auf Bedrohungen scannen, potenzielle Angriffsvektoren vorhersagen und Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit empfehlen.

Intelligente Patch-Analyse ist ein weiterer vielversprechender Einsatzbereich von KI in der Endpunktsicherheit. Eine KI-basierte Patch-Sentiment-Analyse kann riesige Datenmengen im Zusammenhang mit Software-Updates analysieren, einschließlich historischer Patch-Performance, bekannter Kompatibilitätsprobleme, Auswirkungen auf das System sowie Meinung und Feedback der Benutzer. Anhand dieser Daten kann die KI optimale Patching-Strategien empfehlen, um die risikoreichsten Bedrohungen oder solche, die negative Auswirkungen auf das Geschäft haben könnten, anzugehen.

KI-gestützte Sicherheits- und Patching-Lösungen helfen dabei, Bedrohungen effektiver als je zuvor zu erkennen, zu verhindern und darauf zu reagieren. KI kann aber immer nur eine Komponente einer umfassenden Sicherheitsstrategie sein. Unternehmen sind gut beraten, bei der Anwendung von KI umsichtig und bedacht vorzugehen. KI-gestützte Tools solltn mit strengen Sicherheitsrichtlinien, Mitarbeiterschulungen und vor allem menschlichem Fachwissen kombiniert werden. Auf diese Weise lassen sich Cyber-Bedrohungen besonders effektiv abwehren, während IT und Sicherheit zugleich menschenzentriert bleiben.

 

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Expertin warnt vor „Flut digitaler Todes-Rechnungen“

Ab 2027 müssen Unternehmen in Deutschland gemäß der EU-Richtlinie 2014/55/EU und dem deutschen E-Rechnungsgesetz Rechnungen an Firmen und Behörden in strukturierten, digital verarbeitbaren Formaten wie „ZUGFeRD“ oder „XRechnung“ versenden.

„Das öffnet ein Scheunentor für eine neue Cyber-Angriffswelle“, warnt Jane Enny van Lambalgen, CEO der Beratungs- und Managementfirma Planet Industrial Excellence. Der Hintergrund: Cyberkriminelle können die digital verarbeitbaren Rechnungen leicht infiltrieren, so dass damit Malware verschickt wird. Beim bisher vor allem im Mittelstand üblicherweise verwendeten PDF-Format war diese Gefahr nahezu auszuschließen.

„Der Übergang von PDF-Rechnungen zu den verarbeitbaren neuen Formaten birgt erhebliche Risiken, auf die weder die Cybersicherheitsfirmen noch die ERP-Hersteller ausreichend vorbereitet sind“, erklärt Jane Enny van Lambalgen. Sie befürchtet ab 2027 „eine Flut digitaler Todes-Rechnungen, mit denen Computerschädlinge, Erpressungssoftware und ähnliche Abscheulichkeiten in die Rechnungseingangs­systeme von Unternehmen und Behörden gespült werden.“ Die Expertin appelliert vor allen an die Hersteller der Systeme für Enterprise Resource Plannung (ERP), ihre Rechnungsfunktionalität auf die erwartete neue Angriffswelle vorzubereiten. Angesichts von weniger als anderthalb Jahren bis zur Änderung der Rechtslage sei Eile geboten. Sie gibt zu bedenken: „Cyberkriminelle, die Eingang ins ERP-System finden, stoßen damit in das Herzstück der Digitalisierung vor.“ Eine Umfrage des ERP-Herstellers Planat hatte 2024 zutage gefördert, dass für über 90 Prozent der mittelständischen Industrie Enterprise Resource Planning das Schlüsselsystem der Digitalisierungsstrategie darstellt, umreißt Jane Enny van Lambalgen die Tragweite.

Eine tickende Zeitbombe in ERP-Systemen

Die Management-Expertin verweist auf eine Studie des IT-Branchenverbandes Bitkom aus dem letzten Jahr, wonach 78 Prozent der Unternehmen – vor allem im Mittelstand – Rechnungen im PDF-Format verschicken. Doch angesichts des gesetzlichen Drucks startet die mittelständische Wirtschaft in diesem Herbst im großen Stil mit der Anpassung ihrer ERP-Systeme auf die neuen Formate, weiß Jane Enny van Lambalgen aus zahlreichen Anfragen nach Unterstützung bei dieser Veränderung. IHK-Umfragen zufolge planen mehr als 60 Prozent der mittelständischen Unternehmen, ihre Systeme bis Ende 2026 umzustellen, um die Frist einzuhalten.

„Die neue gesetzliche Regelung vergrößert die Angriffsfläche der Wirtschaft für Cyberkriminelle dramatisch“, weist die Management-Expertin auf einen Aspekt hin, dem der Gesetzgeber ihrer Einschätzung nach zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt hat. „Die Politik macht es sich sehr einfach“, sagt sie, „indem sie die Wirtschaft einerseits zur Umstellung zwingt, und andererseits die Cyberabwehr den Unternehmen überlässt, und das sogar mit steigenden Sicherheitsauflagen. Das ist im Grunde eine Wasch-mich-aber-mach-mich-nicht-nass-Politik auf Kosten der Wirtschaft.“

Jane Enny van Lambalgen erläutert: „Eine Analyse von Kaspersky aus dem letzten Jahr zeigt, dass 43 Prozent der Cyberangriffe auf Unternehmen über infizierte E-Mail-Anhänge erfolgen, und E-Rechnungen könnten diese Statistik in den kommenden Jahren in die Höhe treiben.“ Die Chance, in die ERP-Systeme der deutschen Wirtschaft einzudringen, dürfte die Motivation der Cyberkriminellen deutlich anstacheln, befürchtet die Management-Expertin.

„ERP meets Cybersecurity“: Ein Kulturschock

„ERP-Hersteller und Cybersecurity-Anbieter sprechen oft unterschiedliche Sprachen“, erklärt Jane Enny van Lambalgen warum die Schnittstelle zwischen ERP-Systemen und Cybersicherheit besonders mittelständische Unternehmen vor Herausforderungen stellt. Sie führt eine aktuelle Studie der Wirtschaftsprüfungs­gesellschaft PwC an, wonach nur 29 Prozent der deutschen Mittelständler eine integrierte Sicherheits­strategie für ihre ERP-Systeme aufweisen. „Die ERP-Welt ist für die Cybersecurity-Branche oft ein Buch mit sieben Siegeln, und umgekehrt fehlt ERP-Herstellern das tiefere Verständnis für Cyberbedrohungen“, erklärt die Expertin.

Handlungsempfehlungen für Unternehmen

  • Jane Enny van Lambalgen, die als Interim Manager zahlreiche Unternehmen bei der Digitalisierung unterstützt, empfiehlt dringend folgende Maßnahmen:
  • Mitarbeiterschulungen: Regelmäßige Trainings, um Phishing und manipulierte Rechnungen zu erkennen.
  • Sichere ERP-Integration: Implementierung von Echtzeit-Überprüfungstools für eingehende Rechnungen, zum Beispiel durch KI-basierte Anomalie-Erkennung.
  • Zusammenarbeit: Engere Kooperation zwischen ERP- und Cybersecurity-Anbietern, um Schnittstellen abzusichern.
  • Zero-Trust-Architektur: Jede eingehende Rechnung sollte verifiziert werden, bevor sie verarbeitet wird.
  • „Unternehmen müssen jetzt handeln, um eine Flut digitaler Todes-Rechnungen ab 2027 zu verhindern“, mahnt van Lambalgen. „Die Umstellung auf E-Rechnungen ist unausweichlich, aber ohne Cybersicher­heit wird sie zur Achillesferse der Unternehmenssicherheit.“

Hintergrund: Cyberangriffe auf dem Vormarsch

Jane Enny van Lambalgen skizziert die Bedrohungslage eindringlich: Laut dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) stieg die Zahl der Cyberangriffe auf deutsche Unternehmen 2024 um 28 Prozent im Vergleich zu 2023. Besonders der Mittelstand ist betroffen, da 53 Prozent der Firmen mit weniger als 250 Mitarbeitern laut Bitkom unzureichende Sicherheitsvorkehrungen haben.

-PM Planet Industrial Excellence-

 

© Rosenbauer International AG

Mecklenburg-Vorpommern setzt erneut auf Technologie von Rosenbauer

Rosenbauer hat zwei Ausschreibungen des Landesamtes für zentrale Aufgaben und Technik der Polizei, Brand- und Katastrophenschutz Mecklenburg-Vorpommern sowie eine weitere Sammelausschreibung für sich entschieden.

Dabei geht es um die Lieferung von insgesamt 103 Fahrzeugen, davon sind 35 Hilfeleistungs-Löschgruppenfahrzeuge (HLF 10), 6 Gerätewagen Logistik 2 (GW-L2) und 62 Tragkraftspritzenfahrzeuge mit Wasser (TSF-W). Darüber hinaus besteht eine Option für 85 zusätzliche Fahrzeuge (41 TSF-W / 9 GW-L2 / 35 HLF 10). Das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern hat eine Sammelausschreibung für die TSF- W Fahrzeuge durchgeführt, an der auch Brandenburg und Thüringen beteiligt sind. Die Auslieferung der fix bestellten Feuerwehrautos ist für die Jahre 2026 und 2027 geplant. In der jüngeren Vergangenheit durfte sich Rosenbauer bereits zweimal über größere Bestellungen aus Mecklenburg-Vorpommern freuen.

Die Hilfeleistungs-Löschgruppenfahrzeuge werden von Rosenbauer mit einem vollständigen AT-Aufbau ausgestattet, zu dessen Markenzeichen unter anderem die integrierte Mannschaftsdoppelkabine mit automatisch ausschwenkenden Drehtüren für sicheres Ein- und Austeigen gehört. Aufgebaut werden die HLF 10 auf MAN TGM mit Allradfahrgestell und Zwillingbereifung an der Hinterachse, das zulässige Gesamtgewicht beträgt 14 Tonnen. Die Löschtechnik besteht aus einer Rosenbauer Feuerlöschpumpe N25 (FPN 10-2000), die auch während der Fahrt für den Pump&Roll-Betrieb in Schrittgeschwindigkeit zugeschaltet werden kann. Der Wassertank hat 2.000 l nutzbaren Inhalt. Darüber hinaus gehört ein Stromerzeuger RTE PX 14 und die Rosenbauer Aufprotzhaspel RTE One Person Reel Hose zur Ausstattung der Fahrzeuge.

Die Gerätewagen Logistik der ST-Baureihe (6 Fahrzeuge) verfügen über einen selbsttragende Aufbaurahmen, der eine maßgeschneiderte Konfiguration des Aufbaus und der Geräteräume ermöglicht. Der ST-Aufbau lagert die fünf Rollcontainer RTE RC Profile sicher sowie im Tiefraum eine TS FOX4 PFPN10/2000. Aufgebaut auf ein MAN TGM 16.320 4x4 BL und einen Radstand von 4.250 mm sowie einer originalen MAN-Doppelkabine mit einer Besatzung von 1:5.

Das Rosenbauer TSF-W wird auf Iveco Daily mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 7,2 t aufgebaut, es ist mit einer Mannschaftskabine für vier Personen, einem CT-Profile-Aufbau mit Großraumverschlüssen, einem Wassertank mit 1.000 l nutzbarem Inhalt samt Wasserstandanzeige im Fahrerhaus und am Pumpenarmaturenbrett sowie eine auf Schrägauszug gelagerte Tragkraftspritze FOX 4 mit einer Leistung von 2.050 l/min bei 10 bar (PFPN 10/2000) ausgestattet. Mit an Bord sind unter anderem ein pneumatisch ausfahrbarer und schwenkbarer Lichtmast sowie eine ausziehbare Hygienewand mit Wasseranschluss.

-PM Rosenbauer International AG-

 

Digitale Simulationen veranschaulichen die Entwicklung neuer Schutztechnologien für unbemannte Systeme im Rahmen der SPECTRA-Challenge – ein Innovationswettbewerb zur Abwehr elektronischer Bedrohungen.
© KI/o.media

Erste Phase der SPECTRA Challenge erfolgreich abgeschlossen

Große Resonanz für den Schutz unbemannter Systeme

Zum Ende der ersten Wettbewerbsphase der SPECTRA Challenge ziehen die Agentur für Innovation in der Cybersicherheit GmbH (Cyberagentur), der Cyber Innovation Hub der Bundeswehr (CIHBw) und das Innovationslabor System Soldat (InnoLabSysSdt) eine positive Bilanz: 46 qualifizierte Einreichungen, darunter Universitäten, Unternehmen und Einzelpersonen.

Teams mit Beteiligten aus insgesamt 17 Ländern unterstreichen die internationale Bedeutung des Innovationsprogramms.

Mit 46 qualifizierten Beiträgen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Start-up-Szene hat die erste Phase der SPECTRA Challenge eine gute Zielmarke klar erreicht. Eingereicht wurden Konzepte von Einzelpersonen, Forschungsgruppen, Spin-Offs und etablierten Unternehmen. Auffällig ist die internationale Zusammensetzung vieler Teams: Neben Deutschland sind Fachleute aus Europa Mittel- und Nordamerika beteiligt. Diese Breite zeigt, dass der Schutz unbemannter Systeme vor elektronischen Angriffen längst ein global anerkanntes Handlungsfeld ist.

Inhaltlich verteilt sich das Feld auf 30 Beiträge im praxisnahen Track und 16 Beiträge im visionären Moonshot-Track. Beide Entwicklungsstränge bilden die Grundlage dafür, schnell einsatzfähige Prototypen zu realisieren und zugleich langfristige Technologiesprünge zu ermöglichen.

Die SPECTRA-Challenge wurde ins Leben gerufen, um innovative Lösungen gegen elektronische Bedrohungen wie Jamming, Spoofing oder Signalübernahme zu entwickeln. Angesichts der jüngsten Störungen im Luftraum über dem Baltikum und Skandinavien, wo die Zahl gemeldeter GPS-Interferenzen stark zugenommen hat, wird die Dringlichkeit neuer Schutzmechanismen besonders deutlich. Ziel der Challenge ist es, Konzepte und Technologien zu finanzieren, die unbemannte Systeme widerstandsfähiger machen und ihre Einsatzfähigkeit auch unter komplexen Bedrohungslagen sichern.

Im weiteren Verlauf des Wettbewerbs präsentieren am 7. und 8. Oktober die vielversprechendsten Teams ihre Ideen bei den Pitch Days auf dem ehemaligen Fliegerhorst in Erding vor einer Fachjury. Daraus werden die Einladungen zur Practice Week vom 1. bis 5. Dezember vergeben, in der die ausgewählten Konzepte unter realistischen Bedingungen getestet und bewertet werden. Damit wird nicht nur die Qualität der technischen Ansätze überprüft, sondern auch deren Eignung für einen späteren Transfer in Forschung, Truppe oder Beschaffung.

Die Einreichungen erfolgten über den KOINNOvationsplatz des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. Mit seinem Angebot von Challenges und einem Marktplatz der Innovationen bietet der KOINNOvationsplatz öffentlichen Auftraggebern und Unternehmen gleichermaßen die Möglichkeit, in den Austausch zu treten und voneinander zu lernen – unverbindlich, transparent und rechtskonform.

-PM © 2025 Cyberagentur-

 

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Report nennt Schritte zur planvollen KI-Einführung

Die wichtigsten ersten Schritte bei der KI-Einführung in Unternehmen sind die Festlegung einer Zielsetzung und die Identifizierung geeigneter Anwendungsfälle.

Dies geht aus dem „United Interim Wirtschaftsreport 2025“ hervor. Der Bericht basiert auf einer Umfrage unter 550 Führungskräften auf Zeit (Interim Managern), den die Management-Community United Interim (www.unitedinterim.com) durchgeführt hat.

Der Interim Manager Eckhart Hilgenstock, der zum Autorenkreis des Reports gehört, weiß aus eigenen Projekterfahrungen: „Je konkreter die Ziele ausformuliert sind, die binnen ein bis anderthalb Jahren realistisch erreichbar sind, desto erfolgreicher gelingt der KI-Start in Unternehmen.“ 88 Prozent seiner im Rahmen der Umfrage kontaktierten Kollegen stimmen ihm zu, dass die Ziel­festlegung entscheidend für den Erfolg ist. 80 Prozent (Mehrfachnennungen waren erwünscht) betonen die Notwendigkeit, bestimmte Anwendungsfälle zu definieren. Drei Viertel halten die frühzeitige Entwicklung einer Datenstrategie für unerlässlich.

„Es muss von Anfang an klargestellt werden, welche Daten überhaupt zur Verfügung stehen, wie valide diese sind und auf welche Art und Weise sie genutzt werden können“, erklärt Eckhart Hilgenstock. Er ergänzt: „Schon in dieser frühen Phase ist allen Beteiligten klarzumachen, was nicht erlaubt ist, weil es der Datenschutz-Grundverordnung wider­spricht.“

Dreistufiges Vorgehen: Pilotprojekt, Optimierung, Skalierung

79 Prozent der befragten Interim Manager raten zunächst zum Start eines Pilotprojekts, 78 Prozent zur anschließenden Optimierung anhand der Ergebnisse. „Sind Ziele, Anwendungen und Datenstrategie festgelegt, sollten die Unternehmen zügig loslegen“, bringt es Eckhart Hilgenstock auf den Punkt. Er grenzt ab: „Keinesfalls sollten die Firmen angesichts der galoppierenden KI-Entwicklung abwarten, bis die Technologie weiterentwickelt oder gar hundertprozentig ausgereift ist. Das entscheidende Kriterium ist vielmehr, wie Organisationen heute schon davon profitieren können. Wer zu lange abwartet, wird erleben müssen, wie der Wettbewerb dank Künstlicher Intelligenz davongaloppiert.“

Laufen die Pilotprojekte nach der Optimierung erfolgreich, sollte die KI innerhalb der Organisation skaliert werden, empfehlen 87 Prozent der kontaktierten Führungskräfte; „aber nur allmählich und mit Bedacht“, sagt ein knappes Drittel (32 Prozent). Eckhart Hilgenstock kommentiert: „Es geht nicht darum, ein ganzes Unternehmen so rasch und umfassend wie möglich auf KI umzustellen. Vielmehr hat es sich bewährt, jeden Anwendungsfall einzeln daraufhin abzuklopfen, ob sich der KI-Einsatz binnen zwölf bis achtzehn Monaten rechnet, und diese Anwendungsfälle gezielt in Angriff zu nehmen. Am Ende arbeitet natürlich ein Großteil der Organisation mit Künstlicher Intelligenz, aber nicht, weil das strategisch so vorgegeben ist, sondern weil es wirtschaftlich ist, die Wettbewerbsfähigkeit erhöht, die Produktionskosten senkt, die Fertigungsqualität verbessert, die Kundenbindung stärkt und das Business Development voranbringt, häufig mit innovativen Geschäftsmodellen, die das Management zuvor gar nicht auf dem Radar hatte.“

Weg zum Kunden als erstes Einsatzgebiet für KI

Mit der schrittweisen KI-Einführung einher geht die Auswahl der für die jeweiligen Anwendungsfälle am besten geeigneten KI-Tools, empfehlen drei Viertel der Interim Manager. „Angesichts der Vielfalt an KI-Tools ist dem Auswahlprozess große Aufmerksamkeit zu schenken“, empfiehlt Eckhart Hilgenstock. Von einer voreiligen Festlegung auf ChatGPT oder Co-Pilot, weil „diese vermeintlich die Standards sind“, rät er ab, „KI ist weit mehr als ChatGPT oder Co-Pilot.“

Vielmehr verweist der Interim Manager auf die Ergebnisse der Umfrage unter seinen 550 Kollegen, auf welchen Gebieten KI „am besten und schnellsten Wirkung zeigen“ kann. 66 Prozent sehen dabei die Kundenkommunikation und den Customer Service im weitesten Sinne an erster Stelle, gefolgt von (Mehrfachnennungen waren erwünscht) Geschäftsprozessoptimierung (53 Prozent) und Business Development (Vertrieb und Marketing, 52 Prozent).

„Der Weg zum Kunden ist häufig der beste Einstieg für KI, weil sich dabei unmittelbare Erfolge einstellen“, weiß Eckhart Hilgenstock aus Erfahrung. Er sagt: „Wenn es im Business Development gelingt, neue Zielgruppen anzusprechen und neue Kunden zu gewinnen, ist das meist ein Door Opener für die KI-Einführung auch in andere Unternehmensbereiche und Abteilungen.“

Als die vielversprechendsten Einsatzmöglichkeiten von KI im Customer Service haben die 550 befragten Interim Manager identifiziert (Überschneidungen waren erwünscht): effizientere Online-Kommunikation etwa durch Recommendation Engines (61 Prozent), Chatbots (60 Prozent), Sprach­dialogsysteme (59 Prozent), Effizienzsteigerungen in Vertrieb und Marketing (54 Prozent) sowie die gezielte Identifizierung potenzieller Neukunden (47 Prozent).

Aufbau eines KI-Teams mit externer Expertise

Auf die Frage, wer im Unternehmen für die KI-Einführung zuständig sein sollte, antworten 93 Prozent der Führungskräfte mit „ein KI-Team“. 63 Prozent empfehlen, sich bei der Zusammenstellung eines KI-Teams zum Start des ersten Pilotprojekts externe Expertise ins Unternehmen zu holen. Eckhart Hilgenstock berichtet aus der Praxis: „Tatsächlich herrscht in vielen Firmen Unsicherheit, wie man das Thema KI am besten angehen sollte. Die Unternehmensführung weiß in der Regel um die generelle Bedeutung Künstlicher Intelligenz, ist sich aber unsicher, wie diese konkret im eigenen Betrieb zum Nutzen des Unternehmens beitragen kann.“

Es gibt indes noch einen zweiten Weg, auf dem KI in die Unternehmen gelangt, hat Eckhart Hilgenstock festgestellt. Er berichtet: „Oftmals holt mich die Firmenspitze ins Haus, um ein bestimmtes Problem zu lösen, ohne dass dabei KI eine Rolle zu spielen scheint. Wenn ich dann aufzeigen kann, wie KI maßgeblich zur Problemlösung beitragen kann, sind viele überrascht.“ Nach seiner Erfahrung beginnt häufig erst nach einem solchen „KI-Erfolgserlebnis“ die Suche nach weiteren Einsatz­möglichkeiten für Künstliche Intelligenz im Betrieb. Dazu gibt der KI-Experte einen Tipp aus der Praxis: „Gute Erfahrungen habe ich damit gemacht, sehr früh mindestens einen Mitarbeitenden in KI weiterbilden zu lassen und diese motivierte Person dann die ersten KI-Projekte leiten zu lassen.“

-PM UNITEDINTERIM® GmbH-

 

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Proaktive Cyber-Resilienz erfordert Threat Intelligence

Von Jason Steer, CISO, Recorded Future

Cyberangriffe nehmen rasant zu und richten immer größere Schäden an. Schadensbegrenzung allein reicht deshalb nicht mehr aus.

Reaktive Ansätze, die erst nach einem Vorfall wirksam werden, werden der aktuellen Risikolage nicht gerecht. Zwar setzen Unternehmen Maßnahmen zur Erkennung potenzieller Risiken und Bedrohungen ein, konzentrieren sie sich dabei jedoch meist ausschließlich auf die eigene Organisation. Risiken innerhalb der Lieferkette bleiben häufig unberücksichtigt, obwohl auch sie gezielt abgesichert werden müssen. Vorschriften machen deutlich, dass echte Cyber-Resilienz nur entsteht, wenn alle Beziehungen zu Drittanbietern bekannt sind, kontinuierlich überwacht werden und umfassend geschützt sind. Für langfristige Stabilität ist daher eine schnelle, präzise und aktuelle Threat Intelligence unverzichtbar.

Rechtliche Vorgaben erhöhen den Druck

Seit Anfang des Jahres gilt der Digital Operational Resilience Act (DORA) in der gesamten EU. Finanzinstitute müssen digitale Risiken neu bewerten. Nach den Vorgaben von DORA reicht es nicht mehr aus, nur auf Cybervorfälle zu reagieren, um als resilient zu gelten. Vielmehr müssen sie sicherstellen, dass ihre Dienstleistungen auch dann verfügbar bleiben, wenn IT-Dienstleister oder andere Zulieferer ausfallen. DORA stellt dabei einen klaren Zusammenhang zwischen Resilienz und der Lieferkette her. Finanzinstitute müssen deshalb kritische Partner identifizieren, Risiken bewerten und entsprechende Schutzmaßnahmen ergreifen.

Die weitere Richtlinie NIS2 erweitert den Fokus über den Finanzsektor hinaus. Auch Unternehmen aus den Bereichen Energie, Gesundheit, Verkehr und digitale Infrastruktur müssen künftig vergleichbar hohe Standards erfüllen.

Auch die Verantwortung auf Führungsebene nimmt zu. Meldepflichten und klar definierte Zuständigkeiten machen deutlich, dass Resilienz nicht allein eine technische Herausforderung ist, sondern ein integraler Bestandteil der Unternehmenssteuerung. Ob ein Betrieb handlungsfähig bleibt, hängt direkt von der Stabilität seiner Dienstleister, Lieferketten und Technologiepartner ab.

Threat Intelligence als Grundlage

Checklisten reichen nicht mehr aus, um den neuen Anforderungen der genannten Regularien gerecht zu werden. Unternehmen benötigen dafür ein aktuelles, umfassendes Lagebild. Threat Intelligence hilft dabei, relevante Bedrohungen frühzeitig zu erkennen, zu analysieren, zu priorisieren und passende Gegenmaßnahmen einzuleiten.

Sicherheitsverantwortliche können so schneller einschätzen, ob gezielte Kampagnen auf bestimmte Branchen abzielen, ob es Cybervorfälle bei Lieferanten gab und ob diese kompromittiert wurden. Sie müssen außerdem wissen, wenn kritische Zugangsdaten im Umlauf sind.

Damit Unternehmen Threat Intelligence bestmöglich nutzen können, ist ein klar definierter Ablauf notwendig, der die Verteidigungsfähigkeit langfristig stärkt. Diese Punkte sind dabei besonders wichtig:

  • Die Bedrohungslandschaft analysieren und die größten Risiken für das eigene Unternehmen gezielt priorisieren.
  • Vorbeugende Maßnahmen umsetzen, etwa Multi-Faktor-Authentifizierung und Richtlinien auf Basis von Threat Intelligence.
  • Angriffe frühzeitig erkennen durch kontinuierliches Monitoring, die Auswertung von Warnmeldungen und den Abgleich mit bekannten Indikatoren (IoCs).
  • Sofort reagieren, idealerweise mit automatisierten Prozessen, zum Beispiel durch das automatische Zurücksetzen kompromittierter Passwörter.

Wenn die mit Threat Intelligence gewonnen Informationen auf diese Weise genutzt werden, können Unternehmen die regulatorischen Anforderungen in konkrete Schutzmaßnahmen für sich und die gesamte Lieferkette umsetzen.

Mehr als nur Compliance

Gesetze schaffen wichtige Rahmenbedingungen, doch Cyberbedrohungen entwickeln sich schneller als jede Regulierung. Um resilient zu bleiben, müssen Bedrohungsanalysen und Informationen über Dritte fest in die Unternehmensstrategie eingebunden werden.

Unternehmen sollten die durch Bedrohungen entstehenden Risiken ihrer kritischen Lieferanten genau kennen und Threat Intelligence gezielt in strategische wie operative Entscheidungen einfließen lassen. DORA und NIS2 sind bereits in Kraft. Die Zeit der Vorbereitung ist vorbei. Nur wer diese Maßnahmen dauerhaft verankert, kann über bloße Regelkonformität hinausgehen und echte Resilienz aufbauen.

-PM Recorded Future-

 

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Auf dem Weg zur Deutschen Brandstatistik

Aufruf an deutsche Feuerwehren zum Mitwirken

Gemeinsam mit den Feuerwehrverbänden (AGBF, DFV, WFVD) ruft die Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes (vfdb) alle Feuerwehren auf, sich an der Datenerfassung der Brandschadenstatistik in der aktuell gestarteten Phase III zu beteiligen.

Ziel ist es, den bestehenden Datensatz über Gebäudebrandeinsätze auszubauen, um den Brandschutz faktenbasiert weiterzuentwickeln.

Die vfdb-Brandschadenstatistik ist eine freiwillige Erhebung von Daten zu Gebäudebrandeinsätzen. Diese werden von Feuerwehren deutschlandweit unter einheitlichen Kriterien erfasst und durch die vfdb in einer zentralen Datenbank anonymisiert gesammelt. Nach einer erfolgreichen Pilotphase vor über zehn Jahren wurde die Brandschadenstatistik bereits mit zwei Erhebungsphasen aufgebaut. Mittlerweile ist die Brandschadenstatistik Teil des von der vfdb initiierten Gesamtprojekts „Deutsche Brandstatistik“ (gefördert durch die Verbände bvfa, FVLR, ZVEI und vfdb). Sie bildet darin einen einheitlichen und themenübergreifenden Datensatz ab. Die Deutsche Brandstatistik setzt sich modular aus weiteren Statistiken mit Bezug auf Brände zusammen (z. B. Versicherungsdaten vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft und der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung, Daten des Statistischen Bundesamtes sowie der polizeilichen Kriminalstatistik).

Die Brandschadenstatistik liefert verschiedenen Akteuren Fakten, auf die sie sich stützen können. Sie hilft Feuerwehren bei der Erkennung von Risiko- und Einsatzschwerpunkten. Mit den Ergebnissen kann die Industrie ihre Brandschutzlösungen verbessern. Brandschutzplaner können sich mit den Daten auf eine Grundlage beziehen und auf belastbare Wirksamkeitsnachweise zurückgreifen.

Bisher wurden zu diesem Zweck bereits über 5.000 Gebäudebrandeinsätze von über 30 Feuerwehren erfasst. Mit Phase III wird der Datensatz weiter ausgebaut. Die Feuerwehrverbände rufen die Feuerwehren (Berufs-, Werk-, Betriebs- und Freiwillige Feuerwehren) zur Beteiligung auf. Mit einem durchschnittlichen Zeitaufwand von nur zwei Minuten pro Gebäudebrandeinsatz kann jede Feuerwehr einen wertvollen Beitrag zur Weiterentwicklung des Brandschutzes leisten. Wünschenswert ist eine Erfassung bei allen Gebäudebrandeinsätzen der Feuerwehren für einen frei wählbaren Zeitraum (ca. größergleich zwei Monate). Interessierte Feuerwehren können den Erfassungsbogen entweder vollständig digital über ein online-Formular (https://arcg.is/1KTXfC1) oder als pdf-Datei (https://www.vfdb.de/themen/statistiken/mitmachen) ausfüllen. Für individuelle Abstimmungen zur Vereinfachung der Erfassung, z. B. Exporte aus dem Berichtswesen oder gesammelter Versand der Erfassungsbögen, wenden Sie sich bitte an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein..

Die bisherigen Auswertungen liefern bereits deutliche Erkenntnisse (Technischer Bericht 14-01 der vfdb):

  • AGBF&vfdb: im Holzbau tritt nach aktuellen Datenstand eine erhöhte Branddynamik auf, diese resultiert in einem Mehraufwand beim Löschen.
  • DFV: Küchenbrände sind in der Wohnnutzung dominierend mit 49 % der Brände.
  • WFVD: die Sachschäden bei tatsächlichen Bränden fallen bei Werkfeuerwehren geringer aus, als bei öffentlichen Feuerwehren.

Die Ergebnisse werden schrittweise in Form von wissenschaftlichen Arbeiten, kurzen Faktenblättern zu Einzelthemen sowie Fachartikeln veröffentlicht und bei Fachveranstaltungen vorgestellt. Darüber hinaus erhalten alle teilnehmenden Feuerwehren einen Zugang zur anonymisierten Datenbank.

-PM vfdb- 

 

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Studie: Endspurt Cyber Resilience Act – fast 2/3 der Unternehmen sind noch nicht damit vertraut

Die deutsche Wirtschaft misst dem EU Cyber Resilience Act (CRA) nicht die Bedeutung bei, die angesichts der damit verbundenen Pflichten für Hersteller, Importeure und Distributoren vernetzter Geräte, Maschinen und Anlagen angemessen wäre.

Zu diesem Ergebnis kommt der „IoT & OT Cybersecurity Report 2025“ des Düsseldorfer Cybersicherheits­unternehmens ONEKEY.

„Im Herbst 2026, also in rund einem Jahr, treten die im CRA festgelegten Meldeplichten mit vollem Umfang in Kraft“, erklärt ONEKEY-CEO Jan Wendenburg. „Und ein Jahr weiter alle anderen Pflichten. Jetzt geht es folglich in den Endspurt. Der Report zeigt, dass in der Wirtschaft davon aktuell noch zu wenig zu spüren ist.“ Für den Report wurden 300 deutsche Industrie­unternehmen nach ihrem Stand und ihren Planungen bezüglich der Sicherheit von industriellen Steuerungen (Operational Technology, OT) und in Geräten für das Internet der Dinge (Internet of Things, IoT) befragt, um die es im Kern bei der EU-Cybersicherheitsverordnung geht. Der Bericht steht auf der ONEKEY Website zum Download zur Verfügung: https://www.onekey.com/de/resource/iot-ot-cybersecurity-report-2025.

Demnach ist nur ein knappes Drittel (32 Prozent) der Unternehmen mit den Anforderungen des EU Cyber Resilience Act umfassend vertraut. Weitere 36 Prozent haben sich zumindest schon damit befasst. Aber mehr als ein Viertel (27 Prozent) haben sich dem Thema noch gar nicht zugewendet. Entsprechend zögerlich ist die Umsetzung. Lediglich 14 Prozent (!) der befragten Firmen haben bereits umfangreiche Maßnahmen eingeleitet, um die Einhaltung der CRA-Vorschriften bei ihren vernetzten Geräten, Maschinen und Anlagen zu gewährleisten. Immerhin: 38 Prozent haben bereits erste Schritte dazu unternommen. Aber ebenso viele Unternehmen haben laut „IoT & OT Cybersecurity Report 2025“ bislang noch nichts unternommen, um den neuen EU-Regularien zu genügen.

CRA erlegt umfassende Pflichten auf

Der ONEKEY-Report stuft die Zurückhaltung als „erstaunlich“ ein, da die mit dem EU Cyber Resilience Act auf die Unternehmen zukommenden Pflichten umfangreich sind. Hersteller müssen ihre Produkte so entwickeln, dass sie von Anfang an sicher sind (Security by Design) und während ihres gesamten Lebenszyklus den Anforderungen des CRA entsprechen. Dies beinhaltet den Schutz vor unbefugtem Zugriff, den Schutz der Datenintegrität und -vertraulichkeit sowie die Gewährleistung der Verfügbar­keit der Funktionen. Zudem sind sie verpflichtet, aktiv ausgenutzte Schwachstellen und schwer­wiegende Vorfälle, welche die Sicherheit ihrer Produkte beeinträchtigen, innerhalb von 24 Stunden der europäischen Cybersecurity-Behörde ENISA und dem zuständigen nationalen CSIRT (Computer Security Incident Response Team) zu melden.

Die Anbieter müssen darüber hinaus regelmäßig Sicherheitsupdates bereitstellen, um bekannte Schwachstellen zu beheben und die Sicherheit ihrer Produkte zu gewährleisten. Dazu gehört auch eine umfassende Dokumentation aller Produkte, einschließlich einer Software-Stückliste (Software Bill of Materials, SBOM), um die Transparenz und Rückverfolgbarkeit von Komponenten zu gewährleisten. Jan Wendenburg stellt klar: „Es genügt nicht, alle diese Anforderungen zu erfüllen. Vielmehr muss die Konformität mit den CRA-Anforderungen auch dokumentiert und nachgewiesen werden.“

Herausforderungen in der Betriebspraxis

Mit welchen Herausforderungen in Bezug auf den Cyber Resilience Act die Unternehmen in der Praxis zu kämpfen haben, wollte ONEKEY im Rahmen der Umfrage herausfinden. Die Firmen durften dabei mehrere Aspekte nennen. An erster Stelle steht demnach für 37 Prozent der Unternehmen die Meldepflicht bei sicherheitskritischen Vorfällen innerhalb von 24 Stunden. Gleich darauf folgt mit 35 Prozent die Einhaltung der Kriterien „Secure by Design“ und „Secure by Default“. 29 Prozent der Befragten stufen die Erstellung einer Software Bill of Materials (SBOM) – also einer Software-Stückliste – als größte Herausforderung ein. Beinahe genauso viele Firmen sehen ein Hauptproblem darin, den Überblick über die Verwaltung von Software-Schwachstellen zu behalten.

Jan Wendenburg von ONEKEY erläutert die Hintergründe: „Viele Hersteller digitaler Geräte, Maschinen und Anlagen haben bislang vor allem die Funktionalität ihrer Produkte in den Fokus gestellt, und die Angreifbarkeit durch Cyberattacken weniger stark berücksichtigt. Mit dem Cyber Resilience Act ist es nun zwingend erforderlich, beide Aspekte als gleichwertig einzustufen. Dem einen oder anderen Unternehmen fällt diese Doppelfokussierung noch schwer.“ Er verweist auf die „äußerst umfangreiche Palette von Produkten, die unter die neue EU-Verordnung fallen“. Das Spektrum erstreckt sich von digitalem Spielzeug und Geräten für das Smart Home inklusive vernetzter weißer Ware über Bezahlterminals, Ladestationen, IP-Kameras, medizinischen Geräten oder Gebäudeautomatisierungssystemen bis hin zu industriellen Steuerungen, CNC-Maschinen, Industrierobotern oder Produktionsanlagen mit Fernwartung, um nur einige Beispiele aufzuzählen.

Umstellung in den Köpfen der Führungskräfte

„In vielen dieser Marktsegmente war Cybersicherheit bislang vor allem ein Thema der Absicherung des eigenen Unternehmens gegen Angriffe, aber nicht des Schutzes der Produkte vor Cyberattacken“, sagt Jan Wendenburg. Er räumt ein: „Diese Umstellung in den Köpfen der Führungskräfte hat begonnen, braucht naturgemäß aber ihre Zeit.“ Zugleich weist er auf die weitreichenden Folgen hin, wenn die Unternehmen dem Cyber Resilience Act nicht die gebotene Aufmerksamkeit widmen: „Vernetzte Geräte, Maschinen und Anlagen, die nicht den Anforderungen des CRA entsprechen, dürfen künftig in der EU nicht mehr verkauft oder betrieben werden. Angesichts von Entwicklungszeiten von zwei bis drei Jahren ist daher höchste Eile geboten.“

Bei Verstößen gegen die EU-Verordnung drohen empfindliche Bußgelder von bis zu 15 Millionen Euro oder 2,5 Prozent des welt­weiten Jahresumsatzes, je nachdem, welcher Betrag höher ist. Hinzu kommt das Risiko der persönlichen Haftung von Vorstand bzw. Geschäftsführung und/oder den Verantwortlichen.

Besorgniserregende Sicherheitslage, OT wird vernachlässigt

Die CRA-Konformität ist für die Unternehmen indes nicht nur wichtig, um den Regulierungsvorschriften zu entsprechen, sondern auch, um sich und ihre Kunden tatsächlich vor zunehmender Cyberkriminalität zu schützen. Behörden wie das Bundesamt für Sicherheit in der Informations­technik (BSI) und das Bundeskriminalamt (BKA) gehen davon aus, dass sich die Bedrohungslage in den nächsten Jahren weiter zuspitzen wird. Bereits im Jahr 2024 belief sich der Gesamtschaden durch Cybercrime-Vorfälle aller Art in Deutschland auf geschätzte 178,6 Milliarden Euro – eine Steigerung um 30,4 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahr.

Jan Wendenburg sagt: „In vielen Unternehmen steht der Schutz der Computersysteme und Netzwerke im Vordergrund, während industrielle Steuerungen in Maschinen und Anlagen bei Sicherheitsfragen häufig zu wenig Beachtung finden. Doch angesichts der um sich greifenden digitalen Transformation industrieller Prozesse wächst die Angriffsfläche für Cyberbedrohungen auf dem Shop Floor immer stärker. Daher müssen in Werkshallen und Logistikzentren mindestens die gleichen hohen Sicherheitsmaßstäbe angesetzt werden wie im Rechenzentrum.“

-PM ONEKEY-

 

Symbolbild
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Mit der Feuerwehr in den Camping-Urlaub?

Alte Feuerwehrfahrzeuge wecken unter Campern Begehrlichkeiten. Ausgemusterte rote Transporter und Lkws beginnen vermehrt ein neues Leben als Reisemobil.

Wer sich solch ein charmantes Raumwunder zum eigenen Caravan umbauen möchte, sollte sich Gedanken über die vormalige Nutzung des Einsatzfahrzeugs machen. Alle langjährig genutzten Feuerwehrfahrzeuge weisen Kontaminierungen im Innenraum auf, wissen die Mineralogen der CRB Analyse Service GmbH. Sie klären über unsichtbare Gefahren auf.

Krebserregende Faser

Gesundheitsschädlich und mit bloßem Auge nicht zu erkennen – Asbest. Feuerwehrleute kennen die krebserregende Faser, die ihren Alltag begleitet. Seit 1993 verboten, steckt Asbest laut IG Bau noch in über 9 Millionen Gebäuden – zum Beispiel in Isolierungen, Dachplatten oder Bodenbelägen. „Es gibt über 3.000 Produkte, die Asbest enthalten können“, erläutert CRB-Laborleiter Dr. Stefan Pierdzig. Starke Hitze begünstigt das Freisetzen dieser Fasern ebenso wie Explosionen. Lösen sich bei der Brandbekämpfung die bedrohlichen Bestandteile, befallen sie die Schutzanzüge und landen auch in den Sitzen und Innenverkleidungen der Fahrzeugflotte. Schon geringe Mengen verursachen erhebliche Kontaminationen. Um Asbest-kontaminierte Personenschutzanzüge wieder nutz- und tragbar zu machen, gibt es spezielle PSA-Waschverfahren. Der Laie hingegen erwirbt die kontaminierte Karosse ungereinigt. Bei Umbaumaßnahmen oder normaler Fahrzeugnutzung gelangen die feinen Asbestbestandteile mit der Atemluft in die Lunge. Der Körper kann sie weder abbauen noch ausscheiden. Einmal eingeatmet, verbleiben sie lange im Inneren, reizen die Organe und führen zu langfristiger Narbenbildung. Das Risiko für Krankheiten wie Asthma, Kurzatmigkeit, Lungenkrebs und andere Krebserkrankungen steigt.

Analyse leicht gemacht

Gesundheitsbewusste Wohnmobilisten gehen auf Nummer sicher und lassen im Vorfeld eine Asbestanalyse durchführen. „Eine kleine Materialprobe aus der Fahrgastzelle genügt, um im Labor Asbest mittels Rasterelektronenmikroskop nachzuweisen und innerhalb weniger Werktage Gewissheit zu haben“, erklärt der promovierte Geologe Pierdzig. Bei einem positiven Ergebnis rät er zu entsprechenden Vorkehrungen bei der Fahrzeugaufbereitung und der gesonderten Entsorgung belasteter Teile. Ob sich der Aufwand für Bastler lohnt oder ob sich der Kauf als unrentabel erweist, bleibt eine individuelle Entscheidung. Sie schützt jedoch das wichtigste Gut – die eigene Gesundheit.

-PM CRB Analyse Service-

 

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Phishing-Angreifer missbrauchen nun auch Apples iCloud-Kalender-Einladungen

Von Dr. Martin J. Krämer, CISO Advisor bei KnowBe4

Phishing erfreut sich unter Cyberkriminellen nach wie vor einer extrem hohen Beliebtheit. Gilt es doch seit Jahren als effektiver Startpunkt erfolgreicher Cyberangriffe.

Kürzlich erschien nun in BleepingComputer ein Beitrag über einen neuartigen Callback-Phishing-Betrugsansatz. Angreifer nutzen Apples iCloud-Kalender-Einladungen, um als PayPal-Benachrichtigungen getarnte Phishing-E-Mails zu versenden. Da die Phishing-Nachrichten über legitime Infrastruktur von Apple versandt werden, dürften sie weitgehend problemlos durch die Sicherheitsfilter ihrer Opfer gelangen.

So gehen die Angreifer vor: Zunächst lassen sie ihren Opfern eine E-Mail-Nachricht zukommen. Angeblich hätten sie über PayPal eine Zahlung über eine größere Summe getätigt, die nun von ihrem Konto abgebucht worden sei. Der Nachricht beigegeben sind zwei Telefonnummern: die eine führt angeblich zum Kundenservice, die andere vorgeblich zum Stornierungsservice von PayPal. Die Opfer werden aufgefordert, eine der beiden Nummern anzurufen, um die Zahlung zu stornieren oder Änderungen an der Bestellung vorzunehmen. Wählt ein Opfer nun tatsächlich eine der Nummern, nimmt ein Betrüger ab, der es dann davon zu überzeugen sucht, seine Anmeldedaten preiszugeben oder ein Fernzugriffstool zu installieren – mit dem der Angreifer dann die Kontrolle über dessen Computer übernehmen kann. Ein typischer Callback-Phishing-Betrug also.

Eher untypisch dagegen: die Art und Weise des E-Mail-Versands. Denn: die Angreifer missbrauchen hier die legitime iCloud-Kalender-Einladungsfunktion, den Apple-E-Mail-Server und eine Apple-E-Mail-Adresse. Die Phishing-Nachricht wird in eine iCloud-Kalender-Einladung verpackt. In deren Notizfeld fügt der Angreifer dann den Phishing-Text ein. Als Empfänger wird eine vom Angreifer kontrollierte Microsoft 365-E-Mail-Adresse eingegeben. Dabei handelt es sich nicht um eine einzelne E-Mail-Adresse, sondern um eine Mailing-Liste, die alle empfangenen E-Mails automatisch an alle auf der Liste registrierten Gruppenmitglieder weiterleitet. Wird das iCloud-Kalenderereignis nun erstellt und an die Mailing-Liste versandt, geht eine E-Mail-Einladung von den Servern von Apple unter email.apple.com im Namen des iCloud-Kalenderbesitzers mit der E-Mail-Adresse ‚Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.‘ an sämtliche in der Mailingliste eingetragenen Opfer heraus. Eigentlich würde die E-Mail nun, da sie von den E-Mail-Servern von Apple versandt wurde, bei einer Weiterleitung durch Microsoft 365 die SPF-E-Mail-Prüfung nicht bestehen. Aber: Microsoft 365 verwendet das Sender Rewriting-Scheme (SRS), um den Rückweg zu einer mit Microsoft verbundenen Adresse umzuschreiben, sodass die SPF-Prüfung bestanden wird. So gelingt es der Nachricht, die E-Mail-Sicherheitskontrollen SPF, DMARC und DKIM zu passieren.

Dieser neue Phishing-Ansatz stellt ein ernsthaftes Sicherheitsrisiko dar – und das nicht nur für Privatpersonen. Kann doch auch leicht die gesamte Belegschaft eines Unternehmens auf solch einen E-Mail-Verteiler gesetzt werden. Schon ein Mitarbeiter, der auf den Angriff hereinfällt und den Angreifern Fernzugriff gewährt, genügt, um erfolgreich ein Unternehmensnetzwerk zu infiltrieren. IT-Verantwortlichen kann hier nur geraten werden, das Sicherheitsbewusstsein ihrer Mitarbeiter weiter auszubauen. Die gesamte Belegschaft muss in die Lage versetzt werden, Anzeichen von Social Engineering, von Phishing und Spear Phishing rechtzeitig zu erkennen – bevor es zu spät ist.

Effektiv helfen kann ihnen hierbei ein modernes Human Risk Management. Dessen Phishing-Trainings, -Schulungen und -Tests lassen sich, KI sei Dank, mittlerweile personalisieren und automatisiert – kontinuierlich – zum Einsatz bringen. Moderne Anti-Phishing-E-Mail-Technologien kombinieren KI mit Crowdsourcing, um neueste Zero Day-Bedrohungen frühzeitig aufzuspüren und rechtzeitig abzuwehren. Mit solchen und ähnlichen Systemen ist es Unternehmen möglich, ihre Human Risks zurückzufahren und ihre Mitarbeiter zu ihrer besten Verteidigung im Kampf gegen Cyberbedrohungen zu machen.