Sicherheit für Mitarbeiter, Kunden sowie auch ihre Sachwerte soll die Kombination von Video und Zutrittskontrolle gewährleisten. © Foto: Axis

Gefahren identifizieren und erkennen

Wie die Kombination von Video und Zutrittskontrolle die Mitarbeiter effektiv vor Überfällen schützt.

Von Ralph Siegfried

Der Einzelhandel ist quasi ein alter Hase, was den Einsatz von Sicherheitskameras sowie Zutrittskontrollen angeht. Der Laden und der Kassenbereich sind kameraüberwacht, am Hintereingang befindet sich ein Zahlenschloss, damit nur befugte Personen Eintritt in das Lager erhalten. Umso erstaunlicher ist, dass nach wie vor viele dieser Systeme getrennt voneinander verwendet werden. Denn hier gehen dem Einzelhandel viele Synergien verloren. Synergien, die allesamt ein Ziel haben: Die Mitarbeiter, Kunden und Werte zu schützen. Ein Beispiel, wie eine Kombination von Sicherheitsvideo und Zutritt möglich ist, ist der intelligente Sicherheitskorridor oder auch Sicherheitsschleuse genannt.

 

Der Einzelhandel ist eine der wenigen Umgebungen, wo nach wie vor große Summen an Bargeld vorhanden sind. Man denke hier nur an einen Samstag vor Weihnachten in einem großen Einkaufszentrum. Bei Banken und Tankstellen beispielsweise werden schon seit längerer Zeit  in-sich geschlossenes Geld- und Zahlungssystem verwendet, um für ausreichend Sicherheit zu sorgen. Im Einzelhandel setzen viele jedoch noch auf herkömmliche Sicherheitsmaßnahmen. In manchen Geschäften werden die Einnahmen beispielsweise mehrmals am Tag abgeholt oder im Kassenraum zwischengelagert. Viele dieser Maßnahmen zielen auf den Schutz des Geldes ab. Die Schwachstelle Mensch wird hingegen oftmals vergessen. Denn auch wenn das Geld sicher im Tresorraum gelagert ist, kann es schnell passieren, dass der Mitarbeiter unter Druck gesetzt wird, um den Raum zu öffnen. Integrierte Systeme, wie Netzwerk-Video mit Zutrittskontrolle, bieten hier neue Möglichkeiten, um das Personal umfassend zu schützen. Ein gutes Beispiel ist  der intelligente Sicherheitskorridor.

 

Sicherheitskorridor – doppelte Kontrolle ist besser

Vor allem in größeren Einzelhandelsgeschäften sind der Verkaufsbereich und der Raum, wo die Einnahmen und sensible Daten gespeichert werden, durch einen Gang räumlich voneinander getrennt. Diese Sicherheitsschleuse ist dabei oft durch Zutrittskontrolle gesichert. Die Mitarbeiter müssen sich beispielsweise über einen Code oder eine Karte ausweisen, um die Tür zum Korridor zu öffnen. Erst wenn sich diese geschlossen hat, öffnet sich die Tür zum Tresorraum.  Dies dient der zusätzlichen Sicherheit.

Doch was passiert, wenn eine Person mit kriminellen Absichten den Mitarbeiter zwingt, den Code freizugeben oder sich mit ihm unerlaubt im Sicherheitskorridor befindet? Das Zutrittskontrollsystem erkennt nur, ob es sich um einen autorisierten Zugriff handelt. Wenn der Code stimmt, geht die Tür zum Tresorraum auf, egal ob sich die autorisierte Person alleine oder mit Begleitung im Gang befindet.

 

Lösung: Kombination mit Video und Videoanalyse

Eine Integration von Zutrittskontrollsystem und Videokameras mit entsprechender Analysesoftware liefert hier die visuellen Daten und schafft Gewissheit. Die Kamera erkennt dank intelligenter Funktionen, wie einer Software zum sogenannten Tailgating, dass sich mehrere Personen im Gang aufhalten. Das Resultat: die zweite Tür zum Kassenraum wird nicht freigegeben. Gleichzeitig wird ein Alarm im Video Management System erzeugt und die Aufzeichnung gestartet. Zudem sendet das Sicherheitssystem eine Benachrichtigung an die Sicherheitszentrale oder den Sicherheitsverantwortlichen, der daraufhin den Einlass autorisiert oder eben nicht. Sinn der Sache ist es, dass diese Abläufe automatisiert sind. Also, dass die Kamera von selbst erkennt, wann der Zugang vom Korridor in den Kassenraum genehmigt werden kann, und wann nicht. So werden die Sicherheitsleute nur informiert, wenn es einen Zwischenfall gibt.

Möglich ist zudem, dass eine vorab definierte oder aufgenommene Audio-Datei abgespielt wird. Erkennt die Kamera eine Alarmsituation, kann sie darauf hinweisen, dass der Korridor videoüberwacht wird und das Sicherheitspersonal auf dem Weg ist. Dies bietet nochmal eine zusätzliche Abschreckung.

Ein weiterer Vorteil ist das so gesammelte visuelle Beweismaterial. Jeder Vorgang wird per Videobild dokumentiert und für einen gewissen Zeitraum gespeichert. So kann rasch und einfach nachvollzogen werden, wer wann Zutritt zum Tresorraum hatte. Genauso gut kann nun aber auch nur im Alarmfall aufgezeichnet werden, um die Mitarbeiter zu schützen, aber nicht zu überwachen.

 

Netzwerk-Kameras im Außenbereich

Mittels einer Kamera, die beispielsweise am Hinterausgang installiert ist, kann die Sicherheit für die Mitarbeiter zusätzlich erhöht werden. Es ist kein Problem, die Live-Videobilder an einem Monitor auf der Innenseite zu zeigen. So weiß der Mitarbeiter, ob sich gerade jemand im Ausgangsbereich befindet und die Sicherheit gewährleistet ist. Gerade bei großen Shoppingcentern, die sich oftmals in der Peripherie von Städten befinden, befinden sich nur noch wenige Personen nach Ladenschluss in der Umgebung. Potenzielle Diebe könnten hier versuchen über einen Mitarbeiter Zugang zum Geschäft und Tresorraum zu erhalten.

 

Fazit:

Viele der Sicherheitsmaßnahmen im Einzelhandel sind nicht neu. Doch im kombinierten Einsatz bieten sich völlig neue Möglichkeiten, die Systeme intelligenter und effizienter zu gestalten, um gezielt Überfälle zu vermeiden. Der Vorteil: Diese kombinierten Systeme können schnell, einfach und kosteneffizient aufgesetzt werden, da sie oftmals schon vorhanden sind. Mit minimalem Einsatz einer Integration der Systeme kann eine deutliche Verstärkung der Sicherheitsmaßnahmen erreicht werden. So schaffen Einzelhändler Sicherheit für ihre Mitarbeiter, Kunden sowie auch ihre Sachwerte.

 

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Über den Autor
Autor: Helmut Brückmann
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