Preisträger Stefan Bisanz (links) mit dem Präsidenten des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Dr. Hans-Georg Maaßen  Foto OSPA

OSPAs-Verleihung in Berlin

Von Heinz-Werner Aping

Am 11. November 2015 wurden während eines Gala-Dinners in Berlin erstmalig in Deutschland die Outstanding Security Performance Awards (OSPAs) verliehen.
Zur Jury gehörten Steffen Gentsch (Leiter Sicherheit bei Airbus), Michael Hange (Präsident des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik), Prof. Dr. Claudia Kestermann (Hochschule Bremen), Gregor Lehnert (Präsident des BDSW), Dr. Hans-Georg Maaßen (Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz), Dr. Christoph Rojahn (Deloitte & Touche und nebenbei auch Vizepräsident im ASIS Verband), Michael Schmidt (Sicherheitschef bei Volkswagen), Arne Schönbohm (Präsident des Cyber-Sicherheitsrates Deutschland e.V.) und Volker Wagner (Vorstandsvorsitzender des ASW).

 

Mit den Outstanding Security Performance Awards (OSPAs) werden herausragende Leistungen von Unternehmen und Personen aus der Sicherheitsbranche ausgezeichnet. Die unabhängigen und integrativen OSPAs bieten die Möglichkeit, die von Unternehmen oder Personen in der Sicherheitsbranche erbrachten außergewöhnlichen Leistungen auszuzeichnen und ihre Erfolge zu würdigen.

Die Kriterien zur Auswahl basieren auf einer umfassenden Erforschung der Schlüsselfaktoren, die eine besondere Leistung charakterisieren bzw. zu einer solchen beitragen. (Aspiring to Excellence – Perpetuity Research). Die OSPAs werden in Zusammenarbeit mit Sicherheitsverbänden und -gruppen aus zahlreichen Ländern organisiert.

Die deutschen OSPAs 2015 wurden zusammen mit  dem ASW Bundesverband als Partner durchgeführt.[1]

 

Insgesamt wurden neun Preisträger ausgezeichnet, darunter Stefan Bisanz, einer der beiden geschäftsführenden Gesellschafter der Firma Consulting Plus Holding GmbH.

 

Interview mit Preisträger Stefan Bisanz

Veko-online: Herr Bisanz, wir gratulieren zur Auszeichnung mit dem Outstanding Security Performance Award 2015 in Deutschland. Macht Sie das ein bisschen stolz, einer der ersten Preisträger in Deutschland zu sein?

Stefan Bisanz: Recht herzlichen Dank. Ich bin ja nur einer der neun insgesamt ausgezeichneten Preisträger mit jeweils sehr bemerkenswerten Leistungen. Es dürfte jeden Menschen im guten Sinne etwas stolz machen, wenn seine Arbeit gewürdigt wird. Im Vordergrund für mich steht, dass eine jahrelange kontinuierliche Arbeit in einem sehr besonderen Feld der Sicherheit gewürdigt wird und damit Chancen für die gesamte Branche verbunden sind.

Dazu helfen die Seriosität des Preises und seine Etablierung auch in der deutschen Sicherheitswirtschaft.

 

Der Outstanding Security Performance Award dürfte vielen unserer Leser unbekannt sein. Was können Sie uns zu diesem Preis sagen?

Gründer dieses Preises ist Martin Gill, Professor für Kriminologie und Direktor des britischen Martin Gill,  Professor für Kriminologie und Direktor des britischen Forschungsinstituts Perpetuity Research and Consultancy International, ist Gründer der Outstanding Security Performance Awards (OSPAs).Forschungsinstituts Perpetuity Research and Consultancy International.

Professor Gill ist oftmals auch in Deutschland tätig und als Vordenker im Bereich Sicherheit bekannt. In seinen Forschungen beschäftigte er sich eben auch mit der Wahrnehmung des Sicherheitssektors. Diese Wahrnehmung und vor allem die Wertschätzung des Sicherheitssektors hielt er für deutlich verbesserungswürdig. Er gründete die Initiative, besondere Tätigkeiten und Leistungen in diesem Bereich zu würdigen, um zu einer veränderten Wahrnehmung und zu einem besseren Verständnis zu kommen, im Ergebnis zu mehr Anerkennung des Sicherheitsgewerbes, insbesondere auch auf der Führungsebene von Unternehmen.

 

Sind Sie von der Gesellschaft angesprochen worden oder wie lief das Verfahren?

Der Preis für herausragende Leistungen von Unternehmen und Personen aus der Sicherheitsbranche wurde von der Gesellschaft breit über verschiedene Medien öffentlich bekannt gemacht und ausgeschrieben. Jeder, der überzeugt war, die in der Ausschreibung genannten Kriterien zu erfüllen, konnte sich bewerben.

So habe auch ich von der Ausschreibung erfahren und nach reiflicher Überlegung entschieden, mich zu bewerben.

 

Womit haben Sie sich beworben?

Ich habe mich nicht in meiner Funktion als geschäftsführender Gesellschafter von Consulting Plus beworben, sondern ausdrücklich als öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Personenschutz. Seit Jahren widme ich mein besonderes Augenmerk der Professionalisierung dieses Bereiches und einer verbesserten Wertschätzung.

 

Was waren die Kernpunkte Ihrer Bewerbung?

In der Bewerbung musste eine umfassende Darstellung aller Tätigkeiten gegeben und um eine Darstellung ergänzt werden, was daran herausragend oder bemerkenswert im Sinne des Preises ist.

So habe ich neben meinen Tätigkeiten in der Analyse, Beratung und Begutachtung von Personenschutzmaßnahmen meine langjährigen Bemühungen um das Berufsbild Personenschutz und als aktuelles Beispiel meinen diesjährigen Blog über die lang-andauernde Prozessbeobachtung eines besonderen Kriminalfalles anlässlich der Entführung einer vermögenden Person angeführt.

 

Sie meinen den Prozess um den sogenannten Maskenmann?

Ja, dieser Prozess am Landgericht Frankfurt/Oder gegen den Angeklagten Mario K. wegen versuchten Mordes, versuchten Totschlags, schwerer Körperverletzung und räuberischer Erpressung bot meiner Einschätzung nach die Chance, zu weiteren Erkenntnissen über Tätervorbereitung und Täterverhalten in solchen Fällen kommen. Auf der tatsächlichen Analyse solchen Verhaltens sollte professioneller Personenschutz aufbauen.

 

Der Prozess ist von den Medien breit abgebildet worden und zog sich sehr in die Länge. War die Beobachtung dieses Prozesses aufwändig?

Ja, das kann man schon sagen. Statt der vom Landgericht Frankfurt/Oder angesetzten 30 Verhandlungstage waren es zum Schluss 59 Verhandlungstage, zu denen ich immer von Köln aus mit Übernachtung in Berlin nach Frankfurt/Oder anreiste.

Im Ergebnis hat sich der große Aufwand aus meiner Sicht gelohnt. Meine Prozessbeobachtung und der dazu eingerichtete Blog wurden sehr umfassend wahrgenommen und gewürdigt.

 

Wissen Sie, wie viele Unternehmen und Personen sich um die OSPAs beworben haben?

Das kann ich Ihnen nicht sagen. Es gab ja insgesamt neun Kategorien. Soweit ich erfahren habe, waren es alleine in meiner Kategorie über 40 Bewerbungen.

 

Wie liefen das Auswahlverfahren und die Preisvergabe nach Abgabe der Bewerbung ab?

Die Unterlagen aller Bewerber wurden anhand der OSPA Kriterien und Standards geprüft und bewertet. Im Ergebnis wurden je Kategorie drei Bewerber auf einer Shortlist benannt und drei Wochen vor der Veranstaltung zur Preisverleihung eingeladen. Erst während der Preisverleihung, so wie bei großen anderen Preisverleihungen praktiziert, öffnete der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Dr. Hans-Georg Maaßen, den verschlossenen Umschlag und gab die Entscheidung zu meinen Gunsten in der Kategorie „Herausragender Sicherheitsberater“ bekannt.

 

Wir haben gehört, dass Sie sich anschließend in kurzer, aber sehr prägnanter Form bei den über 100 Teilnehmern der Veranstaltung bedankt haben und dafür auch Zwischenapplaus erhielten?

Ich habe mich natürlich für den Preis bedankt, aber dann zwei Bitten vorgetragen, die mir sehr am Herzen lagen und weiterhin liegen.

Zuerst habe ich die Teilnehmer gebeten, das Wort „Bodyguard“ aus ihrem Wortschatz zu streichen und durch Personenschützer zu ersetzen. Das habe ich verbunden mit meiner Bitte daran mitzuwirken, ein Berufsbild Personenschützer zu erarbeiten, um den Menschen genauso wie den Unternehmen, die in diesem Bereich gute Arbeit leisten, besser gerecht zu werden. Das hat auch wirklich zu einem Zwischenapplaus geführt.

 

Das Berufsbild des Personenschützers ist Ihnen ein besonderes Anliegen. Sie haben dort auch vor einigen Jahren bereits Aktivitäten entfaltet. Wie geht es in der Sache voran?

Ja, es ist wirklich ein besonderes Anliegen von mir. Zeitgemäßer, professioneller und leistungsstarker Personenschutz ist ein breites Portfolio einer ganzen Reihe von einzelnen, teilweise sehr umfassenden Tätigkeiten abseits der unmittelbaren Begleitung. Das setzt eine umfassende und gute Ausbildung sowie ein andauerndes Training und eine ständige Fortbildung voraus. Leider ist das bis heute kein eigener öffentlich anerkannter Berufsabschluss mit dem Ergebnis, dass sich beliebig auch weniger qualifizierte Personen und Unternehmen in diesem Bereich betätigen können.

Tatsächlich hatten wir auch einen Arbeitskreis von engagierten Verantwortlichen aus der Wirtschaft und der öffentlichen Hand (Sie, Herr Aping, sind ja auch Teilnehmer dieses Gesprächskreises), der sich des Themas annahm. Leider haben einige der Teilnehmer in den letzten Jahren ihre berufliche Tätigkeit beendet oder sind in andere Felder gewechselt, sodass der Arbeitskreis etwas an Schwung verloren hat.

 

Ist denn Personenschutz überhaupt noch ein Tätigkeitsfeld mit Zukunft oder hat sich das über das Ende der linksterroristischen Bedrohungen in Deutschland erledigt?

Nein, das hat sich nicht erledigt. Personenschutz hatte schon vor und außerhalb der Bedrohungen durch linksterroristische Täter, hier namentlich die Rote Armee Fraktion, sein Feld und seine Berechtigung. Im Gegenteil halte ich die Herausforderungen und Gefahren heutzutage noch für größer als früher. Ein früherer Fehler von entsprechenden Fachleuten für Personenschutz lag bestimmt darin, ihre wesentlichen Begründungen für Sicherheitsmaßnahmen nur aus den Gefahren eben dieses Terrorismus zu ziehen. Als dieser dann wegfiel, hatten genau diese Fachleute Schwierigkeiten,  eine andere und tragende Begründung für Personenschutz zu finden.

Da sind wir heute aber hoffentlich besser aufgestellt. Zumindest die guten und fachlich versierten Verantwortlichen. Es gibt aktuell und auch zukünftig eine Vielzahl von Gefahrenfeldern und Gefährdungsfaktoren, denen mit Personenschutz begegnet werden kann und muss.

 

Was sind Ihr Ziel und Wunsch in diesem Bereich?

Ich setze auf das Verantwortungsbewusstsein bekannter und engagierter Fachleute im Bereich des Personenschutzes und werde weiter daran arbeiten, zu einem anerkannten Berufsabschluss Personenschutz zu kommen. Dazu wünsche ich mir nicht nur Unterstützung aus dem Bereich der großen deutschen Unternehmen, sondern vor allem auch aus dem Bereich der Verbände und natürlich der Institutionen, die in Deutschland wesentlich an Berufsabschlüssen mitwirken, wie den Industrie- und Handelskammern.

 

Herr Bisanz, wir danken Ihnen für dieses Gespräch und wünschen viel Erfolg für Ihre weitere Tätigkeit.

 

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Autor: Helmut Brückmann
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