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Hilfe, mein Kind ist kriminell!

Von Christina Tangerding

Ob Vandalismus, Ladendiebstahl oder Schwarzfahren. Wenn das eigene Kind mit dem Gesetz in Konflikt kommt, sind die Eltern schockiert und ratlos. In den meisten Fällen kann über kurz oder lang Entwarnung gegeben werden. Die Kinder hatten Grenzen überschritten, sind aber auf einen guten Weg zurückgekommen. Doch manchmal müssen die Eltern hilflos zusehen, wie ihnen ihr Kind entgleitet – und immer wieder die angebotene Unterstützung zurückweist. Dann bleibt irgendwann nur noch, dem Kind die Verantwortung für das eigene Leben zu übertragen. Ein Schritt, der unendlich wehtut.  

 

Sie waren eine zufriedene Familie. Mutter, Vater und drei Kinder. Der Sohn, die Tochter und die Kleine, das Nesthäkchen. Sie lebten in einem Dorf in Süddeutschland, nahe einer Großstadt. Die Kinder gingen zur Schule. Die Mutter arbeitete als Krankenschwester, der Vater als Servicetechniker. Jedes zweite Jahr fuhr die Familie zusammen in den Urlaub. Sonntags wurde gemütlich gefrühstückt.

Heute, viele Jahre später, sitzt die Mutter auf einer Couch in der Beratungsstelle für Angehörige von Inhaftierten (BAI) in Nürnberg und versucht, zu beschreiben, was passiert ist. Versucht, Worte zu finden für etwas, was kaum zu begreifen ist. All die kleinen und großen Katastrophen in den vergangenen rund zehn Jahren. All das, was ihr nach und nach ihr Kind genommen hat. Denn ihre jüngste Tochter, inzwischen 24 Jahre alt, sitzt im Knast. Und das nicht zum ersten Mal.

Doch der Reihe nach. Angefangen hatte es, als Agnes 15 war. Die beiden älteren Kinder waren schon erwachsen. Mutter Regina Schmidt (Anmerkung der Red.: alle Namen der Familie geändert) hatte gerade zum zweiten Mal geheiratet. Agnes war einverstanden mit der neuen Ehe. Die Mutter und ihr neuer Mann fuhren in die Flitterwochen. Dann kam der Anruf aus dem Krankenhaus: Ihre Tochter hat eine Alkoholvergiftung.

Damals dachte Regina Schmidt noch, das sei normal. Jugendliche machen so was. Das wächst sich aus. Doch es wuchs sich nicht aus. Im Gegenteil.

Agnes trank und nahm Drogen. Sie brach ihre Ausbildung zur Arzthelferin ab. Zu Hause lag sie nur herum, ließ sich bedienen. Sie kam und ging, wann sie wollte. Alles war ihr egal. Das ging über Monate so. Bis ihre Mutter nicht mehr konnte. „Ich habe sie rausgeschmissen!“, sagt Regina Schmidt.

Ganz ruhig und klar sagt sie es. Nicht, weil es ihr damals so leicht gefallen wäre. Sondern weil sie im Rückblick versteht, dass sie keine andere Wahl gehabt hat.

Nach einiger Zeit kam Agnes zurück. Zeitweise ging sie zur Schule, irgendwann schmiss sie auch die hin. Die Situation zu Hause eskalierte. Die Mutter warf sie wieder raus. Einige Tage später nahm sie sie wieder auf. So ging das hin und her. „Immer, wenn ich gedacht habe, sie hat ihre Lektion gelernt, habe ich ihr wieder eine Chance gegeben“, erzählt Regina Schmidt. Sie wandte sich an Erziehungsberatungsstellen, rief beim Jugendamt an, bei der Caritas. „Immer wurde mir gesagt: Es gibt keine Hilfe, wenn sie nicht will.“

Sie wollte nicht. Weil es Streit mit dem Stiefvater gab, zog Agnes in ein Mädchenwohnheim. Nach drei Wochen musste sie gehen – weil sie Drogen und Alkohol konsumiert hatte. Als sie 17 war, begann sie, sich zu prostituieren.

Wenn sie in der Stadt unterwegs war, fuhr sie schwarz. Dass sie erwischt wurde, war ihr egal. Dass sie zahlen musste, war ihr egal. Und auch die Anzeige, die sie bekam, war ihr egal. Es folgten weitere Anzeigen, unter anderem wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses und Körperverletzung. Sie war halb nackt durch die Stadt gelaufen, hatte sich Verfolgungsjagden mit der Polizei geliefert und ein Mädchen mit einer Glasflasche verletzt. Sie beschimpfte ihre Mutter lautstark und bei geöffneten Fenstern als „Schlampe“ und „verfickte Hure“. „Wenn sie Drogen genommen hat“, sagt Regina Schmidt, „ist sie definitiv nicht mehr mein Kind.“

Salesianerpater Christian Vahlhaus (41) kennt ganz ähnliche Fälle. Im Jugendhilfezentrum Don Bosco im Salesianerpater Christian Vahlhaus 2. v. links (© Foto: privat)hessischen Sannerz, dessen Leiter er ist, werden unter anderem Kinder betreut, die teilweise schon mehrfach straffällig geworden sind, die früh mit Drogen und Alkohol in Berührung gekommen sind, für die der Aufenthalt in Sannerz die vielleicht letzte Chance bedeutet. In die Arbeit mit den Kindern werden auch die Eltern miteinbezogen. Der wichtigste Rat, den Pater Vahlhaus Eltern immer gibt, ist, mit den Kindern im Gespräch zu bleiben. „Wir können nicht die Entscheidung für den Jugendlichen treffen. Aber wir können versuchen, dass der Jugendliche selbst erkennt, was gut oder eben nicht gut für ihn ist.“ In der Arbeit mit den Eltern versuchen er und seine Mitarbeiter, gemeinsam nach Lösungen zu suchen, damit Kinder und Eltern wieder gut zusammenleben können. Schuldgefühle seien dabei fehl am Platz, meint der Priester. „Ich ermutige die Eltern. Alle Eltern lieben ihre Kinder und wollen für ihr Kind das Beste. Manchmal gelingt es vielleicht nicht, die passenden Worte oder Handlungen zu finden. Aber die Grundbasis ist da.“

Im Übrigen, fügt er hinzu, machten alle Eltern und alle Betreuer in der Erziehung auch mal Fehler. „Die Eltern dürfen sich zugestehen, dass sie Menschen sind. Es gibt keine perfekten Eltern.“

Bei Agnes gingen die Katastrophen weiter. Eine Schwangerschaft, eine Abtreibung. Weitere Anzeigen. Auflagen vom Gericht, die von der jungen Frau nicht eingehalten wurden. Inzwischen hatten die Eltern einen Betreuer für ihre Tochter bestellt. Immer wieder milde Urteile, mal eine Bewährungsstrafe, mal ein Wochenendaufenthalt in der JVA.

Bis schließlich das Gericht keine Gnade mehr walten ließ und die inzwischen 21-Jährige zu einer anderthalbjährigen Haftstrafe verurteilte. Noch bevor sie die Haft antrat, wurde Agnes wieder schwanger. Schwanger ging sie ins Gefängnis. Weil der Drogentest positiv war, wurde sie ins Krankenhaus eingewiesen. Von dort floh sie trotz Bewachung und tauchte unter. Bei der Mutter meldete sie sich kurz, um zu sagen, dass es ihr gut gehe. 

Agnes entband ihr Kind in einem Krankenhaus, ohne Ausweis, ohne Mutterpass. Einen Tag später rief sie zu Hause an und informierte die Mutter über die Geburt. Dann war sie wieder verschwunden. Das Kind ließ sie im Krankenhaus zurück.

Die Polizei fand die Geflohene, Agnes saß ihre Haftstrafe ab. Entlassen wurde sie mit der Auflage, eine Langzeittherapie zu machen, um von der Sucht wegzukommen. Im Januar 2015 hat Agnes die Therapie abgebrochen. Bereits kurze Zeit später meldete sie sich wieder bei der Mutter.

„Es war Februar. Es war so kalt draußen“, erzählt Regina Schmidt. Weil alle Obdachlosenunterkünfte überfüllt waren, gestatteten Mutter und Stiefvater der Tochter, wieder nach Hause zu kommen, und stellten ihr die freie Wohnung im ersten Stock zur Verfügung. Es war ein letzter Hoffnungsschimmer.

Nach einem zermürbenden Auf und Ab – Agnes verfiel nach einer kurzen Zeit der Entspannung wieder in die alten Muster, ihr neuer Freund zog mit ein, sie nahm wieder Drogen – gab es einen massiven Vertrauensbruch, der den Ausschlag dafür gab, dass Regina Schmidt ihre Tochter und den Freund bat, die Wohnung nun endgültig zu verlassen.

Inzwischen sitzt Agnes wieder im Gefängnis. Fünf Monate sind wohl noch abzusitzen. Genaueres weiß die Mutter nicht. 

Was muss geschehen, damit ein Mädchen sich so entwickelt? Was sind die Ursachen dafür, dass Kinder und Jugendliche kriminell werden?

Experten nennen vielfältige Gründe, die eine kriminelle Laufbahn von jungen Menschen begünstigen können. Alkohol- und Drogenkonsum der Eltern zählen zum Beispiel dazu, familiäre Krisensituationen, emotionale Verwahrlosung, ein Mangel an Bildung oder die falschen Freunde. Auch bestimmte Einflüsse von Religionen können mit dazu beitragen, dass junge
Menschen auffällig werden. Doch das erklärt längst nicht alle kriminellen Karrieren. Auch Kinder aus ganz normalen Elternhäusern werden zu Straftätern. Und umgekehrt driften nicht alle Jugendlichen, die unter schwierigen Rahmenbedingungen aufwachsen müssen, in die Kriminalität ab.

 

Was habe ich falsch gemacht?

Agnes Schmidt hatte eine behütete Kindheit, ein schönes Zuhause. Wie konnte es geschehen, dass sie ihr Leben so gar nicht in den Griff bekommen hat? Natürlich stellte sich die Mutter die Frage: Was habe ich falsch gemacht?

„Das habe ich ganz, ganz lange getan“, sagt Regina Schmidt. „Habe gedacht, der Fehler war, dass ich mich habe scheiden lassen, dass ich relativ schnell wieder einen neuen Partner hatte. Dass ich zu autoritär war. Oder zu weich.“ Sie habe ihre beiden älteren Kinder gefragt, was sie verletzt hätte, aber die sagten, sie sei die beste Mutter gewesen, die man sich hätte vorstellen können.

„Es bringt nichts, die Schuld bei mir zu suchen“, ist Regina Schmidt heute überzeugt. „Es ist schade, dass es so ist, wie es ist. Aber ich kann es nicht ändern. Sie ist erwachsen und muss ihren Weg gehen. Wenn sie Hilfe braucht, bin ich da. Wenn sie die Hilfe nicht möchte, habe ich inzwischen hoffentlich gelernt, sie einfach gehen zu lassen.“

Regina Schmidt hat gemerkt, dass sie selbst kaputtgeht, wenn sie nicht lernt, die Verantwortung abzugeben. Eine Perspektive für ihr Kind sieht sie im Moment nicht. „Ich glaube an keine Zukunft“, sagt sie mit zitternder Stimme, und Tränen laufen über ihr Gesicht.

Und mit einem zaghaften Lächeln fügt sie hinzu: „Es gab eine Zeit, in der sie schon mal auf der Straße gelebt hat und wir uns alle 14 Tage am Bahnhof zum Kakao getroffen haben. Das war ganz entspannt und lustig. Das wäre jetzt erst mal mein Ziel. Den Kontakt nicht abreißen zu lassen.“

 * Alle Namen der Familie von der Redaktion geändert

Diebstahl, Schwarzfahren - (k)ein Problem?

Tipps für Eltern, deren Kind erstmals mit dem Gesetz in Konflikt gekommen ist

  • Gehen Sie sachlich an die Situation heran. Lassen Sie Ihre Wut und Enttäuschung abklingen, bevor Sie mit Ihrem Kind sprechen. Vorwürfe stören die Gesprächsatmosphäre.
  • Geben Sie Ihrem Kind den Raum, zu reden, stellen Sie keine Fragen, die es nur mit „Ja“ oder „Nein“ beantworten kann.
    Stellen Sie Fragen, um herauszufinden, wie es zu dem falschen Verhalten gekommen ist, was genau passiert ist und wie Ihr Kind die Situation erlebt hat.
  • Lassen Sie Ihr Kind spüren, dass Sie an seiner Seite sind, die Straftat aber verurteilen.
  • Überlegen Sie gemeinsam, was Ihrem Kind helfen könnte. Mögliche Maßnahmen sind: besseres Eingehen auf die Bedürfnisse des Kindes, beispielsweise was gemeinsame Zeit, Anerkennung oder Taschengeld angeht. Klarere Grenzen setzen für bestimmte Bereiche.
  • Wurde die Straftat in einer Gruppe begangen? Dann kann es sinnvoll sein, mit den Eltern der anderen Kinder oder Jugendlichen oder mit den Freunden selbst Kontakt aufzunehmen und gemeinsam nach einer Lösung zu suchen. Tun Sie beides jedoch nur nach Rücksprache mit Ihrem Kind.
  • Im Einzelfall kann es sinnvoll sein, sich professionellen Rat zu holen, zum Beispiel bei Erziehungsberatungsstellen oder beim Jugendamt.
  • Egal, was passiert: Bleiben Sie mit Ihrem Kind im Gespräch!

Sieglinde Schmitz, Gesamtleiterin des Jugendhilfezentrums Don Bosco Helenenberg

 

Interview

mit Christel Brendle von der Nürnberger Beratungsstelle für Angehörige von Inhaftierten

Ein Kind landet im Knast. Für die Eltern ist das der Super-GAU. Sie schämen sich zu Tode. Sorgen, Selbstvorwürfe und unendlich viele Fragen stürmen auf sie ein. Um Familien in dieser Situation zu unterstützen, wurde vor mehr als 20 Jahren im Nürnberger Treffpunkt e.V. die Beratungsstelle für Angehörige von Inhaftierten (BAI) gegründet. BAI-Bereichsleiterin Christel Brendle erklärt, was Eltern von Inhaftierten bewegt und wie sie lernen können, mit der schwierigen Situation umzugehen.

 

Wie reagieren Eltern, wenn sie erfahren, dass ihr Kind eine Straftat begangen hat?

Die Eltern, die zu uns zu einem Beratungsgespräch kommen, sind schockiert. Das ist für sie der Super-GAU. Man muss wissen, dass man nicht einfach ins Gefängnis hineinspazieren und sagen kann, ich möchte mein Kind besuchen. Wenn das Kind in Untersuchungshaft ist, brauchen die Eltern erst eine Besuchserlaubnis, die beim Gericht beantragt werden muss. Dies dauert einige Tage bis einige Wochen. Die Eltern dürfen in Bayern mit ihrem Kind nicht telefonieren. Außer durch Briefe gibt es keinen Kontakt. Die Post dauert allerdings, weil alles über den Ermittlungsrichter läuft, auch etwa zwei bis drei Wochen. Wenn das Kind volljährig ist, erhalten die Eltern aus Datenschutzgründen keine Informationen. Die ersten Wochen sind für die Eltern brutal.

 

Was geht emotional in den Eltern vor angesichts der Erkenntnis, dass ihr Kind kriminell ist?

Die Eltern schämen sich ohne Ende. Es sind ja Leute aus der Mittelschicht, die zu uns in die Beratungsstelle kommen, darunter Polizisten, Schulleiter, ganz normale Angestellte. Für sie gab es das Thema Gefängnis nicht. Sie würden niemals einem Nachbarn erzählen, dass ihr Kind im Gefängnis ist, erzählen es häufig nicht einmal in der Familie. Da werden dann bei jedem Familienfest irgendwelche Ausreden erfunden. Wenn die Eltern sich dann nach vielen Monaten und großem Leidensdruck doch öffnen, geht es ihnen besser.

 

Reagieren Mütter und Väter unterschiedlich?

Die Mütter zeigen sich emotionaler. Psychosomatische Erkrankungen sind bei ihnen häufiger. Die Väter sagen eher, ich will mit dem Sohn oder der Tochter nichts mehr zu tun haben. Sie sprechen selten offen über ihre Gefühle. Wir hatten einen Mann in der Gruppe, der erzählt hat, dass er nachts aufwacht und sich fragt, wo es angefangen hat, dass sein Kind auf das falsche Gleis gekommen ist, wo genau der Zeitpunkt war, wo er möglicherweise etwas nicht mitbekommen hat, wo er anders hätte reagieren müssen.

 

Kommt diese Frage nach der Schuld, nach einer Mitverantwortung nicht bei allen Eltern?

Ja, die Frage kommt bei allen. Die meisten lernen dann, diese Schuldfrage auf die Seite zu legen. Das „Was wäre gewesen, wenn…?“ ist überflüssig, es ändert nichts an der jetzigen Situation.

 

Heißt das, die Eltern sollten die Verantwortung abgeben an das Kind?

Viele Eltern, die zu uns in die Gruppe kommen, sagen nach ein paar Monaten oder Jahren: Ich stehe hinter meinem Kind, aber ich stehe nicht hinter der Straftat. Sie sagen, nicht ich wurde straffällig, sondern mein Kind, und nun muss es die Konsequenzen dafür tragen. Ich glaube, das ist eine gesunde Einstellung. Die Eltern geben somit die Verantwortung an ihre Kinder zurück, ohne sie fallen zu lassen. Man kann dem Kind Unterstützung anbieten, indem man es zum Beispiel während der Inhaftierung regelmäßig besucht. Die Inhaftierten im Gefängnis wissen das sehr zu schätzen. Sie sehen, dass es auch Gefangene gibt, bei denen keiner mehr zu Besuch kommt.

 

Erleben Sie, dass Eltern straffällig gewordener Kinder von ihrem sozialen Umfeld diskriminiert werden?

In der Regel nicht. Vor allem in der Stadt lebt man anonym, da bekommen Nachbarn oder Kollegen die Situation nicht mit. Allerdings schämen sich die Eltern oft so sehr für ihre Kinder, dass sie niemandem von der Inhaftierung erzählen und sich somit selbst isolieren. Schwieriger ist es auf dem Land, vor allem, wenn es eine Straftat war, die ein öffentliches Interesse geweckt hat, wie es zum Beispiel bei Sexualstraftaten der Fall ist. Das wird dann ein Spießrutenlauf für die Eltern; da ist das soziale Umfeld oft gnadenlos.

 

Werden die Eltern auf irgendeine Weise in die von der Justiz verhängten Maßnahmen einbezogen, gibt es vielleicht sogar Hilfsangebote für sie?

Die Justiz berücksichtigt die Rolle der Eltern nur, wenn es darum geht, ob jemand Lockerungen bekommt oder ob ein Gefangener vorzeitig entlassen wird. Da wird zum Beispiel genau registriert, ob der Gefangene von seiner Mutter oder seinem Vater oder auch seinem Partner regelmäßig Besuch bekommen hat. Damit wird seine Sozialprognose begünstigt. Wenn es um eine vorzeitige Entlassung geht, können Eltern ihr Kind ebenfalls sehr unterstützen, indem sie ihm bei der Wohnungs- und Arbeitssuche helfen. Ohne festen Wohnsitz kann ein Gefangener nicht vorzeitig entlassen werden.

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© DON BOSCO MAGAZIN, Ausgabe 5/2015. Das DON BOSCO MAGAZIN erscheint zweimonatlich in der Don Bosco Medien GmbH. Es kann hier kostenlos bestellt werden: www.donbosco-magazin.de.
Jeglicher Nachdruck nur mit schriftlicher Genehmigung der Don Bosco Medien GmbH gestattet. Dies gilt auch für die Aufnahme auf Websites und in elektronische Datenbanken.

 

Angebote der Salesianer Don Boscos und Don Bosco Schwestern für straffällig gewordene Kinder und Jugendliche

Die meisten der Salesianer-Einrichtungen in Deutschland, die in der Jugendhilfe tätig sind, haben auch mit straffällig gewordenen Kindern und Jugendlichen zu tun. Diese werden in der Regel über die örtlichen Jugendämter in die entsprechenden Maßnahmen vermittelt und den Einrichtungen zugewiesen. Zu den Angeboten gehören die Betreuung in (intensivpädagogischen) Wohngruppen und pädagogisch-therapeutischen Intensivgruppen genauso wie die Ableistung von Sozialstunden anstelle von Arrest.

So vermittelt zum Beispiel das Projekt „Lifeline“ des Don Bosco Jugendwerks Bamberg zwischen jungen Straftätern und gemeinnützigen Institutionen, in denen die Jugendlichen ausstehende Zahlungen als Sozialstunden ableisten können. Andere Wege geht das Zentrum für Umwelt und Kultur in Benediktbeuern: Das Projekt „Tagwerk“ gibt straffällig gewordenen Jugendlichen zwischen 14 und 21 Jahren die Möglichkeit, anstelle von Arrest oder der Ableistung von Sozialstunden sich intensiv mit ihrer Tat zu beschäftigen; im praktischen Arbeitseinsatz für gemeinnützige Projekte des Naturschutzes und der Umweltbildung können sie außerdem eigene Stärken und Lebensperspektiven für ihre Zukunft entdecken. In mehreren Einrichtungen der Salesianer Don Boscos und der Don Bosco Schwestern können junge Straftäter auch direkt Sozialstunden ableisten.

 

Anmerkung der Redaktion:

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Über den Autor
Autor: Helmut Brückmann
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