Management diskret

Wem bei der Beschreibung seiner Tätigkeit nichts Gescheites einfällt, der verwendet den Begriff Management, also Sicherheitsmanagement, Personalmanagement, Parkplatzmanagement, Toilettenmanagement oder – wie aus einer Pressemeldung zu erfahren ist: Berechtigungsmanagement. „Marktführer im Berechtigungsmanagement ergänzt Führungsriege“ heißt es in einer Meldung, in der dem Empfänger mitgeteilt wurde: „Die protected-networks.com GmbH schützt über die Berechtigungsmanagement-Technologie 8MAN (www.8man.com) Unternehmensdaten vor unberechtigten Zugriffen und minimiert damit wirtschaftliche Schäden durch Missbrauch.“ Ein Armin Zähring übernimmt dabei das Channel Development DACH.

 

Viele, die glauben, anderen etwas zu sagen zu haben, schreiben „Manager“ auf ihre Visitenkarte. Und was macht ein Manager? Ein Blick zu Google und schon vergrößert sich unsere Unsicherheit. Man glaubt nicht, was alles unter „Manager“ verstanden wird. Dabei ist der Begriff schon ziemlich alt. Meyers Konversations-Lexikon von 1908 definiert: „…Geschäftsführer, insbes. einer reisenden Theater- oder Zirkusgesellschaft“. Unter „Zirkusgesellschaft“ war damals insbesondere auch der Flohzirkus gemeint, der häufig in mondänen Hotels gastierte, wie der SPIEGEL vor vielen Jahren notierte.

Heutzutage hat der Manager, wenn er tatsächlich Geschäftsführer ist, manchmal auch unangenehme Aufgaben zu erledigen, zum Beispiel die Anmeldung der Insolvenz, sollte der Pleitegeier über dem Unternehmen kreisen. Im Mai hat es die Unternehmen Haverkamp GmbH und Haverkamp Projekt GmbH getroffen. Ihr in jeder Hinsicht beeindruckender Messestand wird bei der diesjährigen security essen wohl fehlen. Dem Vernehmen nach soll ein Engagement in arabischen Gefilden und der Sicherheitszaun am Frankfurter Flughafen (FRAPORT) die Insolvenz eingeläutet haben. Pikanterie am Rande: Vor zwei Jahren bekam Haverkamp für den Sicherheitszaun den security essen Award und viel Lob von FRAPORT, wo bislang noch kein Fehlalarm verzeichnet wurde.

Größerer Ärger steht auch dem absoluten Marktführer der Sicherheitsdienstleister ins Haus. Genüsslich berichten die vorwiegend in Süddeutschland erscheinenden Gazetten von der „Durchsuchung bei Securitas“. Ende Juli ließ die Staatsanwaltschaft 13 Objekte in München und Umgebung durchsuchen. Ein Mitarbeiter des Unternehmens soll Aufträge an Subunternehmer nur gegen Bares vergeben haben. Die genauen Summen sind noch nicht bekannt, doch soll es dem Beschuldigten für eine Villa am Starnberger See und einem Bentley davor gereicht haben.

Wenn wir gerade bei den Sicherheitsdienstleistern sind: Seit 1.1.2014 hat die Branche keinen gültigen Mindestlohntarifvertrag unter dem Schutz des Arbeitnehmerentsendegesetzes (AEntG) mehr. So wie es aussieht, wird sich das auch in diesem Jahr nicht mehr ändern - dank ver.di, deren Vertreter offenbar die frühere Praxisnähe fehlt, wie ein Mitglied der Tarifkommission moniert. Im Klartext heißt das, dass in diesem Jahr Unternehmen außerhalb des Verbandes BDSW ihre Preise nach eigenem Gusto, sprich unter dem Mindestlohn, festlegen dürfen. Dies ändert sich jedoch am 1. Januar 2015 mit der Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns von 8,50 Euro in der Stunde. Für einige Kunden wird es dann ein böses Erwachen geben, wenn sie mit exorbitanten Preissteigerungen konfrontiert werden.

Erwähnenswert ist sicherlich auch, dass Bremen und NRW nicht mehr die horrenden Polizeikosten bei Bundesligaspielen tragen wollen. Manches Sicherheitsunternehmen läuft sich warm, um diese Aufgaben der Polizei zu übernehmen. Die Gewerkschaft der Polizei hat bereits eine Gegenoffensive gestartet.

Und dann wäre noch zu melden, dass der Ltd. Polizeidirektor Olaf Lindner, Kommandeur der GSG 9, zum 1. August nach Berlin wechselte, um die Nachfolge von Heinz-Werner Aping als Abteilungspräsident Sicherungsgruppe im BKA anzutreten. Heinz-Werner Aping wurde in den Ruhestand versetzt.

 

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Autor: Helmut Brückmann
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