27. Fachkonferenz Personenschutz / Unternehmenssicherheit

Von Heinz-Werner Aping

Am 9. und 10. November 2021 fand nach durch die „Corona“-Lage bedingter Pause in Köln die 27. Fachkonferenz von Veko-online statt.
Erstmals seit Herbst 2019 kamen mehr als 60 Teilnehmer und Vortragende aus unterschiedlichen Bereichen, Firmen, und Institutionen der privaten Sicherheitswirtschaft und der öffentlichen Hand wieder im Rahmen der bewährten Veko-Fachkonferenz in Präsenzform zum Wissens- und Erfahrungsaustausch sowie zur Netzwerkpflege zusammen.

Das Programm mit insgesamt 13 Vorträgen spiegelte dabei in den Inhalten die behutsame Erweiterung der Fachkonferenz Personenschutz auch in Richtung Unternehmenssicherheit wider.

Es ist schon rein organisatorisch eine besondere Herausforderung, unter den Bedingungen einer sich ständig verändernden Situation zur pandemischen Lage eine Konferenz in Präsenzform zu planen, Vortragende und auch einen Ort zu finden, der den Voraussetzungen entspricht, die die öffentliche Hand dazu vorgibt. Das betrifft nicht zuletzt die finanzielle Herausforderung, vor allem aber ist es eine Frage, mit welcher Gewissheit alle schon früh zu organisierenden Vorbereitungen greifen, oder ob aufgrund aktuell ausgerufener Einschränkungen die Konferenz ggf. sehr kurzfristig abgesagt werden muss. Umso glücklicher waren Thomas Lay für veko-online und alle Teilnehmer sowie Vortragenden, dass die Konferenz wie geplant stattfinden konnte.

Mit dem Hotel Lindner City Plaza in Köln war ein Veranstaltungsort gefunden worden, der die räumlichen Voraussetzungen erfüllte, unter Wahrung aller Hygieneregeln inkl. Abstand der Teilnehmer und Teilnehmerinnen untereinander an einem zweitägigen und breitgefächerten Programm teilzunehmen. Das Programm reichte von Lagevorträgen über digitale Herausforderungen und Neuerungen sowie Möglichkeiten bis zum ministeriellen Vortrag über das geplante Sicherheitsgewerbegesetz, von Spionage über mentale Vorbereitung auf Extremsituationen bis hin zum Vortrag über medizinische Planung und Risikominimierung im Zusammenhang mit „Business Travels“.

Thomas Lay übernahm zu Beginn der Fachtagung die Begrüßung und die Erläuterungen zum Hygienekonzept des Hotels und der Veranstaltung.

Vor allem aber bat er die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, sich für eine Gedenkminute zu Ehren des langjährigen Teilnehmers und engagierten Vortragenden der Fachtagung Personenschutz Bernd Pokojewski, bestens bekannt als „Poko“, zu erheben, der leider am 8. Oktober 2020 wenige Tage vor seinem 77. Geburtstag verstorben ist.

Den ersten Vortrag der Konferenz hielt Andrin Capaul aus der Schweiz, Head of Security Affairs des World Economic Forums (WEF), der die grundsätzliche und auch aktuelle Dimension des WEF sowie des jährlichen Weltwirtschaftsgipfels in Davos darstellte. Sein überaus kundiger und mit vielen Fakten sowie Details versehener Vortrag zeigte nicht nur die Herausforderungen zur Gewährleistung der Sicherheit für diese Veranstaltung auf, sondern beinhaltete auch gut gemeinte und sehr praxisorientierte Empfehlungen für Sicherheitskräfte, die für Ihre Firmen, Institutionen und Personen die Teilnahme am Gipfel in Davos und ihre jeweilige Sicherheit organisieren müssen.

 

Frau Dr. Brandkamp, Bedrohungsmanagerin bei der Deutschen Telekom AG stellte sehr souverän, informativ und engagiert die Lage, Herausforderungen, Möglichkeiten sowie die Vorgehensweise der Deutschen Telekom zu internen wie externen Bedrohungen der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen dar. Sowohl unter dem Gesichtspunkt eines möglichst reibungslosen Geschäftsbetriebes wie aus wohlverstandener Verantwortung für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stellt sich die Deutsche Telekom AG in diesem Bereich professionell auf. Es ist gut, wenn andere Firmen und Organisationen diesen Weg ebenfalls bereits beschreiten würden oder in ihre Agenda aufnehmen.

 

Dr. Florian Hartleb lenkte den Blick der Teilnehmer sehr inhaltsreich und engagiert auf die Gefahr des rechten Terrors für die Gesellschaft. Die Bedrohung durch rechten Terror ist in hohem Maße real und keine Dramatisierung seitens gelenkter Medien. Sie betrifft nicht nur die öffentlich-rechtlichen Institutionen, sondern die breite Gesellschaft und nicht zuletzt auch die Wirtschaft. Sein Vortrag setzte sich auch sehr kundig mit dem Tätertyp der oftmals so genannten „einsame Wölfe“ auseinander, so auch der Titel seines Buchs, und machte deutlich, dass es eben nicht der „lonesome wulf“ ist, sondern solche Täter selbstverständlich vor dem Hintergrund einer gefährlichen Szene mit all ihren Verflechtungen, Mobilisierungen, Wissenstransfer usw. beobachtet und bewertet werden müssen, wenn man entsprechenden Gefahren wirkungsvoll und erfolgreich begegnen oder bestenfalls zuvorkommen will.

 

In Ergänzung zum schon vorab schriftlich verbreiteten Programm der Konferenz folgte als letzter Vortrag vor der Mittagspause Oliver Krist, CEO der ok capital + consulting GmbH. Er widmete sich mit seinem Vortrag über „Sicherheit durch Biometrie - eine neue Perspektive“ aktuellen Möglichkeiten der Identitätsauthentifizierung und trug zu den Vor- und Nachteilen bzw. Schwächen verschiedener Systeme vor, die gegenwärtig vielfach genutzt werden. Dabei stellte er auch eine bemerkenswerte Entwicklung eines dänischen Startup-Unternehmens vor. Die Firma Quardlock hat eine biometrische und passwortlose Offline-Identitätsauthentifizierung für sicheren Zugriff auf alle Arten von Diensten und Identitätsschutz in Form einer Scheckkarte entwickelt, die Sicherheit auf höchstem Niveau ohne Preisgabe der persönlichen Kennworte oder anderer Identifizierungsdaten bietet. Gerade unter dem Gesichtspunkt des möglichen Abgriffs von verschlüsselten Daten und von Fälschungssicherheit bietet die Lösung ganz neue Möglichkeiten. Die Gespräche in den Pausen und am Abend zeigten das Interesse vieler Teilnehmer auf.

 

Mit der Problemstellung von Gefahren im digitalen Bereich setzte sich im weiteren Verlauf des ersten Konferenztages Christian Schaaf, Geschäftsführer der Firma Corporate Trust, unter dem Titel „Digitaler Personenschutz“ - Fußabdruck im Internet, Sicherung der IT-Infrastruktur und Vorteile einer App - auseinander. Die Firma Corporate Trust ist gern gesehener Gast in den Fachkonferenzen von veko-online, bisher oft durch Florian Oelmaier, Prokurist, Leiter Cyber Security & IT-Krisenmanagement, vertreten. Dieses Jahr nahm mit Christian Schaaf der Geschäftsführer von Corporate Trust die Gelegenheit wahr, unterlegt mit tatsächlichen Fällen und praktischen Beispielen die Gefahren in der digitalen Welt aufzuzeigen und für vorbeugende Maßnahmen zu werben.

 

Passend nach den Beiträgen von Oliver Krist und Christian Schaaf folgte ein beeindruckender Vortrag über Wirklichkeit gewordene Gefahr. Vortragender war Thomas Pilz, Geschäftsführender Gesellschafter der Firma Pilz GmbH & Co. KG, ein Unternehmen im Bereich der Automatisierungstechnik mit Komplettlösungen für die Sicherheits- und Steuerungstechnik mit Hauptsitz in Ostfildern bei Esslingen am Neckar und mehr als 2400 Beschäftigten weltweit. Mit dem Titel „Ein Cybervorfall legt uns lahm - Lessons Learned“ berichtete Herr Pilz sehr engagiert über einen erfolgreichen Angriff gegen sein Unternehmen und schilderte sehr offen die Schwierigkeiten des Unternehmens, mit dem Angriff und der damit zusammenhängenden Erpressung umzugehen, sowie der Herausforderung, trotz der Blockade des gesamten IT-Bereichs wieder arbeitsfähig zu werden. Herr Pilz war mit seiner Firma der Erpressung nicht gefolgt und konnte in einem mehrmonatigen Prozess die volle Betriebsfähigkeit wieder herstellen. Er zeigte auf, wie wichtig es war, so schnell wie möglich zu handeln, wie unverzichtbar es ist, vorbereitet zu sein, um schnell handeln zu können und lobte nicht zuletzt das Engagement und die Professionalität der Polizei seines Bundeslandes, bei der er selbstverständlich Anzeige erstattet hat. Es ist bemerkenswert, wenn Firmen erfolgreiche Angriffe öffentlich machen und nicht nur darüber berichten, wie nachhaltig die Betriebsabläufe unterbrochen oder dauerhaft verhindert werden und in letzter Konsequenz gerade im Hinblick auf ihre internationale Verflechtung die wirtschaftliche Existenz einer Firma berühren können.

 

Florian Peil, Sicherheitsberater mit dem Schwerpunkt Protective Intelligence und Sachbuchautor, lenkte schließlich als letzter Redner des ersten Tages mit seinem Vortrag „Spionage - das unterschätzte Risiko auf Geschäftsreisen“ quasi den Blick zurück auf die gleichermaßen klassische wie weiterhin aktuelle Gefahrenlage beim Angriff auf Behörden wie Wirtschaft, nicht zuletzt als unverändert aktuelles und vielfach unterschätztes Risiko auf Geschäftsreisen. Sein detailreicher und überzeugender Vortrag beinhaltete auch tatsächliche Fälle und zeigte auf, dass neben allen Gefahren digitaler Wissensabflüsse eben auch der Angriff oder Zugriff auf menschliche Quellen weiterhin aktuell ist. Dazu gehörten selbstverständlich auch Verhaltensratschläge und Empfehlungen.

Der Tradition von Helmut Brückmann folgend, mit dessen Grußwort an die Teilnehmer und Teilnehmerinnen Thomas Lay die Konferenz eröffnet hatte, erhielten alle Teilnehmer ein Buchpräsent, in diesem Fall das aktuelle Werk von Florian Peil mit dem Titel „Die 5 Ringe der Sicherheit“.

 

Die aktuelle Pandemielage machte es dieses Jahr nicht möglich, wie sonst üblich die Teilnehmer der Fachtagung zu einem Abendessen in einer besonderen Lokalität des Veranstaltungsortes einzuladen. Stattdessen hatte man den Speisebereich des Hotels komplett buchen können und lud die Teilnehmer und Teilnehmerinnen der Fachtagung dort zum Abendessen am reichhaltigen Buffet ein.

Vor dem Essen hielt Friedrich Haas, Geschäftsführer von AKE / SKABE eine sehr interessante, vor allem aber engagierte und mitnehmende Dinner-Speech zu den Problemen, Herausforderungen, Einsichten und lessons learned im Zusammenhang mit der Evakuierung von für Deutschland tätig gewordenen Ortskräften im August in Afghanistan. AKE | SKABE unterstützt und entwickelt Sicherheitskonzepte für Unternehmen, Organisationen und Privatpersonen bei der Ausrichtung auf das internationale Umfeld sowie bei Reisen und Entsendungen ins Ausland.

Friedrich Haas wurde im Urlaub mit einer entsprechenden Anfrage zur Hilfe überrascht und managte die Hilfe unter Nutzung seiner Erfahrung, der Kontakte und des weltweiten Netzwerkes im Ergebnis erfolgreich. Er konnte authentisch berichten, unterlegte mit Einsichten und sparte nicht mit Kritik dazu, was nicht hilfreich war und ist. Auch VEKO online war bei dieser Herausforderung mit seinen Kontaktmöglichkeiten involviert. Es war Beiden ein besonderes Anliegen, dass erstens die Aufnahme ehemaliger für Deutschland tätige Ortskräfte in Afghanistan noch nicht abgeschlossen und weiterhin kompliziert ist, sondern dass mit Sorge und eben mit Vorsorge auf andere Krisenregionen der Welt geschaut werden muss, in denen sich die gleichen Herausforderungen ergeben können.

Sie konnten für Menschen aus Afghanistan, die sehr viel für unser Land getan haben, die Ausreise nach Deutschland organisieren. Stellvertretend für alle war einer dieser Menschen als besonderer und Überraschungsgast an diesem Abend dabei. Highlight war es, dass einer der Teilnehmer in Afghanistan lange mit diesem Mann zusammengearbeitet hatte, ihm für seine Tätigkeit dort viel zu verdanken hatte, und erst während des Vortrages vom Vorgang und von der Anwesenheit seines alten „Weggefährten“ erfuhr. Die beiderseitige Freude war überaus eindrucksvoll.

Die Bar des Hotels war ebenfalls für den ganzen Abend gebucht, und die meisten Teilnehmer und Teilnehmerinnen nutzten es für viele engagierte Gespräche, egal ob alte oder neue Kontakte bis nach Mitternacht.

 

Der zweite Tagungstag startete mit einem Vortrag von Clemens Clausen, Maritime Safety Consultant der Firma OffTEC aus Enger-Sande, 2o km vor der norddeutschen Küste in Höhe der Insel Föhr, zum Thema „Mentale Vorbereitung auf Extremsituationen“. Er stellte Aufgaben sowie technische und räumliche Möglichkeiten des Trainingszentrums Offshore vor und zeigte die Voraussetzungen auf, um rationale Handlungsfähigkeit zu gewährleisten.

Dabei konnte er nicht nur aus seinem Wissen und reichen Erfahrungsschatz als früherer Kampfschwimmer schöpfen, sondern unterlegt mit Filmsequenzen und konkreten Erfahrungswerten aufzeigen, wie unverzichtbar geeignete und professionelle mentale Vorbereitung ist, um in Krisensituationen, eben auch in Gefahrensituation von Beschäftigten im Sicherheitsbereich, bestehen zu können.
Fazit: „Bravo-Zulu“ oder „well done“.

 

Der nächste Vortrag widmete sich wieder ganz der digitalen Welt. Dr. Karsten Schwalbe referierte über „Personenerkennung mittels Künstlicher Intelligenz“ und nahm die Anwesenden mit auf eine spannende Reise in die Grundzüge, den gegenwärtigen Stand und die kommenden Möglichkeiten der sog. Künstlichen Intelligenz. Dr. Schwalbe ist Fachgruppenleiter „Mathematische Methoden mit Fokus Künstliche Intelligenz“ bei der Firma FusionSystems GmbH in Chemnitz und Projektmanager für Forschungsvorhaben mit Fokus auf Intelligenter Personen- und Gestenerkennung. Die Firma entwickelt Software und Systeme für die Bereiche Automotive, Karten & Navigation, Automation sowie Smart Systems und besitzt nach eigener Darstellung fundierte Kenntnisse und langjährige Erfahrungen auf den Gebieten multisensorielle Datenerfassung, Sensordatenverarbeitung und Datenfusion. Vor allem ist die Firma davon überzeugt, dass das intelligente Zusammenfassen von Informationen, das heißt die Sensordatenfusion, aus der heutigen Technikwelt nicht mehr wegzudenken ist. Sein Profil als promovierter theoretischer Physiker hinderte nicht, die Anwesenden gekonnt neben der notwendigen Vermittlung wissenschaftlicher Bezüge für die Möglichkeiten im Sicherheitsbereich, hier durch Personenerkennung mittels künstlicher Intelligenz, zu interessieren.

 

Der nächste Vortrag von Frau Birgitta Lodde, Juristin und Referentin im Referat „Grundsatz Polizei und Strafverfolgung“ im Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) zum Thema „Neuregelung des Sicherheitsgewerberechts“ führte die Anwesenden in die mühevolle Arbeit zum Entwurf des schon von der letzten Bundesregierung geplanten Gesetzes zur Regulierung im nicht-staatlichen Sicherheitsbereich.

Frau Lodde ging in ihrem Vortrag sowohl auf den tatsächlich von der letzten Bundesregierung vollzogenen Übergang der Aufsicht über das Sicherheitsgewerbe vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie auf das BMI als auch auf den bisherigen Fortgang der Arbeiten am geplanten Gesetzeswerk, inklusive Schilderung von bereits erfolgten Workshops mit Fachleuten und ggf. Verbänden. Sie stellte dar, dass der zu erwartende Wechsel der Bundesregierung und damit auch an der Spitze des BMI ggf. noch einmal neue Impulse setzen wird, zeigte sich aber optimistisch, dass der Gesetzentwurf im kommenden Jahr fertig werden sollte und dann die offizielle Beteiligung der Parteien, Behörden, Verbände usw. erfolge. Ihr Anliegen für die Fachkonferenz war es vor allem nicht, einzelne Details des geplanten Gesetzes darzustellen, sondern sie ermunterte die Teilnehmer und Teilnehmerinnen stattdessen, die Konferenz zu nutzen, ihr die jeweils eigenen Erfahrungen, Ideen, Forderungen und Wünsche an das geplante Gesetz mit auf den Weg zu geben. Der Focus lag hierbei auf den Überlegungen zur Gewährleistung von Qualität im Sicherheitsgewerbe. Zahl und Inhalt der Wortmeldungen zeigte das rege Interesse der Anwesenden und ihre Hoffnung, dass es tatsächlich gelingen möge ein Gesetz zu schaffen, das für eine deutliche Qualitätssteigerung und entsprechende Marktchancen sorgt.

Thomas Lay nahm das Angebot der Vortragenden und das Interesse der Anwesenden auf und bot an, dass VEKO online Wünsche, Ideen und Vorstellungen seiner Leser aufnimmt und in den Dialog mit dem BMI einbringt.

 

Der folgende Vortrag führte noch vor der Mittagspause wieder in die digitale Welt.
Herr Roman Obermoser von der Firma REALSIM, einem innovativen österreichischen Unternehmen, das international im Fachbereich der Mixed Reality tätig ist, referierte zum Thema „Neuartige Visualisierungsformen patentiertes Verfahren“, um heute und in Zukunft spezifischen Anforderungen im Militärischen und Polizeilichen gerecht zu werden.
Die Expertise liegt in der Aus-und Fortbildung mit Hologrammunterstützung realer Trainingsobjekte. Es entsteht eine völlig neue Ausbildungsmethode, wo Realität und computeranimierte Hologramme verschmelzen. Der Vortrag war unterlegt mit Videosequenzen bereits jetzt möglicher und praktizierter Trainings, zeigte aber auch auf, in welche ggf. sehr kundenspezifische Richtung die weiteren Entwicklungen gehen.

 

Den Abschluss der Fachkonferenz bildeten zwei Vorträge zur Medizin und machten jede für sich deutlich, dass Gesundheit und Gesundheitsvorsorge unverzichtbarer Teil professioneller Sicherheitsplanung und -organisation sind, sowohl im inländischen Arbeitsablauf wie erst recht auf Reisen, hier insbesondere in Krisen- oder anderen risikobehafteten Gebieten.

Den ersten Vortrag hielt mit Dr. med. Walter Gaber, Leitender Arzt der Fraport AG seit 1996, Leiter Außenstelle Gesundheitsamt ein bewährter Gast der Fachtagung mit dem Titel „Blackout-Vorsorge“- Was wir aus der Coronakrise lernen können - . Er verfügt nicht nur über langjährige und internationale Einsatzerfahrung bei Schadensereignissen im Konzern wie z.B. zu SARS, Schweinegrippe, EBOLA, Corona u.a.m., sondern ist auch außerhalb seiner beruflichen Bindung sehr in Sachen Gesundheit engagiert. Einen großen Raum nahmen naturgemäß die aktuellen Herausforderungen hinsichtlich der Covid19-Pandemie ein, in Deutschland oft verkürzt Corona-Pandemie genannt. Dr. Gaber ging nicht nur aus medizinischer, sondern auch aus organisatorischer Sicht auf viele Aspekte der Lage seit ihrem Ausbruch ein, die Belastungen der Menschen wie der Organisationen, nicht zuletzt der Flughäfen und des Flugverkehrs. Er sparte nicht mit Kritik an vielen Schritten und Maßnahmen der beteiligten Stellen.

 

Den letzten Vortrag auf der 27. Fachtagung Personenschutz / Unternehmenssicherheit hielt Dr. Marius Werner, ebenfalls Mediziner, Reserveoffizier und Dozent mit 10-jähriger Erfahrung im Bereich der militärischen Spezialkräfte mit medizinischem Schwerpunkt, sowohl als Provider als auch in beratender Funktion, zum Thema „Business Travels – medizinische Planung und Risikominimierung“. Er widmete sich ausführlich den Notwendigkeiten und Möglichkeiten in Planung, Vorbereitung und Durchführung von Reisen ins Ausland, spezielle Risikogebiete und beleuchtete nicht zuletzt Aus- und Fortbildungsnotwendigkeiten sowie Beschaffungs- und Organisationsaspekte. Es ist eine Herausforderung, den letzten Vortrag einer zweitägigen Fachtagung zu übernehmen und die Aufmerksamkeit der Teilnehmer zu halten. Es ist Dr. Werner gelungen.

 

Thomas Lay übernahm die Schlussworte am Ende der 27. Veko-Fachkonferenz und freute sich noch einmal nicht nur über die große Teilnahme, sondern gleichermaßen auch über den ungestörten Verlauf der Veranstaltung. Er dankte allen Referenten, Teilnehmern und Teilnehmerinnen für ihre Bereitschaft, in dieser schwierigen Zeit in Präsenzform zusammen zu kommen und vor allem auch für das große Interesse an den Themen dieser Tagung.

Soweit aus der ersten Auswertung der Feedbackbögen ersichtlich, gaben die Anwesenden viele positive Rückmeldungen, sodass mit Elan und vielen Ideen zügig die Planung für die 28. Fachkonferenz Personenschutz / Unternehmenssicherheit in 2022 starten kann.

Fotos: © VEKO GmbH

 

Über den Autor
Heinz-Werner Aping
Autor: Heinz-Werner Aping
Heinz-Werner Aping, Direktor beim Bundeskriminalamt a.D., Jahrgang 1953, war bis zu seiner Pensionierung Ende Mai 2014 fast vierzig Jahre im kriminalpolizeilichen Dienst in Land und Bund tätig. Von 1975 bis 1999 diente er bei der Berliner Polizei vom Kommissar bis zum Kriminaldirektor in vielen Feldern klassischer und schwerer Kriminalität und zuletzt fünf Jahre als Leiter des kriminalpolizeilichen Stabes des Polizeipräsidenten. Mit dem Umzug der Bundesregierung von Bonn nach Berlin wechselte Aping zum Bundeskriminalamt und verantwortete als Leitender Kriminaldirektor und Gruppenleiter in der Abteilung Sicherungsgruppe Grundsatz, Haushalt, Ausbildung, Lagebeurteilung, Staatsbesuche, Observation und Technikeinsatz des Personenschutzes für die Verfassungsorgane des Bundes und seiner ausländischen Gäste. Im Jahre 2001 wurde ihm die Leitung der gesamten Abteilung übertragen, die er bis zu seiner Pensionierung innehatte. Von 2001 bis zu seiner Pensionierung war Aping mit mehrmaliger Wiederwahl Chairman der Association of Personal Protection Services (APPS), des internationalen Netzwerkes von 50 staatlichen Personenschutzdienststellen von China bis zu den USA einschließlich Europol, Interpol, EU und UN mit Konferenzen weltweit. Heinz-Werner Aping ist als selbstständiger Berater tätig. Er ist Mitglied der Redaktion VeKo-online und zuständig für den Bereich Sicherheitspolitik.
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