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Die Gefahren von Ransomware-Attacken für Unternehmen und die Rolle von Kryptowährungen

Von Albert Quehenberger

Ransomware-Attacken sind eine allgegenwertige und ernstzunehmende Bedrohung, die Unternehmen jeder Größe und Branche betrifft. Diese Art von Malware verschlüsselt die Daten auf dem infizierten Computer oder Server und fordert von den Opfern ein Lösegeld, um die Daten wiederherzustellen.

In vielen Fällen müssen Unternehmen hohe Summen zahlen, um ihre Daten wiederzugewinnen, was nicht nur teuer, sondern auch zeitaufwendig und frustrierend sein kann.

Die Auswirkungen von Ransomware-Attacken auf Unternehmen können verheerend sein. Hier sind einige der häufigsten Probleme, mit denen Unternehmen konfrontiert sind, wenn sie Opfer einer Ransomware-Attacke werden:

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  • Datenverlust: Wenn das Opferunternehmen keine Backups seiner Daten hat, kann es gezwungen sein, das Lösegeld zu zahlen, um die Daten wiederherzustellen. Selbst wenn das Lösegeld bezahlt wird, gibt es keine Garantie, dass die Daten vollständig wiederhergestellt werden können.
  • Geschäftsunterbrechungen: Eine Ransomware-Attacke kann dazu führen, dass ein Unternehmen seine Aktivitäten einstellen oder reduzieren muss, um das Problem zu beheben. Dies kann zu einem Umsatzverlust führen und das Vertrauen der Kunden und Partner beeinträchtigen.
  • Reputationsschäden: Eine erfolgreiche Ransomware-Attacke kann das Vertrauen von Kunden und Partnern in ein Unternehmen erschüttern. Wenn Kunden das Gefühl haben, dass ihre Daten bei einem Unternehmen nicht sicher sind, können sie sich möglicherweise für einen Wettbewerber entscheiden.
  • Compliance-Verletzungen: Viele Branchen haben spezifische Vorschriften und Bestimmungen für die Speicherung und den Schutz von Daten. Eine erfolgreiche Ransomware-Attacke kann dazu führen, dass ein Unternehmen gegen diese Vorschriften verstößt und sich rechtlichen Konsequenzen gegenübersieht.

Die Rolle von Kryptowährungen bei Lösegeldzahlungen

Kryptowährungen erfreuen sich auch bei Kriminellen immer größerer Beliebtheit. Die meisten Ransomware-Attacken verlangen von den Opfern, das Lösegeld in Kryptowährungen wie Bitcoin zu bezahlen. Dies liegt daran, dass Kryptowährungen pseudoanonym und schwer zu verfolgen sind, was es für die Angreifer einfacher macht, das Geld zu erhalten und unerkannt zu bleiben. Ein weiterer Vorteil ist es, dass man Kryptowährungen binnen weniger Augenblicke über Landesgrenzen hinweg schaffen kann, was eine Strafverfolgung zunehmend erschwert.

Die Verwendung von Kryptowährungen bei Lösegeldzahlungen hat jedoch einige schwerwiegende Nachteile für Unternehmen, die man nicht unterschätzen sollte.

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Einige der schwerwiegendsten Probleme sind:

  • Hohe Volatilität: Der Wert von Kryptowährungen kann stark schwanken, was bedeutet, dass Unternehmen möglicherweise mehr oder weniger zahlen müssen, als ursprünglich verlangt wurde.
  • Technisches Know-how: Um die Lösegeldzahlung durchführen zu können bedarf es einer gewissen technischen Ausbildung, um überhaupt die Voraussetzungen für eine Transaktion auf der Blockchain durchführen zu können.
  • Beschaffung der Mittel: Eine weitere Hürde ist die Aufstellung der finanziellen Mittel und die Eröffnung eines Accounts bei einer regulierten Handelsplattform für Kryptowährungen. Dort muss zuerst eine KYC- und AML-Verfahren durchlaufen werden, um überhaupt Kryptowährungen wie Bitcoin kaufen zu können. Erfahrungsgemäß dauert dieser Prozess mehrere Tage.
  • Keine Rückbuchungen: Wenn ein Unternehmen das Lösegeld bezahlt hat, gibt es keine Möglichkeit, die Transaktion rückgängig zu machen.
  • Schwer aufzuspüren: Man kann das bezahlte Lösegeld nur mit Hilfe von speziell ausgebildeten Experten auffinden und wieder zurückbekommen. Garantie gibt es keine.
  • Förderung von Cyberkriminalität: Indem Unternehmen Lösegelder zahlen, fördern sie indirekt die Aktivitäten von Cyberkriminellen und tragen dazu bei, dass weitere Ransomware-Attacken stattfinden.

Mein Fazit ist, dass Ransomware-Attacken eine ernsthafte Bedrohung für Unternehmen darstellen und dass die Zahlung von Lösegeld in Kryptowährungen wie Bitcoin mit einigen Risiken verbunden ist. Unternehmen sollten daher proaktiv Maßnahmen ergreifen, um sich vor Ransomware-Attacken zu schützen, wie z.B. regelmäßige Backups von Daten, Schulungen von Mitarbeitern zur Erkennung von Phishing-E-Mails und Installation von Antivirus-Software und Firewalls. Im Falle einer Ransomware-Attacke sollten Unternehmen die Vor- und Nachteile einer Lösegeldzahlung sorgfältig abwägen und sich an Experten wie TRIAS Solutions (www.trias-solutions.li) oder A|Q Forensics (www.q-forensics.com) wenden, um das beste Vorgehen zu ermitteln. Es ist auch wichtig, dass Unternehmen ihre Kunden und Partner transparent über die Vorfälle informieren und Maßnahmen ergreifen, um das Vertrauen in ihre Cyber-Sicherheitsfähigkeiten wiederherzustellen.

 

Über den Autor
Albert Quehenberger
Albert Quehenberger
Albert Quehenberger blickt auf eine umfassende Karriere im Bereich militärische Aufklärung, Abwehr von Spionagemaßnahmen, Spionagesoftware und Blockchain-Analytik zurück, die er von 2001 bis 2018 beim AUT-Militär aufbauen durfte. Seit Januar 2023 ist er auch als Dozent bei der PTGR AG und HSO in der Schweiz tätig. Hier teilt er sein Wissen und seine Erfahrungen im Bereich Blockchain Forensik und Kryptoanalyse mit Studenten und interessierten Teilnehmern. Er verfügt über tiefgehende Kenntnisse und Spezialisierungen in verschiedenen Intelligence Disziplinen wie HUMINT (Human Intelligence), OSINT (Open Source Intelligence), SocMInt (Social Media Intelligence), CCFI (Cryptocurrency Forensic Investigator), CCFE (Cryptocurrency Financial Expert), CBE (Blockchain Expert - WU Wien), CCF (Chainalysis Fundamentals), CCTE (Cryptocurrency Transaction Examiner), OSCE/ODHIR Election Observer und Cyber Warfare.
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