Wir sind da! Wo wir sind, ist vorne!!!

Von Christoph „Obi“ Obalski ……ein Ultra

 

Rechtfertigen. Rechtfertigen für die Liebe zu seinem Verein. Gründe finden, warum Feuer und Leidenschaft für den eigenen Fußballclub so arg negativ betrachtet werden. Doch nicht nur die einseitige Betrachtungsweise der entscheidenden Ins-tanzen, vielmehr die „Verkriminalisierung“ der zündelnden Pyro-Fans im Stadion machen rasend. Wenn von der Gegengeraden jemand ein Licht sieht, wird gleich gemeckert und gehustet. Jeder zeigt mit dem Finger auf den „Übeltäter“. Aber da-heim wird dann erzählt und auf dem Handy gezeigt, wie geil doch die Atmosphäre war. Die Medaille hat immer 2 Seiten.

 

Um es mal ganz klar und deutlich zu machen: Wir wollen keinen verletzen. Wir wollen keine Randale und keinen Ärger provozieren. Wir wollen schlicht und ein-fach das Stadion in das verwandeln, was es in 90 Minuten Kampf auf dem Rasen sein muss: Ein Fußballtempel mit Herz und Atmosphäre. Und genau deshalb gehören „Bengalos“, „Pyros“ und Leuchtkörper ganz einfach dazu.

Das, liebe Kritiker, ist die Kultur. Kultur der Fans, die für das Team leben, alles für den Verein geben. Es ist eine Form, das zum Ausdruck zu bringen, was uns nach vorne bringt: Positive Stimmung, anheizende Atmosphäre. Schlachtrufe, Schmähgesänge und Fahnen sind auch nicht verboten.

Werbeplakate der Sportschau, die auf Bengalisches Feuer nicht verzichten."Der Bierbecher-Werfer kam aus dem „Business–Seats-Bereich", sagte St. Pauli-Präsident Spieß. Der Skandal am Millerntor war viel größer als durch irgend-welche Fans, die Feuer zünden. Und genau deshalb wollen wir uns auch dagegen wehren, dass Ultras als respektlos, dumm und kriminell verkauft werden. Wir führen nichts Negatives im Schilde.

Um zu den Argumentationen Stellung zu beziehen, dass Pyros gefährlich und gesundheitsschädlich sind: Wir veranstalten das Ganze NICHT im Familien-block und auch NICHT auf der Haupttribüne, sondern bei uns, den Ultras, den „Hardcore Fans“. Wer bei uns steht weiß, worauf er sich einlässt. Der weiß, was es heißt, ein Ultra zu sein. Und der weiß auch ganz genau, dass die Feuer verdammt heiß sind, Rauch entwickeln, und einem für einen Moment auch die Sicht vernebeln können. Ein Asthmakranker wird sich nicht zu uns stellen. So viel Selbstverantwortung und Selbstkontrolle sollte die Polizei uns durchaus zugestehen.

Die ganze Diskussion um die Sicherheit hin und her – wir haben endlich wieder das Feuer im Stadion entfacht. Man sollte auch nicht außer Acht lassen, dass das „zündeln“ mit der Fackel, auch gerade bei Auswärtsspielen durchaus einen sportlichen Charakter unter den Fans der rivalisierenden Vereine in sich trägt. Das hi¬n¬ein¬interpretieren von Aggressionen in das „Licht der Welt“ ist dabei völlig aus der Luft gegriffen. Darum geht es ganz und gar nicht.
Und wir distanzieren uns auch vom Einsatz der Böller, die z. B. unserem Ex-Keeper Georg Koch die Karriere frühzeitig beendet haben. So ein Knalltrauma wollen wir nicht.Werbeplakat der Sportschau

Dass die Informationsstelle für Sporteinsätze einen Anstieg der Fan-Gewalt sieht, weil wohl auch die „Pyro-Übeltäter“ in der Statistik auftauchen, kann doch nicht im Ernst gemeint sein. Pyro im Stadion ist kein Verbrechen! „Pyrotechnik legalisieren - Emotionen respektieren“ sollte das Motto aller Beteiligten lauten.

Bei der Problematik der ganzen verschiedenen Meinungen zu diesem Thema muss man ganz ernsthaft auch einmal über das Verhalten der Polizei und auch der Medien gegenüber den Ultragruppierungen sprechen.

Werbeplakat der SportschauDer Spruch „Gewalt erzeugt Gegengewalt – Willkür ist keine Deeskalation“ ist nicht nur dahingesagt. Beteiligte sollten sich darüber ganz einfach mal Gedanken machen. Wir wollen keine Kritik an der Polizeiarbeit üben, um des Kritisieren Willens. Aber wie oft kommt es vor, dass Provokationen seitens der Polizei die Fans vor Probleme stellt? Zu oft, wie wir finden.

Die Medien spielen dabei die Rolle der heuchlerischen Diva. Einerseits wird die leidenschaftliche Atmosphäre in südländischen Stadien gefeiert und mit Bildern der Bengalos untermalt, auf der anderen Seite sind die deutschen Pyromaniacs in den Stadien kleine dumme Chaoten und Idioten, die die Sicherheit der Mehrheit im Stadion wissentlich gefährden. Wie kann man bei ein- und derselben Sache zwei so völlig differenzierte Meinungen haben? Die Krönung ist dann aber, wenn Werbeplakate der ARD-Sportschau die Bushaltestellen zupflastern, auf denen Bundesligaprofis zu sehen sind, die unter dem Slogan „Hier werden Helden geboren“ vor Fankurven jubeln, in denen, ja genau, in denen bengalische Feuer brennen. Hier dient die Pyrotechnik auf einmal der positiven Atmosphäre im Stadion. Merkwürdig, oder?

Wir sind für die Legalisierung, weil wir für Leidenschaft sind. Sicheres Abfackeln in einer Sperrzone wäre sicher cool und wünschenswert. Es würde uns die Freude lassen und den Kritikern die Luft zum Meckern nehmen.

 

Securiton


Kommentar der Redaktion

Fußball - Heißes Thema Pyrotechnik - die Diskussion über Legalisierung der Bengalos

Die von den Ultra Fans der Bundesligisten geforderte Legalisierung von Pyrotechnik in den Stadien hat eine Sicherheitsdebatte zwischen den Vereinen, der Deutschen Fußballliga (DFL) und den Sicherheitsbehörden ausgelöst, Das heiße Thema wurde auch in einer DFB Präsidiumssitzung erörtert.
Die DFL hat an alle 36 Profivereine einen Fragebogen verschickt, auf dem sich die Klubs für oder gegen das derzeit verbotene Abbrennen bengalischer Feuer aussprechen können. Unabhängig vom Votum der Vereine ist eine generelle Aufhebung des Verbots jedoch rechtlich kaum möglich. Dafür müsste auf Antrag der Klubs nämlich nicht nur der DFB seine Richtlinien ändern, sondern es müsste zudem auch die Zustimmung aller lokalen Ordnungsbehörden erwirkt werden.

Dennoch plädieren einige Vereinsvertreter für eine Legalisierung. „Es gibt eine neue Pyrotechnik, die aus unserer Sicht ungefährlich ist. Wenn diese Sicht von Polizei, Feuerwehr und DFB bestätigt wird, sind wir für eine Legalisierung“, sagte vor einiger Zeit etwa Martin Kind, Vorstandsvorsitzender von Hannover 96.
Und stimmt es nicht wirklich nachdenklich, wenn man im Hintergrund der Werbe-plakate, die positiv einstimmen sollen, brennende Bengalos sieht, wenn Presse und Fernsehen von einem „stimmungsvollen Bild" bei brennenden und leuchtenden Feuerwerkskörpern sprechen und z. B. der HSV-Spieler Marcell Jansen es „...einfach nur geil!“ findet (Quelle: Epoch Times Deutschland)?
Red.

 

 

nach oben

Über den Autor
Autor: Helmut Brückmann
Weitere Artikel